Berufsunfähigkeitsversicherung – Kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kosten für eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung (BU) sind sehr unterschiedlich, je nach persönlicher Situation.
  • Faktoren, die die Höhe des Beitrags bestimmen, sind u.a. Beruf, Alter und gewünschte Höhe der Berufs­unfähig­keits­rente.
  • Beste Chancen auf eine günstige BU haben z.B. junge Leute, Berufstätige mit Schreibtischtätigkeiten und Menschen ohne Vorerkrankungen.
  • Es gibt keine adäquate Alternative zur Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung.
  • Ein sorgfältiger Vergleich der Anbieter und Tarife hilft jedoch, Kosten zu sparen.

Warum eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung?

Eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung (kurz: BU) ist für viele die einzige Möglichkeit, auch im Fall einer Berufsunfähigkeit den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Ohne private Absicherung bleibt lediglich die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die im Leistungsfall nicht höher ausfällt als die Grundsicherung.

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Was kostet eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung?

Die Kosten einer Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung sind schwierig pauschal zu beziffern, da sie von vielen Faktoren abhängen. Das Versicherungsunternehmen nutzt diese Parameter, um einzuschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die versicherte Person tatsächlich berufsunfähig wird. Wer bereits Vorerkrankungen hat und in einem riskanten Beruf arbeitet, muss so mit einer höheren Prämie rechnen als Personen, die gesund sind und eine Schreibtischtätigkeit ausüben. Zudem bestimmt die mit dem Versicherer vereinbarte Rente in hohem Maße den Beitrag. Grundsätzlich ist eine BU-Rente von unter 1.000 Euro nur wenig sinnvoll.

Wie hoch sollte die Berufs­unfähig­keits­rente sein?

Prinzipiell sollte die Rente so hoch sein, dass davon alle monatlichen Ausgaben gedeckt werden können. Man kann sich auch an der Differenz zwischen den zu erwartenden gesetzlichen Leistungen und dem zuletzt erzielten Einkommen orientieren, oder ca. 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens ansetzen.

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Individuelle Kosten sind sehr unterschiedlich

Ein wirklich guter Berufsunfähigkeitsschutz sollte individuell den eigenen Ansprüchen und Möglichkeiten angepasst werden. Die Auswahl des richtigen Anbieters ist dabei entscheidend. So schwanken die Kosten für den gleichen Leistungsumfang je nach Anbieter um bis zu 1.000 oder sogar 2.000 Euro jährlich. Die Spanne reicht von 20 Euro bis hin zu weit über 100 Euro, wie diese Kostenbeispiele zeigen:

  • 30-Jähriger, kaufmännisch angestellt, mit 500 Euro BU-Rente: ca. 20 Euro monatlich
  • 30-Jähriger, leichte handwerkliche Tätigkeit, mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 80 Euro monatlich
  • 40-Jähriger, schwere handwerkliche Tätigkeit, mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 150 Euro monatlich


9 Faktoren, die die Kosten beeinflussen

Eigenschaften der versicherten Person

  • Alter: Je früher man eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung abschließt, desto günstiger ist sie. Der Grund: In höherem Alter verschlechtert sich meist der Gesundheitszustand. Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) haben ergeben, dass bei Vertragsabschluss ein 40 Jahre alter Musterkunde für die gleichen Versicherungsleistungen rund 40 Prozent mehr bezahlt als ein 30-Jähriger Modellkunde, der identische persönliche Eigenschaften hat und sich in gleichem gesundheitlichen Zustand befindet. Besonders für Studenten und Azubis ist folglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.
  • Gesundheitszustand: Je schlechter es um die Gesundheit bestellt ist, desto höher ist das Risiko auf Berufsunfähigkeit. Dementsprechend steigen auch die Kosten. Einige Vorerkrankungen können sogar dazu führen, dass man nicht versicherbar ist. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, der muss zunächst eine Gesundheitsprüfung absolvieren.
  • Beruf: Alle Berufsarten werden in Risikogruppen eingeteilt. So gelten akademische und kaufmännische Berufe in der Regel als weniger gefährlich als handwerkliche Berufe. Dementsprechend sind auch die zu leistenden Beiträge geringer.
    … mehr zu den Berufsgruppen.
  • Hobbys: Der Versicherer fragt vor Abschluss des Vertrages ab, ob Sie gefährliche Hobbys ausüben. Diese haben einen Einfluss auf die Höhe des Versicherungsbeitrages, da sie das Risiko erhöhen, berufsunfähig zu werden. Solche Hobbys sind z.B. Tauchen, Bergsteigen oder Boxen.

