Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten und Azubis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) für Studenten und Azubis bietet viele Vorteile, wie lebenslang günstige Prämien.
  • Da der spätere Beruf als Student oder Azubi oft noch nicht feststeht, können so auch Menschen, die später einen risikoreichen Beruf anfangen, an eine gute und bezahlbare Versicherung gelangen.
  • Wenn das Geld während der Ausbildung nicht reichen sollte, besteht die Möglichkeit, dass für diese Zeit die Eltern die Versicherungsbeiträge übernehmen.
  • Wichtig ist es, auf ausreichende Nachversicherungsgarantien zu achten, und darauf, dass die von vielen Versicherern angebotenen Starter-Tarife sich auch wirklich lohnen. Hier hilft ein Tarifvergleich weiter.
  • Im aktuellen Test der BU konnten besonders die Versicherer Swiss Life, Continentale und HDI als beste Anbieter für Studenten und Azubis überzeugen.

Auch in jungem Alter schon sinnvoll: Die BU für Studenten und Azubis

Für Studenten und Auszubildende scheint eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung auf den ersten Blick wenig sinnvoll zu sein – schließlich haben sie ja noch gar keinen Beruf. Zudem haben junge Leute ein geringes Risiko, aufgrund von gesundheitlichen Problemen berufsunfähig zu werden. Studenten und Auszubildende verdienen noch relativ wenig – wenn überhaupt etwas – und eine BU-Versicherung ist ein zusätzlicher Kostenfaktor. Bei näherem Hinsehen ist jedoch der frühzeitige Abschluss einer Berufs­unfähig­keits­versiche­rung gerade für junge Menschen sehr interessant. Wer vor dem Vertragsabschluss auf einige wichtige Details achtet, profitiert über die Jahre von einem guten und günstigen Versicherungsschutz gegen den Verlust der Arbeitskraft.

Wann ist man berufsunfähig?

Wer berufsunfähig wird, der kann das Geld für seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen. Dieses Schicksal trifft mehr Menschen als man denkt, denn die Ursachen sind vielfältig. Rund 20 Prozent der Erwerbstätigen und damit jeder Vierte bis Fünfte muss irgendwann seinen Beruf aus psychischen oder physischen Gründen aufgeben.

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Minimaler gesetzlicher Schutz braucht Ergänzung

Arbeitnehmer haben nach einer Wartezeit von fünf Jahren Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie dem Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt nicht mehr voll zur Verfügung stehen. Diese Wartezeit gilt auch für Auszubildende. Sie sind lediglich für den Fall, dass sie einen Arbeitsunfall haben oder eine Berufskrankheit bekommen, geschützt. Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente zählt auch nicht der meist geringe Verdienst eines Auszubildenden, sondern wird vielmehr der Rentenversicherungsbeitrag, den der Berufseinsteiger bis zu seinem 60. Lebensjahr zahlen könnte, der Berechnung zugrunde gelegt. Dadurch verfügen Azubis über eine minimale gesetzliche Absicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit.

Studenten bekommen keine Erwerbsminderungsrente

Studierende jedoch haben nicht einmal diesen minimalen Schutz. Sie sind bis zu einer bestimmten Altersgrenze noch über ihre Eltern versichert und zahlen selbst keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch erwerben sie auch keinerlei Ansprüche für die Erwerbsminderungsrente und würden bei Berufsunfähigkeit direkt in die Grundsicherung fallen.

Auch Eltern können BU für ihre Kinder abschließen

Gerade wenn während der Ausbildungs- oder Studienzeit noch knappe Kasse herrscht, ist es auch möglich, dass die Eltern als Versicherungsnehmer der BU agieren. Sie sind damit zur Beitragszahlung verpflichtet, als versicherte Person kann jedoch das Kind angegeben werden.


Leistungen der BU für Studenten und Azubis

Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung sorgt dafür, dass man eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente erhält, wenn man berufsunfähig wird. Die Höhe der Rente richtet sich danach, was vorher mit dem Versicherer vereinbart wurde. Für Studenten und Azubis ist sie je nach Versicherer auf 1.000, 1.500 oder 2.000 Euro beschränkt, oder im Fall der Azubis auf z.B. das Doppelte des aktuellen Azubi-Gehalts.

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Spezielle Versicherungen für Studenten

Einige Berufsunfähigkeitsversicherer bieten einen speziellen Schutz für Studierende an. Bei der Alten Leipziger beispielsweise gilt für die Leistungsprüfung die Tätigkeit als Student. Nach dem Studium ist immer automatisch der ausgeübte Beruf versichert. Dies gilt auch, wenn die versicherte Person das Studium abbricht oder einen anderen Beruf aufnimmt. Studierende bestimmter Studiengänge, wie z.B. Jura, Humanmedizin oder Informatik werden direkt in die günstigste Gefahrenklasse eingestuft.


Was kostet eine BU für Studenten und Azubis?

Wer als Auszubildende oder als Student bereits in jungen Jahren eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung abschließt, erhält die Absicherung meist zu sehr günstigen Konditionen. Die Versicherer kalkulieren die Versicherungsprämie in der Regel anhand der Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherte berufsunfähig wird. Mit zunehmendem Alter steigt dieses Risiko, deshalb zahlen ältere Menschen, die eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung abschließen möchten, eine höhere Prämie für ihre Absicherung. Ein weiterer Vorteil für Studierende und Azubis ist, dass die Prämie auch später nicht angehoben wird, wenn sie in einen Beruf mit höherem Risiko wechseln.

