5. Keine adäquaten Alternativen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt nicht nur zu den wichtigsten Versicherungen, sie ist auch eine der kostenintensiveren Absicherungen. Aus diesem Grund sind viele Menschen auf der Suche nach günstigeren Alternativen. Allerdings gibt es im Moment noch keine Versicherung in diesem Bereich, die auch nur annähernd die gleichen Leistungen erbringen würde, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Berufsunfaehigkeitsversicherung

Die Umfrage thematisiert im Haushalt vorhandene Versicherungen in Deutschland im Jahr 2009 und zeigt, dass noch immer zu wenige Menschen das Risiko und die Folgen einer möglichen Berufsunfähigkeit ernst nehmen.

Was bieten die Alternativen?

  • Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist von ihren Leistungsbedingungen der gesetzlichen Erwerbminderungsrente sehr ähnlich. Allerdings kann die Rentenhöhe im Gegensatz zur gesetzlichen Variante vom Verbraucher selbst bestimmt werden. Allerdings leistet die Versicherung erst, wenn der Versicherte keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben kann und somit zu 100 Prozent invalide ist.

Im Vergleich dazu greift die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits bei einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Darüber hinaus wird hier ein bestimmter Beruf versichert und der Versicherte kann nicht dazu genötigt werden, irgendeinen anderen Beruf auszuüben, der nicht seiner ursprünglichen Qualifikation entspricht (Achtung: Der Versicherungsvertrag darf keine sogenannte „abstrakte Verweisung“ beinhalten. Dadurch wird verhindert, dass der Versicherte einfach in einem anderen, neuen Beruf arbeiten muss.)

  • Die Dread Disease Versicherung

Die Dread Disease Versicherung (Versicherung für den Fall schwerer Krankheiten) leistet nur, wenn der Versicherte an einer der im Versicherungsvertrag festgelegten Krankheiten erkrankt. Bei Vertragsabschluss wird klar definiert, welche Krankheiten der Versicherungsschutz beinhalten soll. Das bedeutet, erkrankt der Betroffene an einer Krankheit, die nicht in den Versicherungsbedingungen enthalten ist, erhält er auch keinen Cent von seiner Police.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat demgegenüber den Vorteil, dass es für den Leistungserhalt keine Rolle spielt, an welcher Krankheit der Verbraucher erkrankt, sondern nur, ob und in welchem Umfang eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

  • Die Unfallversicherung

Die Unfallversicherung leistet nur bei gesundheitlichen Schäden, die durch einen Unfall verursacht wurden. Statistiken zeigen jedoch, dass nur rund 10 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit durch Unfälle verursacht werden. Das bedeutet, auch wenn die Unfallversicherung günstiger sein mag als die Berufsunfähigkeitsversicherung, so ist sie dennoch keine echte Alternative, da mehr als 90 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit nicht durch die Unfallversicherung abgedeckt sind.

  • Die Existenzschutzversicherung

Die Existenzschutzversicherung ist eine Kombination aus Dread Disease- und Unfallversicherung. Sie bietet im Allgemeinen die folgenden vier Hauptleistungen: Grundfähigkeitsrente, Pflegerente, Organrente und Unfallrente. Die Versicherung leistet folglich, wenn der Versicherungsnehmer eine der Grundfähigkeiten (Sprechen, Sehen, Hören, Fähigkeit sich zeitlich, örtlich und zur eigenen Person zu orientieren) einbüßt, von der gesetzlichen Pflegeversicherung in einen der fünf Pflegegrade eingestuft wird, ein wichtiges inneres Organ geschädigt wird und/oder wenn er durch einen Unfall eine mindestens 50-prozentige Invalidität vorliegt.

Diese Versicherung kommt den Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung sicher am nächsten. Allerdings deckt die BU ein noch breiteres Spektrum möglicher Leistungsfälle ab. So springt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch ein, wenn Schädigungen des Bewegungsapparates oder psychischen Erkrankungen auftreten. Auch die medizinischen Kriterien, die für einen Erhalt der Leistungen erfüllt werden müssen, sind bei der Existenzschutzversicherung strenger.

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Fazit: Im Hinblick auf den Leistungsumfang ist keine Alternative vorhanden

Auch wenn die vorgestellten Versicherungen preislich günstiger ausfallen als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, so sind sie dennoch – was den Leistungsumfang betrifft -keine adäquate Alternative.

Trotzdem soll hier noch erwähnt werden, dass die Versicherungen für bestimmte Personengruppen unter gewissen Umständen eine mögliche Alternative darstellen können. Beispielsweise wenn Menschen aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen können. Auch bestimmte Hobbys werden von einigen Versicherern als so risikoreich gewertet, dass sie einen Abschluss verweigern.

Trotzdem gilt, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist, sollte sie immer die erste Wahl sein!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 03.01.2019 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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