Riskante Berufe und Gefahrenklassen in der BU

Berufsunfähigkeitsversicherer stufen Berufe in verschiedene Risiko- oder Gefahrenklassen. Diese Unterteilung ist nach Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Eine mögliche Gruppierung könnte z.B. so aussehen:

  • A – keine körperlichen Tätigkeiten, wie Rechtsanwälte bzw. Juristen
  • B – vor allem kaufmännisch geprägt, wie bei Bürokaufleuten
  • C – überwiegend körperlich, wie Handwerker
  • D – schwer körperlich arbeitend, wie Bäcker
  • E – extreme Berufsgruppen, wie Sprengmeister

Wer eine risikoreiche Tätigkeit ausübt, der hat bei einigen Versicherern entweder mit einem Risikozuschlag oder gar mit einer Ablehnung der BU zu rechnen. Um das zu vermeiden, sollte der Anbieter unbedingt sorgfältig ausgewählt werden. Hierbei helfen beispielsweise aktuelle Testergebnisse zu den Versicherern.

Vertragliche Regelungen

  • Rentenhöhe: Ein entscheidender Faktor ist die festgelegte BU-Rente im Schadensfall. In der Regel liegt diese bei ca. 2.000 Euro. Sie kann aber je nach Ansprüchen und Möglichkeiten des Kunden stark variieren. Wird diese sehr hoch gewählt, sind natürlich auch die Beiträge höher.
  • Versicherungsdauer: Die Versicherungsdauer gibt an, bis zu welchem Alter man versichert ist. Wenn man z.B. eine Versicherungsdauer bis zum 62. Lebensjahr wählt und dann mit 64 berufsunfähig wird, erhält man keine Leistungen mehr. Es sollte deshalb möglichst immer eine Versicherungsdauer bis zum Renteneintrittsalter (65 oder 67 Jahre) gewählt werden, damit der Übergang zur gesetzlichen Rente nahtlos ist.
  • Leistungsdauer: Die Leistungsdauer ist der vorher vereinbarte Zeitraum, bis zu welchem Alter man die Berufs­unfähig­keits­rente ausgezahlt bekommt. Je kürzer die Leistungsdauer, desto günstiger werden die zu zahlenden Beiträge. Empfehlenswert ist jedoch auch hier das Renteneintrittsalter von derzeit 67 Jahren zu wählen. Idealerweise sollten Versicherungs- und Leistungsdauer gleich lang sein.
  • Versicherungsumfang: Welche Schadensfälle, Erkrankungen und Gründe werden im Vertrag als Zahlungsgrund für den Versicherer festgelegt? Hier lassen sich spezielle Erkrankungen ausschließen, um die Kosten zu senken. Ist man sich beispielsweise sicher, niemals an einer bestimmten Krankheit zu erkranken, so kann man diese ausschließen.
  • Klauseln aller Art: Hierzu gehören z.B. Nachversicherungsgarantien oder Beitragsdynamiken. Je nachdem, was Bestandteil des Vertrages sein soll, können sich die Beiträge erhöhen oder senken. Die wichtigsten Klauseln sind auf der Seite Klauseln und Regelungen näher beschrieben.

BU-Rente ist Kostenfaktor Nr. 1: Trotzdem nicht zu niedrig ansetzen

Bei einer Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung handelt es sich um eine Risikoabsicherung. Das bedeutet, wenn die Berufsunfähigkeit nicht eintritt, ist das Geld “verloren”, ohne dass der Versicherte eine Leistung erhalten hat. Immer wieder neigen Versicherte aus diesem Grund dazu, die BU-Rente zu niedrig anzusetzen. Das kann jedoch fatale Auswirkungen haben. Denn die Berufs­unfähig­keits­rente ist nicht pfändungssicher und wird im Fall, dass man berufsunfähig und auf Sozialleistungen angewiesen ist, auf diese angerechnet.


Kostenbeispiele zur Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung aus der Praxis

In der folgenden Tabelle finden Sie einige reale Beispiele unserer Kunden:

BerufAlterBU-Rente*Beitrag*
Mechatronikerin (Azubi)161.000 €55 €
Lehrer311.000 €76 €
Selbständiger Dolmetscher451.100 €65 €
Veranstaltungs­kaufmann291.500 €80 €
Ingenieurin362.000 €97 €
Anästhesistin412.000 €108 €
Geschäftsführerin (angestellt)322.000 €140 €

*monatlich
Endalter bei allen: 67.


