Berufsunfähigkeitsversicherung für Künstler

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Künstler wie für andere Berufsgruppen ist eine Absicherung des Lebensunterhalts über eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) sehr wichtig.
  • Ob und zu welchen Konditionen freiberufliche Künstler eine BU abschließen können, hängt jedoch von der konkret ausgeübten Tätigkeit ab.
  • So erhalten Autoren und Mediengestalter vergleichsweise einfach und günstig eine BU, für Schauspieler, Musiker oder Tänzer kann es jedoch schwierig werden.
  • In diesen Fällen lohnt es sich, nach alternativen Versicherungen Ausschau zu halten. Unsere erfahrenen Versicherungsmakler helfen Ihnen dabei gerne.

Ist eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für Künstler sinnvoll?

Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung ist für Künstler enorm sinnvoll, da sie, je nachdem welche Kunst konkret ausgeübt wird, ein hohes Risiko haben, berufsunfähig zu werden. Bei Tänzern, Malern oder Sängern beispielsweise ist es essenziell wichtig, dass bestimmte Bereiche des Körpers ohne Abstriche unversehrt bleiben. Aus demselben Grund ist es leider oft schwierig für diese Berufsgruppe, eine leistungsstarke Berufs­unfähig­keits­versiche­rung zu bekommen.

Basis­absicherung über die Künstler­sozial­kasse (KSK)

Kunstschaffende und Publizisten können sich, trotz ihres Freiberufler-Status, in der gesetzlichen Kranken- und Renten­versicherung versichern. Dies ist über die Künstler­sozialkasse möglich, die 50% der Beiträge übernimmt (jenen Teil, der bei Angestellten vom Arbeitgeber bezahlt wird). Aufgenommen werden kann jeder Künstler, der auf Dauer erwerbsmäßig selbständig oder freiberuflich einen künstlerischen Beruf ausübt. Hierzu zählen auch lehrende Tätigkeiten.

Bei Aufnahme in die KSK wird nach dem Künstler­sozial­versiche­rungs­gesetz (KSVG) die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflege­versicherung von der Versicherung übernommen. Dafür muss der Künstler einen entsprechenden Beitrag zahlen, der sich in der Höhe nach seinem Einkommen richtet.

KSK zahlt Erwerbs­minderungs­rente

Die Künstler­sozialkasse übernimmt ggf. auch die Zahlung einer Erwerbs­minderungsrente bei Berufsunfähigkeit. Um eine entsprechende Rente zu erhalten, müssen dieselben Bedingungen wie bei allen anderen gesetzlich Versicherten erfüllt sein. Diese fällt jedoch wie bei diesen auch sehr niedrig aus und reicht kaum, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

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Leistungen der BU für Künstler

Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung zahlt im Fall, dass die versicherte Person ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, eine vorher festgelegte monatliche Rente aus. Die Höhe der Berufs­unfähig­keits­rente kann innerhalb bestimmter Grenzen selbst bestimmt werden, sollte jedoch 1.000 Euro nicht unterschreiten.

Zudem können verschiedene Zusatzleistungen gebucht werden, wie z.B. eine Arbeits­unfähig­keits­versiche­rung, die auch bei vorübergehender, längerer Krankheit zahlt, oder eine Nachversicherungsgarantie. Diese ermöglicht es, auch nachträglich noch den versicherten Betrag anzuheben.

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Ist eine BU für Künstler bezahlbar?

Die Preise für eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für Künstler richtet sich, ähnlich wie bei anderen Berufen auch, nach der konkret ausgeübten Tätigkeit. So können sich Journalisten oder Schriftsteller vergleichsweise günstig versichern, da ihre Tätigkeit hauptsächlich aus Schreibtischarbeit besteht. Schauspieler, Musiker oder Tänzer hingegen haben es schwer, überhaupt einen BU-Vertrag zu bekommen, da ihr Risiko, berufsunfähig zu werden, vergleichsweise hoch ist. So führt z.B. bei einer Violinistin bereits eine Versteifung eines Fingers der linken Hand zu einer Berufsunfähigkeit. Darum bieten Versicherer diesen Berufsgruppen häufig nur eine Erwerbs­unfähig­keits­versiche­rung an.

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Kostenbeispiel der BU für Künstler (Schriftsteller):

Vorgaben

  • Geburtsdatum: 14.02.1991
  • Schlussalter: 67
  • Beruf: Schriftsteller/in
BU-RenteMonatsbeitrag*
1.000 €46 €
1.200 €55 €
1.500 €69 €

*gerundet

Schriftsteller versichern beispielsweise die Bayerische, die Basler, Signal Iduna, Advigon, Hanse Merkur und HDI.


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Welche künst­lerischen Berufe können problem­los ver­sichert werden und welche nicht?

Un­proble­matische
Berufe
Schwie­rig zu
ver­sichern­de
Berufe
Schrift­steller/in / Autor/inSchau­spieler/in
Journa­list/inTänzer/in
Medien­gestalter/inSänger/in
Fotograf/inMusiker/in
Musik­lehrer/inKunst­maler/in
Mode­designer/inTrapez­künstler/in


Alternativen zur Berufs­unfähig­keits­versiche­rung

Einige Versicherungen sichern zwar auch Kunstschaffende mit höherem Schadensrisiko ab, allerdings nur mit starken Leistungseinschränkungen. Meist lohnt dann ein Abschluss nicht mehr, so dass nach Alternativen Ausschau gehalten werden sollte. Die folgenden Versicherungen bieten Möglichkeiten, bestimmte Risiken trotzdem zu versichern.

