Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt – Was nun?

News BU abgelehnt was nunDas die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen zählt, darüber sind sich die Experten einig. Doch leider kommt es immer wieder vor, dass Interessierte von den Versicherungsunternehmen abgelehnt werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Manche Versicherungen lehnen bestimmte Berufsgruppen von vornherein ab. Bei anderen Verbrauchern spielt ihre Krankengeschichte eine entscheidende Rolle.
In diesem Artikel werden die Ablehnungsgründe, die tatsächliche Häufigkeit von Antragsablehnungen sowie die Möglichkeiten eine Ablehnung zu umgehen und das Vorgehen nach einer erfolgten Ablehnung näher beleuchtet.

Ablehnungsgründe

Für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es bestimmte Faktoren, die über die Höhe der individuellen monatlichen Beiträge entscheiden, die der Kunde leisten muss. Dazu zählen unter anderem das Alter des Verbrauchers und die Höhe der gewünschten BU-Rente. Hinzu kommen der ausgeübte Beruf, Hobbies und der Gesundheitszustand des Versicherten (siehe auch BU – Kosten).
So kann es auch für gesunde Menschen schwierig werden, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, wenn sie besonders gefährliche Hobbies ausüben oder einer Berufsgruppe angehören, die von der Versicherung als risikoreich eingestuft wird. Zu diesen so genannten Risiko-Berufsgruppen zählen neben Krankenschwestern, Handwerkern und Sprengmeistern auch Künstler. Wenn man der Argumentation der Versicherungsunternehmen folgt, kann bereits eine kleine Verletzung zur Berufsunfähigkeit des Künstlers führen, sodass die Assekuranzen ungern Angehörige der freien Künste versichern.

Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt was nun
Wie die Statistik zeigt, werden jedoch weit weniger Anträge abgelehnt, als man meinen möchte. Gut 75 Prozent der Anträge werden ohne Erschwernis angenommen. Lediglich gut 4 Prozent der Anträge werden komplett abgelehnt. Alle anderen Versicherungswilligen bekamen einen Vertrag, wenn auch in knapp 17 Prozent der Fälle Zuschläge, Ausschlüsse oder gar beides als Voraussetzung für einen Vertragsabschluss vereinbart wurden.

Das Problem

Wer erst einmal von einer Versicherung abgelehnt wurde, wird in der Regel Probleme haben, bei einem anderen Anbieter eine Police abschließen zu können. Denn hier kommt das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer ins Spiel (HIS – Hinweis- und Informationssystem der Versicherer).

HIS – Hinweis- und Informationssystem

Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) ist eine von den Versicherern gemeinsam genutzte Datenbank. Hier werden die Vertragsdaten der Versicherungsnehmer gespeichert. Dabei handelt es sich unter anderem um Angaben zu verdächtigen Schadensfällen, gekündigte und abgelehnte Verträge, aber auch auffällige, unvollständige oder betrügerische Angaben von Versicherten werden in dieser Datenbank abgelegt.

Wie kann man eine Ablehnung umgehen?

Wer einer Berufsgruppe angehört, die körperlich und/oder geistig unter starker Beanspruchung steht und somit von den Versicherern in eine hohe Risikogruppe eingeordnet wird, sollte sich für die Suche nach einem geeigneten Anbieter unbedingt Hilfe suchen. Gleiches gilt für Menschen, die bereits Vorerkrankungen haben oder hatten oder beispielsweise schon mal in psychologischer Behandlung waren. Ein Versicherungsmakler hat die Möglichkeit eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen. Dadurch kann er verhindern, dass die Daten des Verbrauchers gespeichert werden und er erhält trotzdem die gewünschten Informationen. Durch diese anonymen Voranfragen erfährt man beispielsweise ob das angefragte Unternehmen überhaupt bereit ist, den Betreffenden zu versichern. Wichtig bei der Wahl eines Fachmannes ist es, darauf zu achten, dass er unabhängig ist und nicht nur mit einem oder zwei Anbietern zusammenarbeitet.

