Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) ist auch für Juristen sinnvoll, um für die Zukunft und ggf. die Familie vorzusorgen.
  • Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit kann bei Juristen recht unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob sie in einem Unternehmen angestellt, freiberuflich oder als Beamte arbeiten.
  • Am schlechtesten abgesichert sind angestellte Juristen, doch auch bei Freiberuflern und Beamten können sich im Ernstfall große Versorgungslücken auftun.
  • Die Auslöser für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig – jeder Vierte bis Fünfte wird berufsunfähig. Oft aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Burnout.

Juristische Berufe sind vielfältig: Eine BU ist jedoch für alle sinnvoll

Die Bandbreite der juristischen Berufe ist groß: Juristen können in einem Unternehmen als Angestellte beschäftigt sein, mit einer Kanzlei selbständig oder beispielsweise bei einem Gericht verbeamtet sein. Auch wenn für jede Situation etwas andere Bedingungen gelten, sollten sich alle Juristen gegen den Verlust ihrer Arbeitskraft absichern. Auch bei Menschen, die hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten, kann aufgrund von psychischen oder anderen schweren Erkrankungen wie Krebs Berufsunfähigkeit eintreten.

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Die gesetzliche Absicherung reicht oft nicht

  • Angestellte: Alle, die als normale Arbeitnehmer arbeiten, zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, und haben damit bei Berufsunfähigkeit Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Diese wird jedoch erst gezahlt, wenn 100% Berufsunfähigkeit vorliegt. Zudem fällt sie bei weitem zu niedrig aus, um den vorherigen Lebensstandard halten zu können.
  • Freiberufler: Freiberufler bzw. Selbständige sind in der Regel nicht über die gesetzliche Rentenversicherung versichert, es sei denn, sie haben in ihrem vorherigen Berufsleben Ansprüche darauf erworben. Als freiberuflicher Anwalt oder Notar ist man normalerweise über ein berufsständisches Versorgungswerk versichert. Auch hier wird die BU-Rente jedoch erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit ausgezahlt, es muss also die Zulassung zurückgegeben sein, bevor die Rente bewilligt wird.
  • Beamte: Der Staat sichert Beamte deutlich besser gegen Berufsunfähigkeit ab als andere Arbeitnehmer. Sie erhalten im Fall von Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt. Dieses bemisst sich allerdings nach der Dienstzeit. Beamte auf Probe oder auf Widerruf erhalten unter Umständen gar nichts. Darum ist auch für sie eine private Vorsorge wichtig.


Berufs­­unfähig­­keits­­rente der Versorgungs­­werke vs. private BU

KriterienVersorgungswerkPrivate BU
Wann erfolgt die Leistung?Nur bei 100% Berufs­unfähigkeitBereits bei 50%iger Berufs­unfähigkeit
RentenhöheAbhängig von den eingezahlten Beiträgen (aktuell durchschnittlich etwa 2000 € bei Zahlung des Höchst­beitrags)Selbst bestimmbar
Gesundheits­prüfungKeineBei Antrag­stellung
Verweisungs­möglichkeitenUmfangreichKann in Vertrags­bedingungen ausgeschlossen werden
WartezeitAbhängig vom jeweiligen Versorgungs­werk; zwischen 0-5 JahrenKeine

Leistungen der BU für Juristen

Eine private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung leistet bereits bei teilweiser Berufsunfähigkeit von 50% und zahlt eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente aus. Die Höhe der Rente kann innerhalb gewisser Grenzen selbst festgelegt werden. Abhängig davon steigen dann die Kosten.

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Beamte: Versicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel

Für Beamte und Juristen im öffentlichen Dienst wird die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung Dienstunfähigkeitsversicherung genannt. Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist der BU sehr ähnlich, allerdings sollte eine sogenannte „echte“ Dienstunfähigkeitsklausel enthalten sein. Diese besagt, dass der Beamte bereits dann als berufs- bzw. dienstunfähig gilt, wenn er in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde. Der Versicherer prüft dann nicht noch einmal separat, ob wirklich Berufsunfähigkeit in seinem Sinne vorliegt.

… mehr zum Thema BU für Beamte

Tipp für Selbständige: Achten Sie auf die Um­organi­sations­klausel

Selbständig tätige Juristen, die eine Kanzlei betreiben, sollten in ihrem BU-Versicherungsvertrag darauf achten, dass er keine Klausel zur Umorganisation enthält. Die Klausel würde es dem Versicherer ermöglichen, die Zahlung der Rente zu verweigern, wenn der Versicherte seine Kanzlei so umorganisieren könnte, dass er trotz Krankheit noch weiterarbeiten könnte. Die einzige Einschränkung dabei: Die Einkünfte dürfen nicht mehr als 20 Prozent zurückgehen.


