Arbeitsunfallstatistik 2017: Immer weniger Unfallrenten

Zuletzt aktualisiert am 02.07.2018

Berufsunfähigkeitsversicherung Arbeitsunfallstatistik 2017Die Deutsche Unfallversicherung veröffentlichte Anfang April aktuelle Zahlen zum Thema Arbeitsunfälle. Doch auch wenn die Zahlen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen, bleiben die Folgen für die Betroffenen schwerwiegend. Denn nicht jeder Arbeitnehmer, der einen Arbeits- oder Wegeunfall hat, kann in seinen  Beruf zurückkehren.

Die wichtigsten Zahlen der Arbeitsunfallstatisitk 2017 auf einen Blick

  • 873.562 Arbeitsunfälle
  • 190.095 meldepflichtige Wegeunfälle
  • 454 Arbeitsunfälle und 282 Wegeunfälle endeten tödlich
  • 18.244 neue Unfallrenten

Die Vision Zero der DGUV

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ist seit Jahren in der Prävention aktiv und hat sich ein hohes Ziel gesteckt: eine Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Dieses Ziel ist mit dem Titel Vision Zero überschrieben. Doch aktuelle Statistiken zeigen, dass diese Vision wohl nicht so bald Realität wird. Denn auch, wenn wieder weniger Arbeitsunfälle gemeldet wurden, starben 2017 im Schnitt zwei Menschen pro Tag während sie ihrer Arbeit nachgingen oder auf dem Weg zur Arbeit bzw. auf dem Heimweg waren.

18.244 neue Unfallrenten: Was bedeutet das?

18.244 Menschen in Deutschland hatten einen so schwerwiegenden Arbeits- oder Wegeunfall, dass sie 2017 erstmals eine Entschädigung in Form einer Rente bzw. einer Abfindung erhielten oder an ihre Nachkommen wurde Sterbegeld ausgezahlt, da der Unfall tödlich endete (Quelle).

Anspruch auf Geldleistungen nur bei arbeitsbedingten Unfällen

Betroffene, die aufgrund eines arbeitsbedingten Unfalles Anspruch auf Geldleistungen von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung bzw. den Unfallkassen haben, können sich zumindest dahingehend freuen, dass sie überhaupt einen Anspruch auf dauerhafte finanzielle Unterstützung haben. Ereignen sich Unfälle in der Freizeit, gibt es keine Unterstützung vom Staat.

Finanzielle Leistungen der DGUV im Überblick

  • Verletztengeld
  • Übergangsgeld
  • Pflege (-geld)
  • Rentenleistungen

Absicherung auf Dauer zu gering

Auch wenn die staatliche Absicherung bei Arbeits- und Wegeunfällen im Vergleich zu anderen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit relativ gut ist, reichen die Rentenleistungen auch hier nicht aus, um den Lebensstandard auf Dauer zu halten. Es sei denn die Betroffenen können auf ein ausreichend großes Finanzpolster zurückgreifen.

Berufsunfähigkeitsversicherung – mehr als ein Lückenfüller

Die Rentenzahlung der DGUV orientiert sich an der Erwerbsfähigkeit des versicherten Arbeitnehmers. Das heißt, wenn der Betroffene einen anderen Beruf ausüben kann, verliert er seinen Anspruch auf Rentenzahlungen.

Arbeitnehmer, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, müssen sich darum keine Sorgen machen, denn die BU sichert den zuletzt ausgeübten Beruf ab. Das heißt, wenn eine mindestens 50 prozentige Berufsunfähigkeit über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten besteht, erhält der Versicherte, die vertraglich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente.

Bonus der Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Hauptgrund, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch sinnvoll und wichtig ist, ist die Tatsache, dass sie auch dann leistet, wenn die Berufsunfähigkeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Krankheiten eintritt. Außerdem gilt der Schutz 24 Stunden, sieben Tage die Woche, unabhängig davon, ob der Versicherte privat oder beruflich unterwegs ist.

Fazit zur Arbeitsunfallstatistik 2017

Die oben stehende Statistik zeigt, dass die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle seit Jahren rückläufig ist. Dies ist zum großen Teil, den verbesserten Arbeitsschutz und der damit einhergehenden Aufklärung zu verdanken. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind inzwischen sensibilisiert für das Thema. Trotzdem ist eine Zahl von knapp 900.000 Arbeitsunfällen im Jahr immer noch sehr hoch. Und auch, wenn nicht alle Unfälle damit enden, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, lohnt sich eine Absicherung der Arbeitskraft in jedem Fall.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.07.2018 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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