Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) schließt für Ingenieure die finanzielle Lücke zwischen gesetzlicher Absicherung und gewohntem Lebensstandard.
  • Für den Ernstfall vorzusorgen ist nicht nur für Betroffene wichtig, sondern auch für deren Angehörige.
  • Je nachdem ob man als Ingenieur angestellt, freiberuflich oder selbständig arbeitet, müssen bei einer Berufs­unfähig­keits­versiche­rung unterschiedliche Dinge beachtet werden.
  • Die Kosten einer BU für Ingenieure richten sich neben anderen Faktoren danach, ob sie selbst körperlich oder vor allem am Schreibtisch arbeiten.
  • Grundsätzlich sind aber Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen für Ingenieure vergleichsweise günstig zu haben.

Auch Ingenieure sollten sich gegen Berufs­unfähigkeit absichern

Für Ingenieure ist der Abschluss einer Berufs­unfähig­keits­versiche­rung dringend zu empfehlen. Dies gilt gleichermaßen für angestellte als auch für selbständige Ingenieure, da der Staat nur eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit bietet und diese sehr niedrig ausfällt. Selbständige erhalten unter Umständen nicht einmal diese, wenn sie nicht lange genug in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Besonders günstig sind private Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen für Ingenieure, die hauptsächlich im Büro arbeiten. Doch auch für alle anderen stehen die Chancen auf eine gute BU-Absicherung gut. Um die besten Angebote zu finden sollte man vor der Wahl eines Versicherers und Tarifs einen unabhängigen Tarifvergleich durchführen.

Der Ingenieursberuf: angestellt, freiberuflich oder selbständig?

Je nachdem ob Ingenieure freiberuflich, selbständig oder angestellt tätig sind, unterscheidet sich auch ihre Absicherung für den Berufsunfähigkeitsfall.

  • Angestellte: Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt eine Erwerbs­minderungs­rente bei Erwerbsunfähigkeit. Gegen Berufsunfähigkeit sind alle nach 1961 Geborenen nicht abgesichert.
  • Freiberufler und Selbständige: Unter bestimmten Umständen können bzw. müssen freiberuflich oder selbständig tätige Ingenieure sich bei ihrer zuständigen Landeskammer anmelden. Dann können sie über das zugehörige Versorgungswerk eine Berufs­unfähig­keits­rente erhalten. Die Höhe dieser BU-Rente hängt von den eingezahlten Beiträgen des Versicherten ab, fällt jedoch generell eher gering aus. Es gelten außerdem relativ strenge Voraussetzungen dafür, die Rente tatsächlich zu erhalten. So muss man mindestens zwei Jahre lang eingezahlt haben, und die Rente wird nur befristet gewährt und muss nach einer festgelegten Zeit neu beantragt werden. Zudem gibt es keinen Inflationsausgleich oder ähnliches. Eine private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung ist darum auch für selbständige Ingenieure wichtig, um Versorgungslücken zu schließen.


Das leistet BU für Ingenieure

Die private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung dient dazu, den bisherigen Lebensstandard abzusichern, falls man berufsunfähig wird. Monatlich zahlt man eine Versicherungsprämie, im Gegenzug zahlt der Versicherer dann im Leistungsfall eine monatliche Berufs­unfähig­keits­rente in vorher festgelegter Höhe aus. Bestimmte Zusatzleistungen wie z.B. eine Arbeits­unfähig­keits­versiche­rung oder eine Dynamik zum Inflationsausgleich lassen sich außerdem bei vielen Versicherern vereinbaren.

… mehr zu den Leistungen der BU

Tipp: Abstrakte Verweisung im Vertrag ausschließen

Ingenieure absolvieren meist eine langjährige und komplizierte Ausbildung. Anschließend sind sie hochspezialisierte Experten in ihrem Fachbereich. Daher ist es gerade für sie wichtig, darauf zu achten, dass ihre Berufs­unfähig­keits­versiche­rung keine abstrakte Verweisung enthält. Die meisten Versicherer verzichten inzwischen auf diese Klausel. Einige versuchen jedoch Klauseln mit ähnlichen Inhalten in ihren Versicherungsbedingungen unterzubringen. Daher ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen stets genau zu lesen.


Kosten der BU für Ingenieure

Die Kosten einer Berufs­unfähig­keits­versiche­rung werden unter anderem anhand der vereinbarten BU-Rente und der zu versichernden Tätigkeit festgelegt. Einige Versicherer prüfen das Risikoprofil eines Ingenieurs sehr gründlich, bevor sie einen Versicherungsantrag annehmen. Je nach genauen Ingenieurberuf können sich die Preise leicht unterscheiden. Außerdem sind auch andere Faktoren wie das Alter, Vorerkrankungen oder etwaige gefährliche Hobbys des zu Versichernden relevant.

Körperliche Tätigkeiten verteuern Versicherung

Die Differenzierung nach dem Anteil der körperlichen Arbeiten ist maßgeblich bei vielen Versicherungsunternehmen. Wer Tag für Tag ausschließlich im Innendienst am Schreibtisch arbeitet, darf einen günstigeren Versicherungsschutz erwarten als Ingenieure, die häufig auf Baustellen unterwegs sind. Das liegt daran, dass der Außendienst und die praktische Tätigkeit auf einer Baustelle ein höheres Risiko bergen, diesen Beruf irgendwann einmal nicht mehr ausüben zu können.

