7. Keine Wartezeit

Im Gegensatz zur staatlichen Erwerbsminderungsrente gibt es bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen normalerweise keine Wartezeit, sondern der Leistungsanspruch beginnt ab Inkrafttreten des Vertrags. Auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat der Verbraucher nur einen Anspruch, wenn er in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit mindestens 3 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat.

Das bedeutet: Wer bereits nach einem Jahr Berufstätigkeit berufs- beziehungsweise erwerbsunfähig wird, erhält keine Leistungen vom Staat. Einzige Ausnahme sind Arbeitsunfälle. Eine weitere Erschwernis ist die Tatsache, dass die staatliche Erwerbsminderungsrente erst ab dem siebten Monat einer Erwerbsminderung gezahlt wird und damit in jedem Fall ein langer Zeitraum entsteht, in dem der Betroffene keine Einnahmen hat und somit die laufenden Kosten durch Ersparnisse decken muss.

Berufsunfaehigkeit keine Wartezeit

Die Statistik zeigt, dass immer noch der größte Teil der Menschen davon ausgeht, dass der Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit für den Lebensunterhalt aufkommt. Dies ist allerdings nicht der Fall. Nur vor 1961 Geborene haben noch einen Anspruch auf die staatliche Berufsunfähigkeitsrente.

Keine Wartezeit bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Unterschied zur Handhabung bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zahlen die privaten BU-Anbieter ohne Wartezeit. Hier muss im Normalfall lediglich durch einen Arzt bestätigt werden, dass die Berufsunfähigkeit voraussichtlich 6 Monate oder länger bestehen wird. Die Leistungen werden bei verspäteter Meldung auch rückwirkend erbracht.

Allerdings ist es stets ratsam, bei der Auswahl des Anbieters neben dem Vergleich der Leistungs- und Beitragshöhe auch andere Gesichtspunkte zu berücksichtigen. So sollte man zusätzlich einen Blick auf die Bewertungen zu Kundenbetreuung und Service werfen. Darüber hinaus können auch Statistiken zu Klagequoten aufschlussreich sein. Allerdings sollten diese Zahlen auch nicht überbewertet werden.

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Karenzzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Karenzzeit ist der Zeitraum, der zwischen der Feststellung der Berufsunfähigkeit und dem Zahlungsbeginn liegt. Dieser Zeitraum kann individuell festgelegt werden. Die Länge der vereinbarten Karenzzeit wirkt sich auch auf die zu zahlenden Versicherungsbeiträge aus. In der Regel werden Karenzzeiten von 6 bis 12 Monaten vereinbart. Doch sollten Verbraucher genau überlegen, wie lang die Karenzzeit dauern soll. Denn in diesem Zeitraum erhält man aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit weder Gehalt noch Berufsunfähigkeitsrente. Daher sollte man genau durchrechnen, wie viel Zeit man allein durch Rücklagen finanziell überbrücken kann.

Realistische Festlegung der Karenzzeit

Wer sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet, genießt ab Inkrafttreten des BU-Vertrages Versicherungsschutz und hat damit auch Anspruch auf die vertraglich vereinbarten Leistungen. Durch die Karenzzeit ist es möglich, die monatlichen Versicherungsbeiträge zu verringern und einiges zu sparen. Allerdings sollte niemand, der an einem leistungsstarken Versicherungsschutz interessiert ist, allein aus Kostengründen eine zu lange Karenzzeit vereinbaren, denn die monatlichen Fixkosten müssen auch ohne Einkommen weiterhin beglichen werden.

Qualitativ hochwertige Informationen sind das A und O

Außerdem ist es stets ratsam, sich vor einem Abschluss intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und einen Blick auf den Inhalt und die Bedeutung der verschiedenen Vertragsklauseln und Regelungen zu werfen. Hier können die zahlreichen Testergebnisse von Stiftung Warentest, Finanztest, Morgen & Morgen und anderen Ratingagenturen helfen. Aber auch auf die Fachkompetenz eines unabhängigen Versicherungsmaklers sollte niemand verzichten, der eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis abschließen möchte.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.01.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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