Berufsunfähigkeitsversicherung für Lehrer

Das Wichtigste in Kürze

  • Lehrer haben ein vergleichsweise hohes Risiko, berufsunfähig zu werden – eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) ist daher sehr wichtig.
  • Anspruch auf das Ruhegehalt für Beamte entsteht erst, wenn man mindestens 5 Jahre verbeamtet war. Eine private BU gilt dagegen ohne Wartezeit.
  • Wer als Beamter auf Probe oder auf Widerruf berufsunfähig wird, der wird ohne Absicherung entlassen und ist auf den kaum ausreichenden Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen.
  • Die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung ergänzt den gesetzlichen Schutz und schließt die finanzielle Lücke.
  • Im Test 2019 für Lehrer konnten u.a. die Versicherer Europa, Continentale und HDI überzeugen.

Lehrer haben hohes Risiko, berufsunfähig zu werden

Jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig – Lehrerinnen und Lehrer haben hierfür ein besonders hohes Risiko. Dies liegt an den besonders hohen Belastungen, denen Lehrer in ihrem Beruf ausgesetzt sind, wie Stress, Lärm und einem hohen Maß an Verantwortung. Psychische Krankheiten wie Burnout sind auf dem Vormarsch und gehören mittlerweile zu den Hauptgründen, aus denen Berufsunfähigkeit bei Lehrern eintritt. Darum sollten sich Lehrer ebenso wie andere Berufstätige um eine private Absicherung gegen den Verlust ihrer Arbeitskraft kümmern. Bei Beamten spricht man anstatt von einer Berufsunfähigkeitsversicherung von einer Dienstunfähigkeitsversicherung.

Die gesetzliche Absicherung für Beamte

Beamte erhalten von ihrem Dienstherrn ein Ruhegehalt, wenn sie ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen können und vorzeitig aus dem Dienst entlassen werden. Die Höhe des Ruhegehalts hängt von ihrem letzten Nettogehalt und von der Anzahl der Berufsjahre ab. Es beträgt maximal 71,75 % des letzten Gehalts. Aber nur, wer bereits auf eine lange Laufbahn zurückblicken kann, erhält diesen Höchstsatz. Wer dagegen erst kurz im Berufsleben steht, erhält einen wesentlich geringeren Prozentsatz. Deshalb ist gerade für junge Beamte eine Dienstunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Auch Beamte auf Probe oder Beamte auf Widerruf sollten sich privat absichern, denn sie erhalten gar kein Ruhegehalt.

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Die gesetzliche Absicherung für angestellte Lehrer

Immer mehr Lehrer sind nicht verbeamtet, sondern befinden sich in einem sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnis. In diesem Fall gilt für sie das gleiche wie für andere Angestellte: Sie haben Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, allerdings erst wenn sie neben dem Lehr- auch keinen anderen Beruf mehr ausüben können. Zudem fällt diese gesetzliche Leistung sehr niedrig aus und lässt Betroffene oft mit großen finanziellen Problemen zurück.

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Leistungen der BU für Lehrer

Das Pendant zur BU ist für Beamte die Dienstunfähigkeitsversicherung. Sie sorgt für die Zahlung einer Dienstunfähigkeitsrente, wenn ein Lehrer aus gesundheitlichen Gründen dienstunfähig wird. Sie ist somit sehr ähnlich der gewöhnlichen Berufs­unfähig­keits­versiche­rung. Der monatlich ausgezahlte Betrag wird bei Vertragsabschluss festgelegt und richtet sich nach den Wünschen des Versicherten und gewissen Grenzen, die der Versicherer vorgibt.

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Spezialisierte Versicherer für Beamte

Neben den gewöhnlichen BU-Versicherern gibt es auch Versicherer, die sich auf Beamte spezialisiert haben. Dies ist beispielsweise die Deutsche Beamtenversicherung DBV, die heute mit der AXA Versicherungsgruppe kooperiert. Die DBV ist als Beamtenversicherer seit vielen Jahren etabliert und deshalb auf echte Dienstunfähigkeitsversicherungen spezialisiert. Hier gibt es z.B. auch eine Police speziell für Dienstanfänger, die sich flexibel an die Beamtenlaufbahn anpassen lässt.

Wichtig für verbeamtete Lehrer: Echte Dienstunfähigkeitsklausel

Wer als Beamter eine BU abschließen möchte, sollte darauf achten, dass eine echte Dienstunfähigkeitsklausel im Vertrag enthalten ist. Diese muss besagen, dass der Versicherer im Berufsunfähigkeitsfall keine eigene Gesundheitsprüfung vornimmt, sondern die BU-Rente direkt gezahlt wird, wenn der Dienstherr den Lehrer in den Ruhestand versetzt. Viele Versicherungsbedingungen haben hier eine „unechte“ DU-Klausel, die diese Sicherheit nicht gewährt. Versicherte mit einer unechten DU-Klausel sind somit nicht ausreichend gegen Dienstunfähigkeit geschützt.


