Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von vielen Faktoren ab. So kalkuliert der Versicherer immer auch das Risiko mit ein, dass der Antragsteller arbeitsunfähig wird und der Leistungsfall eintritt. Wer bereits Vorerkrankungen aufweist und in einem riskanten Beruf arbeitet, der hat mit einer höheren Prämie zu rechnen als Personen, die jung und gesund sind. Ebenfalls relevant für die Zusammensetzung der Beiträge ist die mit dem Versicherer vereinbarte Rente. Grundsätzlich ist eine Absicherung von unter 1.000 Euro nur wenig hilfreich.

Warum überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein Berufsunfähigkeitsschutz ist für viele die einzige Möglichkeit, um auch im Fall einer Berufsunfähigkeit bedarfsgerechte Leistungen zu erhalten. Ohne einen privaten Schutz bleibt lediglich die gesetzliche Absicherung, die im Leistungsfall nicht höher ausfällt als die gesetzliche Grundsicherung (siehe auch Erwerbsminderungsrente). Mit einer BU wird die eigene Arbeitskraft abgesichert.

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Wer seinen bislang ausgeübten Beruf nicht mehr wie gewohnt ausüben kann, dem droht der finanzielle Ruin. Auch eine private Unfallversicherung ist dabei nur wenig hilfreich. Im folgenden Artikel erklären wir, warum das so ist.

Die BU-Rente als Kostenfaktor Nummer 1

Berufsunfähigkeitsversicherung KostenSelbstverständlich steigen die Kosten einer BU dann, wenn die Versicherungsnehmer eine sehr hohe Rente vereinbaren. Prinzipiell entspricht die passende Rentenhöhe der Differenz zwischen den zu erwartenden gesetzlichen Leistungen und dem zuletzt erzielten Einkommen des Versicherten. Eine Beispielrechnung für Menschen, die eine BU-Rente von 2.000 Euro vereinbaren, ergibt einen durchschnittlichen Prämien-Beitrag von 30 bis 40 Euro im Monat.

Die Versicherten haben in diesem Beispiel einen Versicherungsschutz gegen die Berufsunfähigkeit bis zum 67. Lebensjahr abgeschlossen. Zwar müssen bei einer längeren Laufzeit höhere Beiträge gezahlt werden, aber eine Absicherung sollte bis zum Renteneintrittsalter andauern.

BU-Rente nicht zu niedrig ansetzen

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine Risikoabsicherung. Das bedeutet, wenn die Berufsunfähigkeit nicht eintritt, ist das Geld “verloren”, ohne dass der Versicherte einen Leistung erhalten hat. Immer wieder neigen Versicherte aus diesem Grund dazu, die BU-Rente zu niedrig anzusetzen. Das kann jedoch fatale Auswirkungen haben. Denn wer sich zu gering versichert, steht am Ende trotz Berufsunfähigkeitsrente vor finanziellen Problemen.

Berufsunfaehigkeitsversicherung KostenÜbliche Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Monat

Ein wirklich guter Berufsunfähigkeitsschutz sollte individuell und nach den eigenen Ansprüchen und Möglichkeiten erstellt werden. Dementsprechend können die Kosten auch stark variieren. Die Auswahl des richtigen Anbieters (BU Anbieter und Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test) ist entscheidend. So schwanken die Kosten für den gleichen Leistungsumfang je nach Anbieter um bis zu 1.000 oder sogar 2.000 Euro jährlich. Hier einige Kosten-Beispiele:

  • 30-Jähriger, kaufmännisch angestellt, mit 500 Euro BU-Rente: ca. 20 Euro monatlich
  • 40-jähriger Akademiker mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 45 Euro monatlich
  • 30-Jähriger, leichte handwerkliche Tätigkeit, mit 500 Euro BU-Rente: ca. 40 Euro monatlich
  • 30-Jähriger, leichte handwerkliche Tätigkeit, mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 80 Euro monatlich
  • 40-Jähriger, leichte handwerkliche Tätigkeit, mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 100 Euro monatlich
  • 40-Jähriger, schwere handwerkliche Tätigkeit, mit 1.000 Euro BU-Rente: ca. 150 Euro monatlich

Die Kosten-Faktoren einer BU-Versicherung

Jedes Versicherungsunternehmen prüft bereits bei der Antragstellung das Risiko der potentiellen Kunden. Aus Sicht der Assekuranzen spielen dabei folgende Faktoren die größte Rolle:

  • Das Alter
  • Der Beruf
  • Die Gesundheit
  • Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Berufsanfänger, Angestellte des öffentlichen Dienstes, Beamte und Studenten erhalten grundsätzlich günstigere Tarife als andere Versicherungsnehmer.

