Gefährliches Hobby = keine BU?

Ab wann gilt ein Hobby als gefährlich? Muss bereits ein Freizeit-Fußballer mit Aufschlägen rechnen oder sind nur Skispringer und Boxer betroffen? Welche Auswirkungen hat ein gefährliches Hobby auf die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Risikoprüfung ist Standard in der BU

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, kann davon ausgehen, dass der Versicherer eine Risikoprüfung durchführt. Neben der BU Gesundheitsprüfung schließt das auch die Freizeitaktivitäten des Kunden mit ein. Übt dieser beispielsweise ein Hobby aus, das von der Versicherung als gefährlich eingestuft wird, wirkt sich das auf die Beiträge oder den Versicherungsumfang aus. Je nachdem wie gefährlich der BU-Versicherer die Freizeitaktivität einschätzt, kann es zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen vom Versicherungsschutz oder auch einer Ablehnung des Versicherungsantrages kommen.

Begrifflichkeiten – kurz und knapp erklärt

Risikozuschlag

Der Risikozuschlag ist eine prozentuale Erhöhung des normalen Versicherungsbeitrages. Die Höhe des Zuschlags wird vor Vertragsschluss bestimmt und schriftlich festgelegt. Risikozuschläge verlangt der Versicherer beispielsweise bei gefährlichen Hobbies oder auch bei bestimmten besonders gefährlichen Berufen.

Ausschlüsse

Ausschlüsse werden von den Versicherern bestimmt und definieren Umstände, unter denen der Versicherungsschutz nicht greift. Neben allgemeinen Ausschlüssen, die in BU-Verträgen Standard sind (z. B. BU durch Krieg, Kernenergie, Straftaten oder auch durch einen missglückten Suizid) können Versicherer weitere Ausschlüsse formulieren. Diese individuellen Ausschlüsse beziehen sich dann beispielsweise auf Vorerkrankungen, berufsbedingte Risiken oder eben eine Berufsunfähigkeit, die durch ein Hobby ausgelöst wird.

Ablehnung

Eine Versicherung kann einen Kunden auch ganz ablehnen. Wenn ein Anbieter das Risiko einer eintretenden Berufsunfähigkeit als zu hoch einschätzt, wird er dem Kunden den Versicherungsschutz komplett verweigern.

Wann wird ein Hobby zur Gefahr?

Nicht immer ist das Hobby der Grund, dass die Versicherung Aufschläge verlangt. Meist spielt die Art, wie die Freizeitaktivität ausgeübt wird, eine entscheidende Rolle. Beim Tauchen beispielsweise sind die Tauchtiefe und die Orte, an denen getaucht wird, maßgebend bei der Frage, ob die Versicherung einen Risikoaufschlag verlangt.

Nicht versicherbare Hobbies

Neben den Freizeitaktivitäten, die zu Problemen bei der Risikoprüfung einer Berufsunfähigkeitsversicherung führen können, gibt es Hobbys, die komplett vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.
Dies ist häufig bei der Teilnahme an Wettkämpfen der Fall. Motorrad- und Autorennen oder auch die Teilnahme an Kampfsport-Wettkämpfen sind meist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Das hat zur Folge, dass Verletzungen, die bei der Ausübung des Hobbys entstehen und zu einer Berufsunfähigkeit führen, nicht versichert sind. Das heißt, der Betroffene erhält in einem solchen Fall keine BU-Rente.

Extremsportarten, die zur Ablehnung führen

  • Skydiving
  • Höhlentauchen
  • Canyoning
  • Klippenspringen

Hobby-Extremsportler werden kaum eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Wer jedoch nur eine Risikosportart ausübt, findet mit professioneller Hilfe eine adäquate Absicherung.

Wer nicht ehrlich ist, steht am Ende ohne Schutz da!

Auf den ersten Blick mag es verlockend einfach sein, ein gefährliches Hobby zu verschweigen – doch das ist eine schlechte Idee, die im Leistungsfall nur dem Versicherer nützt. Weist dieser nach, dass der Versicherungsnehmer bei der Beantwortung der Fragen zur Risikoprüfung gelogen hat, wird er die Leistung kürzen oder die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente ganz verweigern.

Beispiel Bergwandern und Klettern

Gerade beim Bergwandern fragen die Versicherer ganz genau nach. Wo klettert der Kunde, welche Sicherungen werden verwendet und wie häufig übt er sein Hobby aus? Anhand dieser und ähnlicher Fragen ermitteln die Versicherer, ob sie einen Risikoaufschlag verlangen.
Indoorklettern, normale Bergwanderungen, Trekking oder Outdoorklettern mit Sicherungen bis Grad 3 versichern die Anbieter meist ohne Risikoaufschlag.

So teuer kann ein Hobby werden

Gefährliche Hobbys haben meist hohe Risikoaufschläge zur Folge. Beitragserhöhungen von 50 oder gar 100 Prozent sind üblich. Allerdings gehen die Einschätzungen der Versicherer, welche Hobbys gefährlich sind, zum Teil weit auseinander. Wer in seiner Freizeit ein gefährliches Hobby ausübt, sollte sich an einen Versicherungsmakler wenden. Dieser kann mit einer anonymen Risikoanfrage den passenden Anbieter ermitteln.

Ein Tipp von Versicherungsmaklerin und BU-Expertin Katharina Krech

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zählt nur das aktuelle Freizeitverhalten. Wird ein gefährliches Hobby erst nach Vertragsabschluss aufgenommen, muss dies der Versicherung im Normalfall nicht nachgemeldet werden. Neue Hobbys sind ohne Mehrbeitrag mitversichert.

Mit einer Risikovoranfrage zum BU-Schutz

Da die Versicherungsunternehmen die Gefährlichkeit von Hobbys unterschiedlich bewerten, empfiehlt es sich, einen Versicherungsmakler zu Rate zu ziehen. Dieser kann eine Risikovoranfrage stellen.
Im Rahmen einer solchen Risikovoranfrage werden die relevanten Angaben zu den Hobbys und Gesundheitsangaben gesammelt. Diese Daten schickt der Versicherungsmakler anschließend gleichzeitig mehreren Versicherungen zu und lässt sich Angebote für die Berufsunfähigkeitsversicherung erstellen. So findet sich die optimale Versicherung trotz gefährlichem Hobby. Denn es kann durchaus vorkommen, dass ein Versicherer einen Risikoaufschlag oder einen Ausschluss verlangt und ein anderer Versicherer nicht.

Diese Hobbys sind ungefährlich

Nicht alle Hobbys gelten als gefährlich. Sportarten wie Fußball, Basketball, Golf, Skilanglauf, Wanderreiten und viele weitere zählen nicht zu den gefährlichen Freizeitaktivitäten. Um sicherzugehen, sollte jedoch jeder, der in seiner Freizeit nicht nur Schach spielt, seine Hobbys mit angeben oder sich vor Vertragsschluss von einem Fachmann beraten lassen. Auch wenn man sein Hobby selbst als ungefährlich einschätzt, kann ein Versicherer das ganz anders sehen.