Kosten der BU für Juristen

Juristen sind im Allgemeinen recht einfach zu versichern. Sind sie ausschließlich im Innendienst tätig, dann wird ihr Risiko, die Arbeitskraft zu verlieren, in der Regel als recht gering eingestuft. Das liegt daran, dass eine Schreibtischtätigkeit meist auch beispielsweise mit einer körperlichen Behinderung noch recht gut ausgeübt werden kann. So ist das Risiko für den Versicherer gering, dass der Versicherungsfall der Berufsunfähigkeit tatsächlich eintritt. Deshalb dürften Juristen in der Regel davon ausgehen können, leicht einen guten und preiswerten Versicherungsschutz zu finden.

Die konkreten Kosten der Versicherung richten sich jedoch immer nach den individuellen Gegebenheiten der zu versichernden Person. Hierzu zählen neben der konkreten Tätigkeit beispielsweise das Alter, eventuelle Vorerkrankungen und ob risikoreiche Hobbys ausgeübt werden.

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Kostenbeispiel: Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für Juristen

Vorgaben

  • Geburtsdatum: 01.06.1980
  • Schlussalter: 67
  • Beruf: Jurist/in (ca. 80 Prozent Bürotätigkeit)
BU-RenteMonatsbeitrag*
1.000 €46 €
1.200 €55 €
1.500 €68 €

*gerundet

Mit unserem Formular können Sie direkt einen kostenfreien Vergleich der aktuellen BU-Tarife anfordern. Natürlich können Sie uns auch persönlich erreichen unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.


Die besten BU-Tarife für Juristen 2020

Das Deutsche Finanz-Service-Institut hat in 2019 die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für viele verschiedene Berufe bewertet. Unter anderem hat es sich für die Testkunden „selbständiger Rechtsanwalt“ und „verbeamtete Staatsanwältin“ entschieden. Für beide gibt es eine Reihe hervorragender Tarife, drei beispielhafte finden Sie in der unten stehenden Tabelle.

Bewertet wurden drei Teilbereiche mit unterschiedlicher Gewichtung: Tarifbedingungen mit 40 Prozent, Beitragshöhe mit 35 Prozent und die Finanzkraft des Versicherers mit 25 Prozent (Quelle).

Daten der Beispielkunden: Rechtsanwalt (Alter: 33, BU-Rente: 1.800 €) und Staatsanwältin (Alter: 30, BU-Rente: 900 €).

Die Testsieger: Rechts­anwalt und Staats­anwältin

Rechts­anwalt
(selbständig)
Staats­anwältin
(verbeamtet)
Basler:
Basler BU BP, BPL, BPS
Allianz:
Selbst­ständige BU-Police (OBUU)
Ergo:
ERGO BU
Alte Leipziger:
SecurAL (Tarif BV10)
Nürnberger:
BU SBU2910DP
Continentale:
Continentale PremiumBU (PBU)


Tipps für den Tarif­vergleich

  • Achten Sie je nach Ihrer persönlichen Situation auf die Aspekte, die genau für Sie wichtig sind: Für Beamte ist dies die Dienstunfähigkeitsklausel, für Selbständige die Umorganisations­klausel (mehr zu Klauseln und Regelungen).
  • Der Versicherungsvertrag sollte keine abstrakte Verweisung enthalten. Dies ist ein Passus, der es den Versicherern ermöglicht, Sie im Berufsunfähigkeitsfall auf einen anderen Beruf zu verweisen, den Sie von Ihren gesundheitlichen Kräften her noch ausüben könnten.
  • Wenn Sie noch am Anfang Ihrer Karriere sind, oder sogar noch Student sind, können Sie von besonders günstigen Tarifen mit evtl. sogar vereinfachten Gesundheitsfragen profitieren.

Fazit: BU auch für Juristen sinnvoll

Auch als Jurist lohnt sich eine private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung, trotz der Absicherung über die berufsständischen Versorgungswerke. Diese ist zwar etwas besser als die Erwerbsminderungsrente für Versicherte der gesetzlichen Kassen, doch die Hürden, bis es zur Auszahlung einer Rente kommt, sind ähnlich hoch. Um sich als Arbeitnehmer oder als Selbständiger gut und preiswert zu versichern, sollte man auf jeden Fall verschiedene Tarife vergleichen. Unsere erfahrenen Versicherungsmakler können den BU-Tarif für Sie finden, der das für Sie optimale Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Sie können uns von 9-18 Uhr telefonisch erreichen unter 030 – 120 82 82 8 – oder Sie schreiben uns eine E-Mail an kontakt@transparent-beraten.de. Natürlich können Sie auch unser kostenloses BU-Vergleichsformular nutzen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.03.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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