Anonyme Voranfrage bei der BU – das rät Versicherungsmaklerin Katharina Krech

Zuletzt aktualisiert am 02.05.2019

anonyme-voranfrageEine anonyme Voranfrage zu stellen, ist besonders bei Personen mit Vorerkrankungen empfehlenswert. Denn so kann man herausfinden, ob man die Chance auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung hätte, ohne dass man Gefahr läuft,  im Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer gespeichert zu werden. Versicherungsmaklerin Katharina Krech gibt im Experteninterview Tipps, wie man bei einer anonymen Voranfrage am besten vorgeht.

Warum ist es überhaupt empfehlenswert, eine anonyme Voranfrage zu stellen?

Zum einen dient die anonyme Voranfrage dazu, herauszufinden, zu welchen Konditionen eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei verschieden Anbietern möglich wäre. So weiß der Kunde, mit welchen Ausschlüssen oder Risikozuschlägen er rechnen muss. Zum anderen verhindert man einen negativen Eintrag in die HIS-Wagnisdatei. HIS steht für Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherer, hier werden Daten über Versicherungsnehmer gespeichert, die aus Sicht der Unternehmen auffällig sind. Um zu verhindern, dass Kundendaten dort gespeichert werden, und Versicherungsunternehmen Informationen über Kunden austauschen können, dient die anonyme Voranfrage.

Was sind deine persönlichen Tipps zur anonymen Voranfrage?

Katharina Krech

Katharina Krech ist Versicherungsmaklerin bei transparent-beraten.de.

Generell sollte jeder, der weiß, dass er in den letzten Jahren gesundheitliche Probleme hatte, eine anonyme Voranfrage in Erwägung ziehen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen und somit sollte man es nicht leichtsinnig gefährten, diese aufgrund einer Ablehnung nicht zu erhalten. Es ist daher ratsam, sich einen unabhängigen Versicherungsmakler zu suchen, der für den Kunden bei den Versicherungsunternehmen mit geschwärzten Unterlagen anfragt, ob ein Versicherungsschutz möglich wäre. Hier werden für den Kunden alle persönlichen Angaben, wie Name und Anschrift, anonymisiert angegeben, sodass das Unternehmen die Person, um die es geht, nicht identifizieren kann.

Welche Angaben sind bei einer anonymen Vorantrage wichtig?

In erster Linie sind für den Versicherer alle Vorerkrankungen relevant (Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung). Unterscheiden muss man hier jedoch noch die sogenannte Bagatellerkrankungen. Das sind in erster Linie Krankheiten, Störungen oder Beschwerden, die fast alle Menschen von Zeit zu Zeit befallen, aber nach Lebenserfahrung bald wieder vergehen und folglos bleiben. Hierzu zählen z.B. eine Erkältung oder Mestruationsbeschwerden. Diese Krankheiten sind für Versicherer irrelevant. Zudem sollten natürlich noch risikoreiche Hobbys angegeben werden, da diese für den Versicherer unter Umständen ein größeres Risiko darstellen könnten. Wer beispielsweise regelmäßig Bungee Jumping betreibt, muss damit rechnen, dass die Versicherung teurer ist, bzw. nicht abgeschlossen werden kann.

Was kostet eine anonyme Voranfrage?

Außer ein wenig Zeit und Geduld kostet eine anonyme Voranfrage den Kunden keinen Cent. Diese Dienstleistung sollte jeder gute Makler für seine Kunden bzw. Neukunden anbieten. Um eine möglichst genaue Anfrage bei den Unternehmen stellen zu können, werden generell erstmal die Arztberichte der jeweiligen Vorerkrankungen von den Ärzten benötigt. Diese bekommt der Kunde ziemlich schnell von dem jeweiligen Arzt ausgestellt. Sobald diese vorhanden sind werden sie geschwärzt bei den Unternehmen eingereicht. Zusätzlich wünschen einige Gesellschaften noch Fragebögen zu den jeweiligen Krankheiten ausgefüllt vom Kunden zurück. Dies nimmt natürlich etwas Zeit in Anspruch, kann sich im Nachhinein aber lohnen.

Bewerten alle Versicherer anonyme Voranfragen gleich?

Nein. Versicherer bewerten Vorerkrankungen oftmals sehr unterschiedlich. Meistens ist es so, dass Kunden die z.B. bei einem Versicherungsunternehmen abgelehnt wurden bei einem anderen mit einem Ausschluss angenommen werden. Genau deshalb ist es gerade wichtig, bei so vielen Anbietern wie möglich anzufragen, um das bestmögliche Angebot für den Kunden herauszuholen.

Gibt es Unternehmen die eine anonyme Voranfrage verweigern?

Ja, es gibt Versicherer, die eine anonyme Voranfrage verweigern bzw. nicht bearbeiten. In solchen Fällen wird die Anfrage mit Namen des Kunden eingereicht, sofern der Anbieter versichert, die Daten nicht weiterzugeben. Falls dies der Kunde nicht wünscht, wäre eine Alternative, die Risikoanfrage unter falschem Namen zu verschicken.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.05.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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