Aus Winterdepression kann dauerhafte Erkrankung werden

Zuletzt aktualisiert am 13.12.2018

Winterdepression was hilftRund 80.000 Menschen leiden in Deutschland unter einer Winterdepression. Obwohl es sich um eine saisonale Erkrankung handelt, sollte man die Folgen nicht unterschätzen. Mit ein paar einfachen Dingen bekommt man eine leichte Winterdepression in den Griff.

Das lesen Sie in diesem Beitrag

  • So sehen Anzeichen einer ernsten Winterdepression aus.
  • Das können Sie gegen Winterdepressionen tun.
  • Darum sollte man psychische Probleme ernst nehmen.

Winterdepression oder Winterblues?

Wenn der Sommer vorbei ist und die Tage nicht nur kälter, sondern auch kürzer werden, verfallen einige Menschen in eine melancholische Stimmung. Betroffene fühlen sich antriebslos und trübsinnig. Bei leichten und vorübergehenden Formen seelischer Verstimmungen spricht man gemeinhin von einem Winterblues.

Kommen jedoch Müdigkeit, Gereiztheit und ein gesteigerter Appetit vor allem auf Süßes über einen Zeitraum von über zwei Wochen hinzu, können dies Anzeichen für eine Winterdepression sein.

Ursache Lichtmangel

Durch den witterungsbedingten Lichtmangel wird im Körper weniger Serotonin gebildet. Dieser Botenstoff im Gehirn wirkt stimmungsaufhellend und antriebssteigernd.

Die Lichtintensität zwischen einem wolkenlosen Sommertag und einem grau-trüben Wintertag ist immens. Bis zu 100.000 Lux beträgt die Intensität des Lichtes im Sommer und nur 3.500 an einem wolkenverhangenen Wintertag. In geschlossenen Räumen ist die Lichtensität mit nur wenigen hundert Lux nochmal deutlich geringer (Lux: physikalische Einheit für die Beleuchtungsstärke).

So vermeiden Sie das Stimmungstief

Tageslicht, Bewegung und Sport – Diese drei Faktoren wirken sich positiv auf die Stimmung aus.

Im Winter fehlt den meisten Menschen vor allem Bewegung an der frischen Luft. Doch die ist gerade in den Herbst- und Wintermonaten besonders wichtig, schließlich liefert sie die tägliche Ration Tageslicht. Dieses begünstigt neben Sport die Bildung des “Glückshormons” Serotonin.

Die Apotheken-Umschau empfiehlt, täglich einen 20-minütigen Spaziergang zu machen. Außerdem sollte Sport in den Alltag integriert werden. Neben diesen aktiven Maßnahmen sollte jedoch auch die Entspannung nicht zu kurz kommen.

Definition Winterdepression

Bei der Winterdepression treten neben typischen Depressions-Symptomen wie Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit auch atypische Symptome wie der Heißhunger auf Süßes und ein gesteigertes Schlafbedürfnis auf. Eine Winterdepression erkennt man vor allem daran, dass die Symptome nur in den Wintermonaten auftreten. Im Frühling bessern sich die Anzeichen in der Regel und verschwinden dann vollständig.

Ob es sich tatsächlich um eine Winterdepression handelt, lässt sich erst eindeutig bestimmen, wenn sich die Symptome in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren einstellen. Ansonsten ist zu vermuten, dass das Stimmungstief einen anderen Grund hatte.

Winterdepression als Ursache für Berufsunfähigkeit?

Psychische Krankheiten zählen seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Daher sollten psychische Probleme in jedem Fall ernst genommen werden.

Ursachen für Berufsunfähigkeit 2016FrauenMänner
Psyche35%25%
Bewegungsapparat14%21%
Krebs23%15%

Quelle: gdv.de

Die Winterdepression ist eine psychische Erkrankung, deren Symptome Jahr für Jahr wieder auftreten. Ausprägung und Dauer der Krankheit sind sehr unterschiedlich. Patienten, die an einer schweren Form der Winterdepression leiden, kann es passieren, dass sie arbeitsunfähig werden oder in Frührente gehen müssen. (Auf der Themenseite der Apotheken-Umschau kommt ein Betroffener zu Wort.)

Depressionen zählen zu den psychischen Erkrankungen und können in schweren Fällen zu einer Berufsunfähigkeit führen (Informationen zum Thema: Absicherung der Arbeitskraft bei Depressionen finden Sie unter Berufsunfähigkeitsversicherung und Depressionen).

Behandlung durch Mediziner

Wird eine Winterdepression diagnostiziert, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Häufig besteht die Behandlung aus einer Mischung von Gesprächstherapie, Lichttherapie mit Tageslichtlampen sowie einer medikamentösen Behandlung. Aber auch Sport und Bewegung sind festes Bestandteile der Heilbehandlung.

Lichttherapie

Die Lichttherapie wird mit Hilfe von Tageslichtlampen durchgeführt. Sie eignet sich zur Vorbeugung von Winterdepressionen, hilft aber auch, wenn man bereits in einer Winterdepression steckt. Betroffenen wird eine tägliche Anwendung empfohlen. Die Lichtintensität von Tageslichtlampen liegt zwischen 2.500 und 10.000 Lux.

Fazit

Das beste Mittel gegen eine Winterdepression ist Licht. Wer sich gegen seelische Verstimmungen im Winter wappnen möchte, sollte den täglichen Spaziergang im Tageslicht fest in den Alltag integrieren und regelmäßig Sport treiben. So steigt der Serotoninspiegel und man ist gewappnet gegen winterliche Melancholie.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.12.2018 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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