4. Steuern sparen mit der BU-Versicherung

Als Verbraucher kann man die Versicherungsbeiträge seiner Berufsunfähigkeitsversicherung prinzipiell steuerlich geltend machen. Allerdings mit einigen Einschränkungen. Die Beiträge können in der Steuererklärung beim Sonderausgabenabzug unter „andere Versicherungen“ angegeben werden. Aber: Die BU-Prämien können nur dann steuerlich abgesetzt werden, wenn die Beiträge für die eigene Kranken- und gesetzliche Pflegeversicherung unter 1.900 Euro bei Angestellten und 2.800 Euro bei Selbständigen liegen. Durch den Beschluss des „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes“ im Jahr 2013 ermöglicht der Staat unter bestimmten Voraussetzungen aber auch die Absetzung von BU-Beiträge in weitaus größerem Umfang.

Wie Sie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Steuern sparen

Bis 2013 galt: Ganz gleich, wie viel die Berufsunfähigkeitsversicherung kostet, wenn der Verbraucher nicht mehr als 1.900 Euro pro Jahr für seine Kranken- und Pflegeversicherung ausgegeben hat, konnte er seine Beiträge, die für die Berufsunfähigkeitsversicherung anfielen, von der Steuer absetzen.

Beispiel:
Zahlt eine Person 1.380 € jährlich für die Kranken- und Pflegeversicherung, können Beiträge für die BU-Versicherung in Höhe von 520 € abgesetzt werden. Dies ist der Betrag der noch offen ist bis zum Erreichen der jährlichen Höchstgrenze von 1.900 €.
Aber Achtung: 1.900 € auf einen Monat heruntergerechnet, bedeutet, dass einem Verbraucher knapp 159 € monatlich für Versicherungsbeiträge zur Verfügung stehen. Bereits bei einem Bruttogehalt von 2.000 € liegt man allein mit den jährlichen Krankenversicherungsbeiträgen über 1.900 €.

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Ab 1. Januar 2014: BU-Beiträge komplett absetzbar

Mitte des Jahres 2013 wurde das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG) beschlossen. Eine der Verbesserungen besagt, dass die Beiträge zur BU-Rente ab Anfang des Jahres 2014 unter Umständen komplett von der Steuer absetzbar sind.

Ausschnitt der Änderungen durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz

2.4 Verbesserungen bei der Absicherung der Erwerbsminderung
„Neben den Maßnahmen zur Erhöhung der Produkttransparenz wird auch die Möglichkeit ausgebaut, sich steuerlich gefördert gegen das Risiko der Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit abzusichern. Aufwendungen für einen zertifizierten Absicherungsvertrag können ab 2014 im Rahmen des Abzugsvolumens der Basisversorgung im Alter geltend gemacht werden. Der Vertrag muss im Versicherungsfall die Zahlung einer lebenslangen Rente vorsehen. Ebenso muss er verschiedene verbraucherschützende Regelungen berücksichtigen.“

Leider haben sich noch nicht alle Anbieter auf diese Möglichkeit und deren Voraussetzungen eingestellt. Der überwiegende Teil der Versicherungsunternehmen bietet nur eine Rentenzahlung bis zum 67. Lebensjahr an. Tarife, die eine lebenslange BU-Rente beinhalten, sind meist ungleich teurer, sodass sich kaum ein Interessent dafür entscheiden wird.
Darüber hinaus gibt es einige weitere Voraussetzungen, die ein Berufsunfähigkeitstarif erfüllen muss, um komplett absetzbar zu sein: Die BU-Rente darf nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein.

Vorgehensweise beim Ausfüllen der Steuererklärung

Die Versicherungsbeiträge können in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Dafür gibt es im Formular eine Zeile, in der die gezahlten Versicherungsbeiträge eingetragen werden. Die sogenannten Sonderausgaben werden von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen und reduzieren damit die zu zahlende Steuer. Diese Regelung gilt für Selbstständige ebenso wie für Arbeitnehmer.

Steuern sparen mit der Berufsunfaehigkeitsversicherung

 

Steuerliche Vorteile sollten nur ein Argument neben anderen bei der Entscheidung sein

Auch wenn die steuerlichen Vorteile durchaus interessant und beachtenswert sind, sollten sie nicht der ausschlaggebende Grund für einen Vertragsabschluss bei einem bestimmten Anbieter sein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den Versicherungsnehmer finanziell ab, für den Fall, dass er seine Arbeitskraft verliert. Aus diesem Grund sind die Leistungen und der Service besonders wichtig. Natürlich spielen auch die Kosten eine Rolle. Doch die steuerlichen Vorteile sollten eher als ein möglicher Bonus betrachtet werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.11.2019 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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