  • Erwerbs­unfähig­keits­versiche­rung (EU): Diese Versicherung ist eine kostengünstige Alternative zur Berufs­unfähig­keits­versiche­rung und ähnelt der staatlichen Erwerbs­minderungs­rente. Wie diese wird bei der EU erst gezahlt, wenn die versicherte Person zu 100 Prozent dauerhaft arbeitsunfähig ist. Erwerbsunfähig zu sein bedeutet, dass gar kein Beruf mehr ausgeübt werden kann, auch einfachste Tätigkeiten nicht.
  • Dread-Disease-Versicherung: Die Dread-Disease-Versicherung erbringt bei Eintritt einer im Vertrag festgelegten Krankheit Leistungen. Im Gegensatz zur Berufs­unfähig­keits­versiche­rung wird keine Rente ausgezahlt, sondern ein einmaliger Betrag. Dieser ist vor allem dazu gedacht, die Bezahlung der medizinischen Behandlungen zu sichern oder Umbaumaßnahmen am Haus zu finanzieren. Die Auszahlung erfolgt nach der Diagnose und ist nicht abhängig davon, ob der Versicherte berufsunfähig ist.
  • Grund­fähigkeiten­versicherung: Eine Grund­fähigkeiten­versicherung schützt einzelne, vorvertraglich festgelegte Fähigkeiten der versicherten Person. Dazu zählen beispielsweise sehen, sprechen und hören.
  • Multi-Risk-Absicherung: Manche Versicherer bieten Kombi-Angebote zur Absicherung der Arbeitskraft an, die als Alternative zur Berufs­unfähig­keits­versiche­rung abgeschlossen werden können. Diese Produkte beinhalten meist einen Schutz vor dem Verlust von Grundfähigkeiten und zusätzlich noch die Absicherung bei schweren Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Manche Versicherungen schützen sogar bei dem Eintritt psychischer Beschwerden wie Depressionen und bei Demenz.

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Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen für Künstler im Test 2019

Da Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen für Kunstschaffende in vielen Fällen nur schwer zu bekommen sind, gibt es leider auch keine Tests speziell für diese Berufsgruppe. Einen Anhaltspunkt für den Vergleich bieten allgemeine Wettbewerbsanalysen wie zum Beispiel der „ServiceAtlas Berufsunfähigkeitsversicherer 2019“ von ServiceValue.

Versicherer mit Top-Bewertungen 2019, die auch unsere Experten empfehlen

Die Studie basiert auf Kundenurteilen. Betrachtet wurden das Produktangebot, die Versicherungsbedingungen, der Kundenservice, die Beratung und das Preis-Leistungs-Verhältnis (Quelle).

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Tipps für den BU-Tarifvergleich

  • Wenn Sie eine Kunst ausüben, die vor allem Schreibtischarbeit erfordert, gelten für Sie ähnliche Bedingungen wie für Selbständige. Achten Sie vor allem darauf, dass keine abstrakte Verweisung Teil des Vertrages ist und es eine Nachversicherungsgarantie gibt, damit Sie die BU-Rente später noch Ihrem Bedarf anpassen können.
  • Wenn Sie Angestellte beschäftigen, ist auch die Umorganisationsklausel wichtig für Sie. Diese regelt, zu welchen Veränderungen im Unternehmen Sie im Fall einer Berufsunfähigkeit verpflichtet sind, damit Sie dort noch weiter arbeiten können.
  • Wenn Sie vorhaben, international tätig zu sein, sollten Sie darauf achten, dass die Versicherung auch dies abdeckt und weltweiten Schutz bietet.
  • Alle freiberuflich Kunstschaffenden, deren Kunst vor allem auf Einsatz ihres eigenen Körpers beruht, sollten sich sehr genau informieren, ob Sie überhaupt eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung bekommen können oder ob die Versicherer nur eine Erwerbs­unfähig­keits­versiche­rung anbieten. Wenn dies der Fall sein sollte, lohnt es sich, Alternativen in Betracht zu ziehen, damit wenigstens eine Form der Absicherung besteht.

Fazit zur BU für Künstler

Für selbständige oder freiberufliche Künstler ist es genauso wichtig wie für Angestellte, sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit abzusichern. Da Kunstschaffende es oft schwer haben, eine passende Berufs­unfähig­keits­versiche­rung oder geeignete Alternativen zu finden, lohnt sich das Hinzuziehen eines Experten. Wenden Sie sich gerne an einen unserer erfahrenen Versicherungsberater. Wir helfen Ihnen gerne dabei, im Dschungel der Angebote den für Sie passenden Tarif zu finden. Sie erreichen uns per Telefon unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Gerne können Sie auch unser kostenloses Vergleichsformular nutzen und einen individuellen Vergleich online anfordern.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.04.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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