Kosten­beispiele der BU für verschiedene Ingenieurs­berufe

Ingenieurs­berufMonats­beitrag*
Maschinenbau­ingenieur/inab 29 €
Elektro­ingenieur/inab 29 €
Bau­ingenieur/inab 34 €
Vermessungs­ingenieur/inab 34 €

(Berechnungsgrundlage: Alter 29, 1.000 Euro BU-Rente, 50% körperliche Tätigkeit)
 

Beispiele für verschiedene Renten­höhen

Vorgaben

  • Geburtsdatum: 01.06.1991
  • Schlussalter: 67
  • Beruf: Bauingenieur/in (Anteil Bürotätigkeit: 80%)
BU-RenteMonatsbeitrag*
1.000 €30 €
1.500 €45 €
2.000 €60 €

*gerundet

Individuelle Beratung wichtig

Da sich die Kosten der Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für Ingenieure stark unterscheiden können, es dabei jedoch auf die individuelle Lebenssituation der versicherten Person ankommt, empfiehlt es sich auf jeden Fall, sich professionell beraten zu lassen. Unsere BU-Experten helfen Ihnen gerne bei der Suche nach der für Sie passenden Versicherung. Sie erreichen uns montags bis freitags 9-18 Uhr unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Gern können Sie auch das folgende Vergleichsformular nutzen.


Testergebnisse der BU für Ingenieure 2020

Das Deutsche Finanz-Service Institut hat im Mai 2019 eine umfangreiche Studie zur Berufs­unfähig­keits­versiche­rung veröffentlicht. Die Qualität der Tarife wurde für viele verschiedene Berufe bewertet. Das Gesamtergebnis setzt sich zu 40 Prozent aus den Tarifbedingungen, zu 35 Prozent aus den Beiträgen und zu einem Viertel aus der Finanzstärke des Versicherers zusammen. In der Berufsgruppe Angestellte ist einer der Modellkunden ein Elektroingenieur.

Für Elektroingenieure gibt es zwei Tarife, die insgesamt hervorragend sind. Je nachdem, welche der drei Bewertungskriterien einem persönlich wichtig sind, gibt es jedoch noch weitere empfehlenswerte Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen für Ingenieure (Quelle).

Daten des Beispielkunden:

  • Elektroingenieur
  • Alter: 40 Jahre
  • Endalter: 67 Jahre
  • BU-Rente: 1.600 €
  • Bürotätigkeit 70%, körperliche Tätigkeit 15%, Reisetätigkeit 15%

Die Testsieger der DFSI-Studie von 2019

  • Allianz: Selbstständige BerufsunfähigkeitsPolice (OBU)
  • Canada Life: Berufsunfähigkeitsschutz
  • Continentale: Continentale PremiumBU (PBU)
  • Ergo: ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Europa: EUROPA Berufsunfähigkeitsversicherung (E-BU)
  • LV1871: Golden BU
  • Neue Bayerische Beamten: BU PROTECT Komfort bzw. BU PROTECT young Komfort
  • Nürnberger: Berufsunfähigkeitsversicherung SBU2910DP
  • Swiss Life: Swiss Life SBU, MetallRente.BU, KlinikRente.BU


Tipps zum BU-Vergleich für Ingenieure

  • Ingenieure verdienen normalerweise gut und sollten deshalb auch bei ihrer BU-Rente dafür sorgen, dass diese im Bedarfsfall tatsächlich die Einkommenslücke schließt. Sie sollten demgemäß eine ausreichend hohe BU-Rente versichern und sich die Preise hierfür bei den einzelnen Versicherern genau anschauen.
  • Die Versicherungsbedingungen sollten keine abstrakte Verweisung enthalten. Diese würde es dem Versicherer ermöglichen, Sie auf einen anderen, noch ausübbaren Beruf zu verweisen, wenn Sie berufsunfähig werden.
  • Eine gute Versicherung sollte außerdem Nachversicherungsgarantien beinhalten. Wenn dies der Fall ist, können Sie auch im Nachhinein noch die versicherte BU-Rente erhöhen, z.B. wenn sie eine neue Stelle mit höherem Gehalt angetreten haben. Dies ist dann ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich.
  • Für selbständige Ingenieure ist die Umorganisationsklausel wichtig. Mit dieser wird geregelt, ob und wie genau die versicherte Person verpflichtet ist, im Fall ihrer Berufsunfähigkeit den eigenen Betrieb umzustrukturieren, um dort weiter arbeiten zu können. Im Idealfall ist festgelegt, dass keine Umstrukturierung notwendig ist.

Fazit: Tarif­vergleich hat oberste Priorität

Bevor man sich für einen Versicherer entscheidet, sollten verschiedene Tarife verglichen werden. Hierbei können Sie sich von einem unserer unabhängigen Versicherungsmakler unterstützen lassen. Diese sind auf die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung spezialisiert und kennen die Anbieter, die für Ingenieure besonders geeignet sind.

Gern können Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 täglich von 9 bis 18 Uhr erreichen. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@transparent-beraten.de oder nutzen Sie unser kostenloses Vergleichsformular. Als erfahrener Versicherungsmakler im Bereich der Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen helfen wir Ihnen gern weiter.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28.01.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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