2018 neues Jahr = höhere Beiträge

Zuletzt aktualisiert am 13.02.2018

Berufsunfähigkeitsversicherung Beitragserhöhung der WWKDie ohnehin kostenintensive Berufsunfähigkeitsversicherung wird 2018 wieder teurer – zumindest für die Kunden der WWK-Versicherung. Der Anbieter geriet in den letzten Tagen in die Schlagzeilen, weil sie ihre Prämien zum Jahresanfang 2018 teilweise um bis zu 40 Prozent angehoben hat.

Was ist passiert?

Die Betroffenen erhielten die Nachricht über die Verteuerung die Absicherung ihrer Arbeitskraft im Dezember letzten Jahres. Die WWK Berufsunfähigkeitsversicherung teilte ihren Versicherten mit, dass die Nettoprämien ihrer BU erhöht werden. Brisant dabei ist die Tatsache, dass die Mitteilung erstens sehr kurzfristig erfolgte und zweitens die Erhöhung keinerlei Verbesserung mit sich bringt. Auch die Makler wurden nicht vorab über die zum Teil sehr starken Preissteigerungen informiert.

Wer ist betroffen?

In dieser Runde der Prämienerhöhungen der WWK sind laut eines Berichts von pro contra online (Quelle) vor allem Berufsgruppen niedriger Gefahrenklassen betroffen. Die Preiserhöhungen gelten allem Anschein nach zwar für alle Versicherten, doch gerade kaufmännische und akademische Berufe erhielten die höchsten Beitragssteigerungen. Dies könnte allerdings auch daran liegen, dass sich diese Berufsgruppen bisher im Vergleich über sehr günstige Beiträge bei WWK freuen konnten.
Besonders verärgert waren die betroffenen Versicherungskunden auch über das Vorgehen der WWK. Viele erhielten nur wenige Wochen vor der Mitteilung über die Beitragserhöhung ein Schreiben, in dem sie über die übliche Anpassung ihrer Beiträge aufgrund einer vertraglich vereinbarten Dynamik informiert wurden. In diesem Schreiben war allerdings noch mit keinem Wort die später folgende Verteuerung erwähnt worden.

Beitragsdynamik plus Erhöhung

Versicherte, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dynamik abgeschlossen haben, erhalten in regelmäßigen Abständen Post von ihrem Versicherer, in der sie über die angepassten Beiträge informiert werden. Wenn dann allerdings noch solch extremen Beitragssteigerungen hinzukommen, wie nun bei der WWK geschehen, kann der Anstieg des Jahresbeitrags schnell in den dreistelligen Euro-Bereich gehen.

Dynamik in der BU sehr empfehlenswert

Trotz der regelmäßigen Erhöhung der Beiträge, die eine vertraglich vereinbarte Dynamik mit sich bringt, sollte diese nicht in einen Topf mit anderen Beitragssteigerungen geworfen werden. Bei der Dynamik erhöht sich mit den Beiträgen auch die Berufsunfähigkeitsrente. Gerade junge Versicherungsnehmer profitieren von einer solchen Beitragsdynamik, da sowohl ihr Gehalt, als auch ihre Ansprüche mit der Zeit steigen werden. So verhindert, die Dynamik, dass bereits in den Anfangsjahren eine besonders hohe BU-Rente versichert werden muss.

Das sagt Experte Alexander Vorgerd:

Foto: Alexander VorgerdAuch wenn eine solch drastische Erhöhung der Kosten wütend macht, sollten Sie nicht überstürzt ihren Vertrag kündigen. Ein aktueller Preis-Leistungs-Vergleich führt vielleicht zu dem Ergebnis, dass andere Berufsunfähigkeitsversicherung Anbieter, bei gleichen Konditionen teurer sind. Ist dies nicht der Fall, wenden Sie sich gern an uns. Wir beraten Sie gern zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung.

Das außerordentliche Kündigungsrecht

Grundsätzlich haben Versicherte das Recht ihren Vertrag zu kündigen, wenn ein Anbieter seine Beiträge erhöht. Beitragserhöhungen zählen zu den häufigsten Kündigungsgründen. Grundsätzlich hat der Versicherte im Fall einer Beitragserhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht. Nimmt er dieses Recht nicht wahr, gilt die Erhöhung der Versicherungsprämien als akzeptiert.

