Existenzschutzversicherung vs. Berufsunfähigkeitsversicherung

Besteht die Existenzschutzversicherung den Vergleich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung? Kann sie eine sinnvolle Alternative für den Versicherungsnehmer sein?

Die Existenzschutzversicherung, eine Kombination aus Dread Disease (Schwere Krankheiten Versicherung) und Unfallversicherung, ist relativ neu auf dem Markt der Versicherungen. Daher ist die Zahl der Anbieter auch noch recht übersichtlich und es liegen bis jetzt weder von Finanztest noch von den diversen Ratingagenturen Testergebnisse zu dieser Versicherungsform vor. Folgende Versicherer haben die Existenzschutzversicherung bereits in ihr Portfolio aufgenommen: Allianz, AXA, Barmenia, Janitos und die Sparkassenversicherung.

Der Aufbau der Versicherung

Im Großen und Ganzen setzt sich der Existenzschutz aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die je nach Anbieter im Umfang variieren. Die vier folgenden Leistungen deckt jedoch fast jeder Anbieter ab:

  • Grundfähigkeitsrente
  • Pflegerente
  • Organrente
  • Unfallrente

Einige Versicherer bieten als fünften Baustein eine Krebsrente an, andere decken Krebserkrankungen (siehe Berufsunfähigkeitsversicherung Krebs) mit der Organrente ab.

Berufsunfaehigkeitsversicherung Existensschutzversicherung

Die vier Bausteine

Die Grundfähigkeitsrente wird ausgezahlt, wenn der Versicherte dauerhaft eine der Grundfähigkeiten einbüßt. Zu den Grundfähigkeiten zählen unter anderem Sprechen, Sehen, Hören und die Fähigkeit, sich zeitlich, örtlich und zur eigenen Person zu orientieren. Wird der Versicherte von der gesetzlichen Pflegeversicherung mindestens in Pflegestufe 1 eingestuft, tritt der Leistungsfall ein und die Versicherung zahlt eine Pflegerente aus. Organrente erhält der Versicherungsnehmer, wenn wichtige innere Organe (z.B. Herz oder Lunge) geschädigt werden. Kommt es durch einen Unfall zu einer Invalidität von mindestens 50 Prozent, wird eine Unfallrente ausgezahlt.

Voraussetzungen für den Abschluss

Ein großer Vorteil gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der relativ einfache Zugang. So ist der Umfang der Gesundheitsprüfung meist geringer als bei der BU-Versicherung. Ist der Kunde zusätzlich bereit, eine geringere Maximalrente zu akzeptieren, bieten einige Versicherer die Möglichkeit, die Gesundheitsprüfung nochmals einzuschränken. Dieses Vorgehen kann für Menschen mit Vorerkrankungen interessant sein. Allerdings gibt es auch bei der Existenzschutzversicherung bestehende Krankheiten, die zur Ablehnung des Versicherungswilligen führen können. Dazu gehören beispielsweise Demenz, Krebs und HIV-Infektionen. Auch Personen, die schon eine Organtransplantation hinter sich haben, werden in der Regel abgelehnt.

Voraussetzungen für den Leistungserhalt

Damit die Versicherung leistet, muss der Kunde den medizinischen Befund eines Facharztes vorlegen. Dabei ist zu beachten, dass der Befund den medizinischen Kriterien der Versicherungsbestimmungen entsprechen und mit den festgelegten Leistungsfallbestimmungen übereinstimmen muss.

Leistungsmodalitäten

Akzeptiert die Versicherung den Antrag auf Leistungserhalt, bekommt der Versicherungsnehmer meist bis 67 eine monatliche Rente ausgezahlt. Viele Versicherer bieten eine dynamische Anpassung der Rentenzahlungen an, sodass sie inflationssicher ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei Vertragsschluss Einmalzahlungen bzw. eine lebenslange Rentenzahlung zu vereinbaren. Die mögliche Höhe der Rentenzahlungen liegen je nach Anbieter zwischen 250 Euro und 3.500 Euro. Außerdem gibt es verschiedene Zusatzleistungen, die die unterschiedlichen Versicherungen anbieten, z.B. eine Todesfallleistung.