Tipps der Redaktion

Wer Probleme beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung befürchtet, sollte folgende Tipps beherzigen:

  1. Professionelle Hilfe eines BU-Fachmannes in Anspruch nehmen.
  2. Alle Fakten auf den Tisch legen:
    • Welche Vorerkrankungen gab und gibt es?
    • Welche Hobbies könnten zu Problemen führen?
  3. Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten.
  4. Mindestanforderungen klären, die die Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllen sollte.
  5. Zu welchen Kompromissen (Zuschläge, Ausschlüsse) ist man bereit.
  6. Eventuelle Alternativen klären.

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Was tun, wenn der Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt wird?

Wenn der gewünschte Anbieter den Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnt – aus welchen Gründen auch immer. Gibt es die Möglichkeit, durch Inkaufnahme von Ausschlüssen bestimmter Krankheiten oder durch die Zahlung von Aufschlägen doch noch eine Versicherung zu bekommen. Allerdings sollte sehr genau überlegt werden, welche Bedingungen in Kauf genommen werden. Wenn die Beträge zu hoch werden oder zu viele BU-Ursachen und mögliche Krankheiten ausgeschlossen werden, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr so leistungsstark, wie sie sein sollte. Auch eine verkürzte Laufzeit sollte gut überlegt werden, da die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit erst im Alter auftreten.

Ablehnung aufgrund gesundheitlicher Beschwerden

Es gibt eine Reihe von gesundheitlichen Problemen, bei denen es schwierig bis unmöglich wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Dazu zählen unter anderem folgende Vorerkrankungen:

  • Störungen des Bewegungsapparates
  • frühere Sportverletzungen
  • Rückenbeschwerden
  • chronische Erkrankungen: z.B.: Diabetes, schweres Asthma
  • HIV-Erkrankung
  • starkes Übergewicht
  • psychische Beschwerden

Nach Alternativen umschauen

Wirklich gleichwertige Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es bislang leider nicht. Doch wer partout keine bezahlbaren BU-Tarife findet oder erst gar keinen Vertrag bekommt, sollte auf eine andere Versicherung zurückgreifen. Eine weniger leistungsstarke Alternativ-Versicherung ist besser als gar keine Absicherung.

So gibt es beispielsweise die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diese ist günstiger als eine BU, da sie erst bei Erwerbsunfähigkeit leistet. Das heißt, sie zahlt die vereinbarte Rente erst, wenn der Versicherte gar keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben kann. Im Gegensatz dazu, ist bei der BU der zuletzt ausgeübte Beruf versichert und die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet im Regelfall bereits bei 50 prozentiger Berufsunfähigkeit.

Der Versicherungsmarkt bietet noch eine Reihe weiterer Versicherungen, die man in Erwägung ziehen kann. Da wären beispielsweise die Unfallversicherung, die nach einem Unfall in der Regel in Form einer einmaligen Zahlung leistet. Des Weiteren gibt es die Dread-Disease-Versicherung und die Existenzschutzversicherung. Welche im Zweifel als Alternative gewählt wird, sollte mit einem Versicherungsfachmann besprochen werden und bedarf gründlicher Überlegungen.

Fazit

Eine leistungsstarke Berufsunfähigkeitsversicherung ist durch nichts zu ersetzen. Auch sind die Ablehnungsquoten der Versicherer bei Weitem nicht so hoch, wie es oft dargestellt wird. Daher lohnt es sich in jedem Fall, zu versuchen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Wenden Sie sich hierfür an einen Fachmann, der Sie bei der Suche nach der richtigen Assekuranz unterstützt. Mit seinen Branchenkenntnissen und Möglichkeiten (anonyme Voranfrage bei mehreren Versichern gleichzeitig) ist die Chance hoch, trotz bestehender Vorerkrankungen oder der Ausübung eines risikoreichen Berufes, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.11.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Leon Knigge
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