Arbeitsunfähigkeitsversicherung

ArbeitsunfähigkeitsversicherungDie Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen. Denn sie sichert den Lebensstandard ab, wenn der Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausgeübt werden kann. Wer keine solche Versicherung abgeschlossen hat, muss damit rechnen, enorme finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen, wenn es zur Arbeitsunfähigkeit kommt, Denn die gesetzliche Leistungen sind in diesem Bereich nur gering und schwer zu erhalten.

Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit: Wo liegt der Unterschied?

Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit wird oft äquivalent zum Begriff der Berufsunfähigkeit benutzt. An sich bezeichnen die beiden zwar einen ähnlichen Zustand, streng genommen, unterschieden sich die Terminologien jedoch voneinander. Denn ursprünglich stammt der Begriff der Arbeitsunfähigkeit aus dem Bereich der gesetzlichen Versicherungen, also gehört er in den Bereich der Kranken- Pflege und Rentenversicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist hingegen immer eine privat abgeschlossenen Versicherung, um die sich jeder selbst kümmern muss. Umgangssprachlich werden die beiden Begriffe allerdings häufig gleichbedeutend behandelt, weshalb im folgenden die Arbeitsunfähigkeitsversicherung als private Absicherung thematisiert wird.

Wie schließt man eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ab?

Gesundheitsprüfung absolvieren

Wer sich für den Abschluss einer privaten Arbeitsunfähigkeitsversicherung entschließt, muss zunächst einige Gesundheitsfragen des Versicherers beantworten. So kann der Versicherungsanbieter abschätzen, wie hoch das Risiko des Antragstellers ist, arbeitsunfähig zu werden. Wer in diesem Fall Vorerkrankungen wie Rheuma, Krebs oder psychische Probleme hat, der kann Schwierigkeiten beim Abschluss bekommen. Denn je höher das Risiko für den Versicherer ist, desto niedriger die Chance des Antragstellers auf einen Vertrag. In einigen Fällen kann der Versicherer auch Risikoausschlüsse vornehmen, sodass zwar ein Vertrag zustande kommt, der Versicherte erhält dann allerdings keine Leistungen, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch eine der aufgeführten Krankheiten verursacht wurde.

Fragen wahrheitsgemäß beantworten

Wichtig bei dem Vertragsabschluss ist, dass alle Fragen ehrlich beantwortet werden. Denn wenn dem Versicherten im Leistungsfall nachgewiesen werden kann, dass er bei den Gesundheitsfragen (Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsprüfung) falsche Aussagen gemacht hat, kann es zum Leistungsausschluss und zur Kündigung des Vertrags kommen. Der Versicherte hat dann die Versicherungsbeiträge umsonst bezahlt. Um die richtige Versicherung zu finden, bietet sich zum einen ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherer an, außerdem kann ein Versicherungsmakler konsultiert werden, oder die Tarife können per Rechner selbsttätig miteinander verglichen werden.

Anonyme Voranfrage bei Vorerkrankungen

Wenn Vorerkrankungen bestehen und sich der Antragsteller nicht sicher ist, ob der Arbeitsunfähigkeit-Vertrag zustande kommen kann, lohnt sich eine anonyme Vorantrage bei den Versicherern. Auf diese Weise erfährt der Antragsteller, welcher Versicherer ihn trotz der Vorerkrankung aufnehmen würde und läuft nicht Gefahr, in dem Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer gespeichert zu werden. Wer dort eimal eingetragen wurde, der hat oft Schwierigkeiten, eine neue Versicherung abzuschließen, selbst wenn der relevante Zeitraum (in der Regel 3-5 Jahre) der Vorerkrankung schon verstrichen ist.

Auch Beruf und Hobbys sind beim Abschluss relevant

Nicht nur Vorerkrankungen können sich negativ auf die Abschlusschancen auswirken, auch die Ausübung riskanter Hobbys oder Berufe sind den meisten Versicherern ein Dorn im Auge. Dachdecker beispielsweise, Gerüstbauer, Köche oder auch Krankenschwestern haben oft Schwierigkeiten, ihre Arbeitskraft durch eine private Versicherung abzusichern. Auch Personen, die als Hobby Extremsportarten wie Bungee Jumping oder Skispringen haben, müssen entweder mit einem finanziellen Zuschlag oder mit einem Ausschluss rechnen.

Berufsgruppen, die selten eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung abschließen können sind unter anderem:

  • Dachdecker
  • Gerüstbauer
  • Fliesenleger
  • Freie Künstler
  • Köche
  • Pilot
  • Krankenschwester

Kosten einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Die Beitragshöhe einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist individuell verschieden, denn sie berechnet sich aus unterschiedlichen Faktoren, vorrangig aus

  • dem Alter des zu Versichernden
  • der Laufzeit des Vertrags
  • die Höhe der gewählten Rente
  • der Berufsgruppe
  • und den Vorerkrankungen des Versicherten.