Ziehen sich die Beitragserhöhungen durch die gesamte BU-Branche?

Versicherungsnehmer anderer Anbieter können aufatmen. Anscheinend zieht einzig die WWK die Beiträge dermaßen an. Uns liegen bisher keine Informationen vor, dass sich Kunden anderer BU-Versicherer über Beitragserhöhungen beschwert hätten.

Die Krux mit den Netto- und Brutto-Beiträgen

Die Erhöhung der Versicherungsbeiträge der WWK bewegen sich innerhalb eines Rahmens, den die Versicherer durch die Angabe von sogenannten Netto- und Bruttobeiträgen (Begriffserläuterungen siehe nächster Absatz) spannen. Dieser Rahmen ist teilweise sehr groß und dient den Versicherern einerseits dazu, Kunden zu werben, andererseits ergibt sich der Unterschied auch durch die Weitergabe von Überschüssen an die Versichertengemeinschaft.

Der Bruttobeitrag

Der Bruttobeitrag, auch Tarifbeitrag genannt, ist die Versicherungsprämie, die der Versicherungsnehmer maximal zahlen muss. Das heißt, er stellt eine Art Beitragsobergrenze dar, die vertraglich festgelegt ist. Der Bruttobeitrag setzt sich aus den Verwaltungskosten und dem jeweiligen Risiko zusammen. Diese gilt für die gesamte Vertragslaufzeit, wenn es keine Dynamik gibt und der Versicherungsnehmer keinen Gebrauch von der Nachversicherungsgarantie macht.

Der Nettobeitrag

Der Nettobeitrag ergibt sich durch Überschüsse, die an die Versicherungsnehmer weitergegeben werden. Überschüsse entstehen, wenn die Verwaltungskosten geringer sind als erwartet und wenn weniger Versicherte Personen berufsunfähig geworden sind, als es der Anbieter vermutet hat. Der Nettobeitrag wird auch Zahlbeitrag genannt und ist im Gegensatz nicht garantiert. Der Versicherungsnehmer kann sich also nicht darauf verlassen, dass der Nettobeitrag längere Zeit gilt, da er von Faktoren abhängt, die sich jederzeit ändern können.

Die Beitragserhöhung der WWK

Die Beitragserhöhung der WWK beweist die Unbeständigkeit des Nettobeitrags. Zwar gibt es bisher keine Stellungnahme der WWK zu der von ihr vorgenommenen Prämienanpassung. Allerdings werden bereits Stimmen laut, die annehmen, dass sich die WWK bei der Berechnung ihrer Nettobeiträge verkalkuliert hat.
Diese Annahme ist nicht ganz unberechtigt. So basieren die Nettobeiträge auf Werten aus den Vorjahren. Dabei besteht natürlich auch für den Versicherer stets das Risiko einer Fehlkalkulation, da natürlich niemand 100 prozentig vorhersehen kann, wie viele der eigenen Versicherten im laufenden Jahr berufsunfähig werden.

Fazit und Prognose

Die aktuelle Prämienerhöhung der WWK Berufsunfähigkeitsversicherung hat dem Unternehmen bei den Kunden aber auch in Maklerkreisen viel Kritik eingebracht. Vor allem im Anbetracht dessen, dass die letzte größere Beitragserhöhung noch nicht lange zurückliegt. Erst 2016 geriet die WWK mit ihren Erhöhungen in den Fokus. Viele Versicherungsberater werden die WWK in Zukunft sicher mit Vorsicht behandeln. Vor allem, da die WWK mit ihrem Leistungsumfang auch bisher nicht zu den Top-Anbietern zählte. Mit der neuerlichen Beitragserhöhung fällt nun auch das Argument eines besonders günstigen Versicherungsschutzes weg.

Sollten Sie Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung und den verschiedenen Anbietern haben, kontaktieren Sie uns gern. Unsere kompetenten Versicherungsexperten beraten Sie gern persönlich – unverbindlich und kostenfrei: 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.02.2018 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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