Kosten der BU für Lehrer

Die Kosten einer BU oder DU sind immer von der individuellen Lebenssituation abhängig und können deshalb schwer pauschal beziffert werden. Grundsätzlich gilt, dass die Versicherer die Beiträge immer danach berechnen, wie hoch sie das Risiko einschätzen, dass jemand berufsunfähig wird. Kostenvorteile bringt es, wenn man jung und gesund ist und einen wenig gefährlichen Beruf ausübt. Lehrer haben ein leicht erhöhtes Risiko auf Berufsunfähigkeit und werden darum meistens leider nicht in die günstigste Kategorie eingeordnet.

Kosten sind auch von Unterrichtsfächern abhängig

Die Kosten der BU hängen u.a. auch von den unterrichteten Fächern ab: Sind Sport oder Musik darunter, so steigen die Beiträge. Das liegt daran, dass es für Sport- und Musiklehrer wichtiger ist, dass ihre kompletten körperlichen Fähigkeiten erhalten bleiben, z.B. in den Händen zum Klavierspielen. Ein Geschichtslehrer hingegen könnte mit ein oder zwei unbeweglichen Fingern trotzdem relativ problemlos weiter unterrichten.

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Kostenbeispiel einer BU für einen angestellten Lehrer

Vorgaben

  • Geburtsdatum: 01.06.1981
  • Schlussalter: 67
  • Beruf: Lehrer/in (nicht verbeamtet)
BU-RenteMonatsbeitrag*
1.000 €82 €
1.200 €105 €
1.500 €138 €

*gerundet


Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis durch Tarif­vergleich finden

Trotz des erhöhten Risikos haben Lehrer gute Chancen, eine bezahlbare Berufs­unfähig­keits­versiche­rung zu finden. Wichtig ist, einen sorgfältigen Tarifvergleich durchzuführen, um den Tarif mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis herauszufinden. Hierbei helfen Ihnen gerne unsere unabhängigen Versicherungsmakler. Sie können uns gerne von montags bis freitags 9-18 Uhr unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de kontaktieren. Oder Sie nutzen das folgende Vergleichsformular.


Die besten BU-Tarife für Lehrer im Test

In einem Test des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) wurden 2019 auch BU-Tarife für Beamte, darunter einen Gymnasiallehrer, getestet. Das Institut betrachtete dabei die Versicherungsbedingungen, die Finanzstärke des Versicherers und die Beitragshöhe.

Daten des Beispielkunden:

  • Gymnasiallehrer (verbeamtet)
  • Alter: 32 Jahre
  • Endalter: 55 Jahre
  • BU-Rente: 1.000 €
  • Bürotätigkeit 90%, Reisetätigkeit 10%

Die Testsieger der DFSI-Studie von 2019*

  • Europa: EUROPA Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (E-BU) (Hervorragend)
  • Die Bayerische: BU PROTECT Komfort bzw. BU PROTECT young Komfort (Hervorragend)
  • Continentale: Continentale PremiumBU (PBU) (Sehr gut)
  • Ergo: ERGO Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (Sehr gut)
  • HDI: Ego Top (Sehr gut)

*Auswahl


Darauf müssen Sie beim Tarif­vergleich achten

  • Verbeamtete Lehrer sollten unbedingt darauf achten, dass sie eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung auswählen, die eine echte Dienstunfähigkeitsklausel beinhaltet. Ansonsten kann es sein, dass der Versicherer nicht zahlt, obwohl der Dienstherr eine Dienstunfähigkeit festgestellt und den Versicherten aus dem Dienstverhältnis entlassen hat.
  • Für Beamte, aber auch für Berufseinsteiger, ist eine gewisse Flexibilität der Versicherung wichtig. So ist es sehr sinnvoll, beispielsweise schon im Referendariat eine BU abzuschließen, da in jungem Alter die Prämien günstiger sind. Man sollte dann jedoch später noch Möglichkeiten haben, die BU-Rente zu erhöhen, wenn das Gehalt sich erhöht hat (Nachversicherungsgarantie), oder auch wieder zu senken. Dies kann für Beamte interessant sein, die sich schon lange im Dienst befinden und deren Ruhegehalt dementsprechend hoch ist. Dies sollte der Versicherer ohne Gesundheitsprüfung ermöglichen.
  • Zudem ist es wichtig, darauf zu achten, dass im Vertrag keine sogenannte abstrakte Verweisung enthalten ist. Diese könnte es dem Versicherer sonst ermöglichen, Sie auf einen anderen Beruf zu verweisen, den Sie noch ausüben könnten. In diesem Fall würde dann keine BU-Rente gezahlt.

Fazit: Tarif­vergleich hilft, Kosten zu sparen

Eine BU ist eine sehr individuelle Angelegenheit, gerade für Lehrer, deren Arbeitsverhältnisse sich innerhalb der Berufsgruppe sehr unterscheiden. Da die Kosten für Lehrer eher hoch sind, lohnt sich ein ausführlicher Tarifvergleich. Unsere BU-Experten helfen Ihnen gerne dabei, genau den richtigen Tarif für Ihre Situation zu finden. Rufen Sie uns einfach an unter 030 – 120 82 82 8 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@transparent-beraten.de. Selbstverständlich steht Ihnen auch unser Vergleichsformular zur Verfügung.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 03.02.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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