Dass die Berufsgruppe einen besonders hohen Einfluss auf die Höhe des Beitrags hat, zeigt sich durch die folgende Beispielsrechnung: Während ein 30-jähriger Kaufmann ohne schwere Vorerkrankungen bei einem renommierten Versicherer monatlich etwa 40 Euro für die Absicherung seiner Arbeitskraft zahlen würde, muss ein gleichaltriger Handwerker mit einer Prämie von etwa 80 Euro im Monat rechnen.

Günstige Prämien durch frühen Abschluss

Am Preis einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann man besonders sparen, wenn man den Vertrag bereits in jungen Jahren abschließt. Denn je jünger (und damit auch in der Regel gesünder) der Versicherte ist, desto geringer sind die Beiträge. Insgesamt zahlt man dann war länger in die Versicherung ein, man genießt jedoch auch länger den Schutz der privaten Arbeitskraftabsicherung. zudem kann man bereits in der Ausbildung oder während des Studium eine Arbeitskraftabsicherung abschließen, wenn man weiß, dass man später einen Risikoberuf ausüben wird. Dadurch sichert man sich bereits früh den Zugang zur Versicherung und geringe Beitragskosten.

Wie hoch soll die Rente sein?

Wer eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung abschließt, steht vor der Frage, wie hoch die Versicherungssumme, bzw. die monatliche Rente gewählt werden soll. Generell empfiehlt sich die Höhe der Rente auf mindestens 70 bis 80 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens festzulegen. Wer also beispielsweise 2000 Euro netto monatlich verdient, sollte eine Arbeitsunfähigkeitsrente von mindestens 1.500 bis 1.600 Euro festlegen. So kann sichergestellt werden, dass der Lebensstandard bei Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit nicht absinkt.

Das sollte eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung leisten

Da die gesetzlichen Leistungen bei dem Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit kaum nennenswert sind, ist die wichtigste Rolle der privaten Absicherung der Erhalt der Arbeitsunfähigkeitsrente. Die Rentenzahlung kann dann in Anspruch genommen werden, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf voraussichtlich für die nächsten sechs Monate nicht mehr ausgeübt werden kann. Geleistet wird, sobald eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent vorliegt. Den Grad der Berufsunfähigkeit legt der behandelnde Arzt fest. Der Versicherte muss das Attest über die Arbeitsunfähigkeit an den Versicherer weiterleiten, um die Leistungen zu erhalten.

Auf Abstrakte Verweisung achten

Bei dem Abschluss einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung sollte darauf geachtet werden, dass in den Vertragsbedingungen die Klausel zum Verzicht auf die abstrakte Verweisung integriert ist. Denn die abstrakte Verweisung besagt, dass der Versicherte bei dem Eintritt einer Berufsunfähigkeit auf die Ausübung eines anderen Berufes verwiesen werden kann. Und das unabhängig davon, ob es tatsächlich konkrete Jobaussichten in diesem Bereich gibt. In der Regel ist diese Klausel jedoch bei den meisten renommierten Versicherern mittlerweile ausgeschlossen. Trotzdem sollte dies vor dem Vertragsabschluss noch einmal überprüft werden, sonst kann es im Leistungsfall zu bösen Überraschungen kommen.

Testergebnisse von Arbeitsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich

Auf der Suche nach einer geeigneten Arbeitsunfähigkeitsversicherung können aktuelle Testergebnisse von renommierten Testinstituten dabei helfen, die verschiedenen Tarife zu vergleichen. Im neusten Risikovorsorge-Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) können besonders Canada Life, die Nürnberger und die Arag überzeugen. Testsieger wurden in der Analyse diejenigen Anbieter, die umfassende Leistungen bei gleichzeitig niedrigen Prämien anbieten. Im Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2015 konnten besonders die Hanse Merkur mit dem Tarif „SBU Profi Care“, die Provinzial Rheinland mit dem Tarif „SBU Top SBV“ und die Europa mit dem Tarif „SBU Vorsorge Premium E-B1“ überzeugen.
Wer sich nicht auf die – teilweise recht unterschiedlich ausfallenden – Testergebnisse verlassen möchte, dem ist durch die Beratung durch einen Versicherungsexperten geholfen. Gerne können Sie sich zu diesem Thema kostenlos von unseren unabhängigen Versicherungsmaklern beraten lassen. Telefonisch unter 030/ 922 77 527 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.