Zwei kostenbestimmende Faktoren:

Personeneigenschaften

berufsunfähigkeitsversicherung-kosten2Alter: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man so früh wie möglich abschließen. Untersuchungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) haben ergeben, dass bei Vertragsabschluss ein 40 Jahre alter Musterkunde für die gleichen Versicherungsleistungen rund 40 Prozent mehr bezahlt als ein 30-Jähriger Modellkunde, der identische persönliche Eigenschaften hat und sich in einem gleichen gesundheitlichen Zustand befindet. Der Grund: Steigt das Alter, wird der Gesundheitszustand meist schlechter und das Risiko einer Erkrankung höher.

Gesundheitszustand: Je schlechter es um die Gesundheit bestellt ist, desto größer das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Dementsprechend steigen auch die Kosten. Einige Vorerkrankungen führen sogar dazu, dass der Modellkunde nicht versicherbar ist. Hierzu gehören Psychotherapien im Vorfeld oder auch spezielle Fälle von Diabetes (Berufsunfähigkeitsversicherung und Diabetes).

Beruf: Alle Berufsarten werden in Risikogruppen eingeteilt. So gelten akademische und kaufmännische Berufe in der Regel als weniger gefährlich als handwerkliche Berufe. Dementsprechend sind auch die zu leistenden Beiträge geringer. Weitere Infos dazu finden Sie im Abschnitt Berufsgruppen.

Risikoberufe: Einige Berufsarten werden mit besonderen Aufschlägen versehen, weil hier die Wahrscheinlichkeit für eine Berufsunfähigkeit besonders hoch ist. Dazu gehören beispielsweise Fliesenleger und Gerüstbauer.

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Vertragliche Regelungen

Rentenhöhe: Ein entscheidender Faktor ist die festgelegte BU-Rente im Schadensfall. In der Regel liegt diese bei ca. 2.000 Euro. Sie kann aber je nach Ansprüchen und Möglichkeiten des Kunden stark variieren. Wird diese sehr hoch gewählt, steigen natürlich auch die Beiträge.

Versicherungsdauer: Auch hier gilt: Je länger eine Versicherung läuft, desto mehr steigen auch die Beiträge. Die Versicherungsdauer gibt an, bis zu welchem Alter man versichert ist. Oftmals entscheiden sich Versicherte, den Vertrag bis zum 55. Lebensjahr laufen zu lassen und nicht bis zum Rentenalter von 67 Jahren, um die Beiträge zu senken.

Leistungsdauer: Ähnlich wie bei der Versicherungsdauer gilt auch hier: Je geringer die Dauer der Leistungen, desto günstiger werden die zu zahlenden Beiträge. Die Leistungsdauer gibt an, bis zu welchem Alter man die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommt. In der Regel ist das das Rentenalter von derzeit 67 Jahren.

Versicherungsumfang: Welche Schadensfälle, Erkrankungen und Gründe werden im Vertrag als Zahlungsgrund für den Versicherer festgelegt? Hier lassen sich spezielle Erkrankungen ausschließen, um die Kosten zu senken. Ist man sich beispielsweise sicher, niemals an einer bestimmten Krankheit zu erkranken, so kann man diese ausschließen.

Klauseln aller Art: Die wichtigsten Klauseln sind im Abschnitt weiter oben beschrieben. Sie lassen sich teils beliebig in die Vertragsbedingungen mit einbeziehen oder eben ausschließen. Dadurch kann unter Umständen auch die Beitragshöhen verändert werden (mehr zu Klauseln und Regelungen rund um die BU).

Kündigungsfrist: Im Normalfall beträgt diese ein Jahr, lässt sich aber auf bis zu fünf Jahre hochsetzen. Damit lassen sich auch wieder Beitragskosten sparen. Am Ende entscheidet dann der jeweilige Versicherer über die Beitragshöhe. Manche Versicherer (BU Vergleich) gelten für BU-Versicherungen als günstig, manche eher nicht. Lassen Sie sich jetzt kostenlos einen Vergleich erstellen.