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Bezahle ich den Brutto- oder Nettobetrag?

Normalerweise sind in einem BU-Vertrag zwei verschiedene Beiträge angegeben: der Brutto- und der Nettobetrag. Zu Beginn der Versicherung zahlen Sie den Nettobetrag. Der Versicherer kann die Prämie bis auf den Bruttobetrag anheben, sollte er Ereignisse falsch prognostiziert haben (z.B. wenn Kapitalanlagen der Versicherung sich schlechter entwickeln als erwartet). Der Abstand zwischen beiden Beträgen stellt quasi einen „Puffer“ für das Versicherungsunternehmen dar.

Es ist wichtig, auch auf den Bruttobetrag zu achten, und darauf, dass zwischen den beiden Beträgen kein zu großer Abstand besteht. Denn ansonsten können erhebliche Beitragserhöhungen drohen.


Wie können die Kosten für eine BU reduziert werden?

  • Wer eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung möglichst früh abschließt (z.B. schon in der Ausbildung oder im Studium), der profitiert von günstigen Einsteigertarifen. Die Laufzeit ist zwar dann länger, dies wird aber durch die günstigeren Prämien für junge Leute wieder ausgeglichen.
  • Es gibt zahlreiche Versicherer, die Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rungen anbieten. Hier lohnt sich ein ausführlicher Vergleich, um die Anbieter mit den besten Angeboten für die persönliche Situation ausfindig zu machen.
  • Ebenso wie es zahlreiche BU-Anbieter gibt, so haben diese teilweise auch noch viele verschiedene Tarife im Angebot. Auch hier schlägt sich eine sorgfältige Auswahl ggf. in niedrigeren Kosten nieder.
  • Um Kosten zu senken ist es auch möglich, die Versicherungsdauer zu kürzen und sich z.B. nur bis zum 60. oder 65. Lebensjahr zu versichern. In diesem Fall besteht dann für die verbleibende Zeit zur Rente allerdings kein Versicherungsschutz. Diese Möglichkeit sollte also nur wohlüberlegt in Betracht gezogen werden.
  • Bei einem vorübergehenden finanziellen Engpass, z.B. wegen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit, können bei vielen Versicherungen die Beiträge gestundet oder die Versicherung pausiert werden.

Gibt es Alternativen zur Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung?

Für eine private Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung gibt es wenige bis gar keine Alternativen. Vom Staat gibt es im Fall einer Berufsunfähigkeit für nach 1961 Geborene keine Unterstützung. Und eine Unfallversicherung zahlt nur dann, wenn der Versicherte aufgrund eines Unfalls seiner Tätigkeit nicht mehr wie gewohnt nachgehen kann. Die Statistik zeigt jedoch, dass ein Unfall nur in 10 Prozent der Fälle die Ursache dafür ist, dass jemand nicht mehr im gewohnten Beruf arbeiten kann. Aus diesem Grund sind diese Verträge auch sehr günstig zu haben.

Daneben gibt es noch die Dread-Disease-Versicherung, mit der sich jedoch nur bestimmte Krankheiten absichern lassen, oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die jedoch nur dann zahlt, wenn man gar keinem Beruf mehr nachgehen kann.

BU in Kombination mit anderen Versicherungen

Eine BU lässt sich auch mit einer Risikolebensversicherung oder privaten Rentenversicherung kombinieren. Mit einer solchen Kombi-Versicherung erhalten die Angehörigen der versicherten Person im Todesfall eine Risikoabsicherung. Die versicherte Person erhält eine Rente bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Wer eine solche Police abschließt und später berufsunfähig wird, der erhält die Beiträge für die Lebensversicherung erstattet. Experten raten jedoch zur selbstständigen Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung (SBU), da hier die Leistungen sehr viel höher ausfallen als bei einer kombinierten Variante. Die Kosten unterscheiden sich auf der anderen Seite jedoch nur unwesentlich.


Ein Versicherungsvergleich hilft weiter

Da eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung eine Versicherung ist, die stark auf die individuelle Lebenssituation angepasst werden muss, sollte hier auf Expertise eines Versicherungsmaklers zurückgegriffen werden. Unsere unabhängigen Versicherungsexperten helfen Ihnen gerne dabei, den richtigen Anbieter und den passenden Tarif auszuwählen. Sie erreichen uns unter 030 – 120 82 82 8 und per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Gerne können Sie auch unser kostenloses BU-Vergleichsformular nutzen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.02.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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