Azubis: Gefahrenklasse richtet sich nach Ausbildungsberuf

Bei Azubis richten sich die Kosten der BU in der Regel nach dem Ausbildungsberuf. Ist dieser in einer ungünstigen Gefahrenklasse angesiedelt, weil es z.B. eine handwerkliche Tätigkeit ist oder man in dem Beruf Kontakt mit Gefahrenstoffen hat, lohnt es evtl. einen späteren Berufswechsel in einen weniger risikoreichen Beruf dem Versicherer anzuzeigen. Dann kann möglicherweise die Prämie gesenkt werden.

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Kostenbeispiel der BU für Studierende

Vorgaben

  • Geburtsdatum: 01.06.1995
  • Schlussalter: 67
  • Beruf: Student/in
BU-RenteMonatsbeitrag*
1.000 Euro38 Euro
1.200 Euro49 Euro
1.500 Euro70 Euro

*gerundet

Ein Angebots-Vergleich hilft, den Tarif zu finden, der den günstigsten und besten Schutz für die konkrete Lebenssituation bietet. Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen Tarifvergleich an.


Die besten BU-Tarife für Studenten und Azubis im Test 2020

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) bewertet in regelmäßigen Abständen die Tarife der Berufs­unfähig­keits­versiche­rung hinsichtlich ihrer Eignung für spezielle Berufsgruppen. In der Kategorie Berufseinsteiger hat sich das DFSI für die Beispiele Bankkauffrau in Ausbildung und Student der BWL entschieden. Das jeweilige Gesamtergebnis setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen, deren Ergebnisse unterschiedlich starken Einfluss auf das Gesamtergebnis haben (Quelle).

  • Tarifbedingungen: 40 %
  • Beitragshöhe: 35 %
  • Finanzkraft des Versicherers: 25 %

Zusätzlich berücksichtigt wurden in der Kategorie Berufsanfänger die genaue Ausgestaltung einer konkreten Verweisung, ob Nachversicherungsgarantien mit besonderen Höchstgrenzen versehen sind und ob es weitere Extras für Berufsanfänger gibt, wie z.B. eine Bessereinstufung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Die Testsieger in der Kategorie Berufs­anfänger (DFSI-Test)

Student (BWL)Azubi (Bank­kauf­frau)
Swiss Life:
Swiss Life SBU
Dialog:
SBU-professional
Continentale:
PremiumBU (PBU)
Ergo:
ERGO BU
HDI:
Ego Top
Europa:
Europa BU (E-BU)

Im Jahr 2019 veröffentlichte außerdem das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ein Rating zur selbständigen Berufs­unfähig­keits­versiche­rung. Die Tarife wurden jeweils für sechs verschiedene Berufsgruppen bewertet, zu denen auch Studierende und Azubis zählen. Das Gesamtergebnis setzt sich aus vier Teilergebnissen zusammen, die jeweils unterschiedlich großen Einfluss auf das Gesamtresultat haben.

Bewertungs­bereiche und deren Gewichtung

  • Unternehmensqualität: 20 %
  • Preis-Leistung: 50 %
  • Flexibilität: 20 %
  • Transparenz und Service: 10 %

Die Testsieger in der Kategorie Studierende und Azubis (IVFP-Test)

StudentenAzubis
Allianz:
BU-Police
Swiss Life:
SBU
Swiss Life:
SBU
AXA:
Selbständige BU
LV 1871:
Golden BU
Allianz:
BU-Police


Tipps zum BU-Vergleich

  • Günstige Beiträge und eine vollumfängliche Absicherung sind wichtige Argumente für den frühen Abschluss einer BU-Versicherung. Dennoch muss der Vertrag eine gewisse Flexibilität beinhalten, damit der Berufsunfähigkeitsschutz nach dem Abschluss des Studiums oder der Ausbildung angepasst werden kann. Ein Tarif für Auszubildende und Studierende sollte deshalb Nachversicherungsgarantien enthalten, damit man beispielsweise die Höhe der BU-Rente an das spätere Einkommen anpassen kann, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung abzulegen.
  • Ein Berufswechsel sollte dem Versicherer nicht angezeigt werden müssen.
  • Einige Unternehmen bewerben ihre Studententarife als Starter-Tarife, die äußerst preiswert sind. Hier ist darauf zu achten, dass von Anfang an der volle Versicherungsschutz besteht und dass die Preise nach dem Ende des Studiums oder der Ausbildung nicht überproportional ansteigen.

Fazit: Mit Tarif­vergleich zur günstigen BU

Beim Abschluss einer BU für Studenten oder Azubis sollte genau hingeschaut und ein ausführlicher Tarifvergleich gemacht werden. Unsere BU-Experten kennen sich bestens im Markt aus und helfen Ihnen gerne dabei. Rufen Sie uns einfach an unter 030 – 120 82 82 8 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@transparent-beraten.de. Gerne können Sie natürlich auch unser kostenloses Vergleichsformular nutzen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.03.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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