Riskante Berufe

Berufsunfähigkeitsversicherungen teilen mittlerweile 24 Berufsgruppen nach ihren Risiken ein. Eine kleine Übersicht der Einteilung:

A – keine körperlichen Tätigkeiten, wie Rechtsanwälte
B – vor allem kaufmännisch geprägt, wie beim Bürokaufmann
C – überwiegend körperlich, wie Handwerker
D – schwer körperlich arbeitend, wie Bäcker
E – extreme Berufsgruppen, wie Sprengmeister

Wer eine gefährliche Tätigkeit ausübt, der hat bei einigen Versicherungen entweder mit einem Risikozuschlag oder gar mit einer Ablehnung zu rechnen. Um das zu vermeiden, sollten die Anbieter auch einem persönlichen Vergleich standhalten.

Das Alter

Wie bei der privaten Krankenversicherung (PKV), so spielt auch bei einer BU-Versicherung das Alter eine ganz entscheidende Rolle bei der Festlegung der Prämienhöhe. Grundsätzlich sollten Verbraucher einen Schutz bereits in jungen Jahren abschließen, um Beiträge sparen zu können. Studenten und Azubis können sich so preisgünstig absichern. Aber auch später ist es noch möglich, die eigene Arbeitskraft und die Familie abzusichern.

Die Gesundheit

bu-kostenWer an eine Berufsunfähigkeitsversicherung gelangen möchte, der muss zunächst eine Gesundheitsprüfung durchführen. Vor allem die Gesundheitsfragen sind Dreh- und Angelpunkt einer BU-Versicherung. Es sollten hier stets wahrheitsgemäße und vollständige Antworten angegeben werden, ansonsten riskieren die Versicherten den Versicherungsschutz zu verlieren. Wer bereits Vorerkrankungen aufweisen sollte, der hat in der Regel mit einem Risikozuschlag zu rechnen. Wie viel Prozent es in diesem Fall mehr zu zahlen gilt, hängt immer auch von der Schwere der Krankheit ab.

Kaum eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es wenige bis gar keine Alternativen. Denn im Falle einer Berufsunfähigkeit gibt es nur sehr geringe Leistungen vom Staat. Und eine Unfallversicherung zahlt nur dann, wenn der Versicherte auf Grund eines Unfalls seiner Tätigkeit nicht mehr wie gewohnt nachgehen kann. Die Statistik zeigt jedoch, dass ein Unfall in nur 10 Prozent der Fälle von Berufsunfähigkeit die Ursache dafür ist, dass jemand seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Aus diesem Grund ist auch ein Vertrag zu einem sehr geringen Beitrag leichter zu erhalten.

Die Laufzeit

Entscheidend ist auch immer die gewählte Laufzeit der Versicherung. Dabei sollten Verbraucher die Vertragslaufzeit bis zum Renteneintrittsalter wählen. Je nach Jahrgang bedeutet das, die Absicherung bis zum 65. oder 67. Lebensalter festzulegen. Zwar kostet eine BU-Versicherung in diesem Fall etwas mehr, doch die Versicherungsnehmer erhalten nur auf diesem Weg einen nahtlosen Übergang bis zum Eintritt in die gesetzliche Altersvorsorge.

Kombination geht auch

Eine BU lässt sich auch mit einer Risikolebensversicherung kombinieren. Mit einer solchen Kombination erhalten auch die Angehörige des Versicherten im Todesfall eine Risikoabsicherung, der Versicherte erhält eine BU-Rente bei Erwerbsunfähigkeit. Wer eine solche Police abschließt und später berufsunfähig wird, der erhält die Beiträge für die Lebensversicherung erstattet. Finanz-Ratgeber raten jedoch zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU), da hier die Leistungen sehr viel höher ausfallen als bei einer kombinierten Variante. Die Kosten unterscheiden sich auf der anderen Seite jedoch nur unwesentlich.

Sehr viele gute Angebote

Aus dem aktuellen Vergleich der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest geht hervor, dass viele Policen sehr gute Angebote für Kunden bereithalten. Wer sich versichern möchte, sollte sich mit wichtigen Fragen in diesem Zusammenhang auseinandersetzen. Und wer Vorerkrankungen aufweisen sollte, der hat mit etwas höheren Kosten zu rechnen als andere. Die aktuellen BU Testergebnisse finden Sie hier.