Mögliche Optionen bei der Existenzschutzversicherung

Aufstockung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Einige Versicherungen bieten bei Abschluss einer Existenzschutzversicherung die Option, sie später zu einer BU-Versicherung aufzustocken. Diese Erweiterung ist meist sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. Dadurch bleibt man flexibel, ohne später doppelt versichert zu sein.

Angebote für Familien mit Kindern

Auch für Kinder bzw. Familien gibt es spezielle Angebote. So besteht die Möglichkeit, die eigenen Kinder mitzuversichern. Diese profitieren von günstigen Beiträgen, erhalten aber im Bedarfsfall die gleichen Leistungen wie ihre Eltern. Des Weiteren kann der Vertrag später lückenlos in einen Erwachsenentarif umgewandelt werden.

Kosten einer Existenzschutzversicherung

Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich nach dem Alter, der gewünschten Leistungssumme, den Zusatzleistungen und der gewünschten Zahlungsdauer. Der Beruf wird zwar abgefragt, beeinflusst die Beiträge allerdings nur bedingt. Gleiches gilt für das Einkommen des Kunden. Die Existenzschutzversicherung ist in der Regel um einiges günstiger als die BU-Absicherung. Eine Person von 25 Jahren wird mit Jahreskosten in Höhe von 350-450 Euro rechnen müssen. Im Alter von 45 Jahren sind die voraussichtlichen Kosten mit ca. 400-700 Euro schon höher. Für ein Kind von 5 Jahren kann bereits ab einem Jahresbeitrag von 170 Euro eine Existenzschutzversicherung abgeschlossen werden.

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Vorteile gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung

Oberflächlich betrachtet sind die geringeren Kosten wohl der größte Vorteil gegenüber der BU. Auch wird die Beitragshöhe unabhängig vom ausgeübten Beruf ermittelt. Allgemein sind die Bedingungen für einen Abschluss wesentlich geringer als bei der BU. Dadurch wird sie für verschiedene Berufsgruppen interessant. Dies gilt für Personen, die körperlich oder handwerklich arbeiten, sogenannte risikoreiche Berufe ausüben oder ihre Tätigkeit keinem konkreten Beruf zuordnen können. Darüber hinaus spielt es im Schadensfall für die Bewilligung der Leistung keine Rolle, ob der Versicherte berufsunfähig ist oder nicht.

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Nachteile gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt ein breiteres Spektrum an möglichen Leistungsfällen ab als die Existenzschutzversicherung. So leistet die BU beispielsweise auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparats und psychischen Krankheiten. Außerdem gibt es z.B. im Gegensatz zur BU bei der Existenzschutzversicherung nach einer erfolgreichen Behandlung von Depressionen oder Burnout keine Invaliditätsleistungen. Ein weiterer Nachteil der Existenzschutzversicherung ist die Bedingung, dass die im Vertrag festgelegten medizinischen Kriterien genau erfüllt sein müssen. Im Gegensatz dazu leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung, sobald eine ärztliche Bescheinigung darüber vorliegt, dass der Versicherte voraussichtlich länger als 6 Monate berufsunfähig sein wird.

Fazit

Die Existenzschutzversicherung kann im direkten Vergleich nicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung mithalten, da das Leistungsspektrum um einiges kleiner ist. Allerdings kann sie für bestimmte Berufsgruppen, die vor allem körperlich oder handwerklich arbeiten, finanziell gesehen durchaus eine günstige Alternative sein. Vor allem wenn die Option besteht, die Versicherung zu einer BU aufzustocken. Bevor Sie sich für einen bestimmten Versicherungsschutz entscheiden, sollten Sie sich in jedem Fall von einem Fachmann beraten lassen. Ein Versicherungsmakler findet gemeinsam mit ihnen die für Sie beste Absicherung, mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Als erfahrenen Versicherungsmakler können Sie uns täglich von 9 bis 18 Uhr unter 030 922 77 527 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de erreichen.