Berufsunfähigkeitsversicherung – Leistungen im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung zahlt im Fall, dass man nicht mehr im gewohnten Job arbeiten kann, eine Berufs­unfähig­keits­rente aus.
  • Da gesetzliche Leistungen normalerweise nicht ausreichen, ist dies für viele die einzige Möglichkeit, bei Berufsunfähigkeit den Lebensstandard zu halten.
  • Die Höhe der Rente richtet sich nach dem eigenen Bedarf und dem eigenen Risiko, berufsunfähig zu werden.
  • Ein Leistungsvergleich lohnt sich, da sich die Vertragsbedingungen der Versicherer in den Details stark unterscheiden können.
  • Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung kann auch als Zusatz zu einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen werden.

Was leistet eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung?

Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) sichert alle Menschen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, für den Fall ab, dass sie irgendwann nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Wer durch Krankheit oder einen Unfall zu mindestens 50 Prozent nicht mehr arbeitsfähig ist, und eine BU abgeschlossen hat, erhält von der Versicherung eine zuvor vereinbarte monatliche Berufs­unfähig­keits­rente. Diese wird so lange gezahlt, wie die Berufsunfähigkeit besteht, oder bis zum Ablauf des Vertrages. Die Zahlung einer BU-Rente endet normalerweise mit dem Erreichen des Renteneintrittsalters. Ab diesem Zeitpunkt wird dann die gesetzliche Rente gezahlt.

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Gibt es Leistungen vom Staat bei Berufsunfähigkeit?

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die Versorgung von berufsunfähigen Arbeitnehmern zuständig. Sie versichert keine speziellen Berufe, sondern nur die generelle Erwerbsfähigkeit des Arbeitnehmers. Die Rentenversicherung zahlt den Betroffenen eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie keinerlei Arbeit mehr nachgehen können. Neben den strengen Voraussetzungen für den Erhalt der Rente ist auch die Höhe der Erwerbsminderungsrente unzureichend. Sie beträgt nur etwa 30 Prozent des ehemaligen Bruttolohnes.

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Umfassendere Leistungen durch private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung

Eine private Berufs­unfähig­keits­versiche­rung sorgt dafür, dass der Lebensstandard der versicherten Person nach einer eingetretenen Berufsunfähigkeit erhalten bleibt. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird damit aufgestockt. Bei Selbständigen stellt die private BU im Regelfall die einzige Absicherung für den Berufsunfähigkeitsfall dar. Die Höhe der ausgezahlten Rente kann individuell festgelegt werden und sollte etwa 65 bis 75 Prozent des letzten Nettolohns betragen. Nach diesem Betrag und anderen Faktoren richten sich dann auch die individuellen Kosten.

… mehr zum Thema Kosten der Berufs­unfähig­keits­versiche­rung

Ein Vergleich der Anbieter hilft, das optimale Angebot zu finden

Bei der Auswahl des richtigen BU-Versicherers sollte man allerdings nicht nur auf die Kosten achten, sondern auch die angebotenen Leistungen einem Vergleich unterziehen. Denn obwohl die grundlegende Leistung der BU-Rente überall gleich ist, unterscheiden sich die Verträge doch in einigen Details.


Leistungskatalog der BU

  • Berufs­unfähig­keits­rente (Basis): Die Auszahlung der BU-Rente bei mindestens 50%iger Berufsunfähigkeit ist die Kernleistung aller Berufs­unfähig­keits­versiche­rungen.
  • BU-Rente bei vorübergehender Krankschreibung (Option): Durch eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsversicherung oder „Gelbe-Schein-Regelung“ kann man sich auch für den Fall einer länger dauernden, aber vorübergehenden Krankheit versichern. Ist dies Bestandteil des BU-Vertrages, erhält man z.B. schon ab dem vierten Monat der Krankschreibung die Berufs­unfähig­keits­rente.
  • Keine abstrakte Verweisung (Option): Die meisten Versicherer haben mittlerweile keine sogenannte „abstrakte Verweisung“ mehr in ihren Vertragsbedingungen, dennoch sollte man darauf achten. Denn wenn dies doch der Fall sein sollte, hat das Versicherungsunternehmen das Recht, Sie auf einen anderen Beruf zu verweisen, bevor es zahlen muss.
  • Laufzeit bis zum Rentenalter (Option): Standardmäßig sollte die Versicherungs- und Leistungsdauer einer BU bis zum individuellen Renteneintrittsalter gehen. Dies kann bei Vertragsabschluss nach Wunsch festgelegt werden.
  • Rückwirkende Anerkennung (Option): Wenn der Versicherungsvertrag diese Klausel enthält, dann wird die Berufs­unfähig­keits­rente auch rückwirkend gezahlt. Dies kann z.B. relevant werden, wenn die versicherte Person zwar bereits berufsunfähig ist, die entsprechende Bestätigung vom Arzt aber erst später kommt. In diesem Fall würde dann rückwirkend vom 1. Tag an die BU-Rente gezahlt.
  • Nachversicherungsgarantie (Option): Mit der Nachversicherungsgarantie wird die Möglichkeit zugesichert, die BU-Rente auch nachträglich noch anheben zu können – beispielsweise wenn das Gehalt steigt, man Kinder bekommt oder ein Haus kauft – oder auch ohne Anlass. Dafür wird dann keine erneute Gesundheitsprüfung fällig.
  • Beitragsdynamik und Leistungsdynamik (Option): Durch die Inflation verliert Geld über die Jahre immer mehr an Wert. Wenn man eine Beitragsdynamik in den Vertrag aufnimmt, steigen die monatlichen Beiträge jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz, und damit auch die spätere BU-Rente. Bei einer Leistungsdynamik wird nur die BU-Rente im Leistungsfall ebenfalls nach einem bestimmten Prozentsatz stetig erhöht.
  • Wiedereingliederungshilfe (Option): Eine Wiedereingliederungshilfe wird bei manchen Versicherern gezahlt, falls die versicherte Person wieder eine Berufstätigkeit aufnimmt. Sie kann bis zu sechs Monatsrenten betragen.

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In welchen Fällen leistet eine BU nicht?

Bestimmte Fälle, in denen keine Berufs­unfähig­keits­rente gezahlt wird, werden bei Vertragsschluss vereinbart. Dies betrifft zum Beispiel Versicherte mit Vorerkrankungen, bei denen eine Leistung aus der BU-Versicherung dann aufgrund dieser spezifischen Erkrankung ausgeschlossen wird. Es gibt daneben aber auch allgemeine Leistungsausschlüsse, die für alle Versicherten gelten.

Versicherer leisten z.B. normalerweise nicht, wenn die Berufsunfähigkeit herbeigeführt wurde durch:

  • Verkehrsdelikte (bei eigenem vorsätzlichem oder manchmal auch grob fahrlässigem Handeln)
  • Fahrtveranstaltungen mit KFZ (Teilnahme an einem Rennen)
  • Strahlenbelastung, wenn dies an einem größeren Strahlenunfall liegt
  • aktive Teilnahme an inneren Unruhen oder Kriegshandlungen
  • absichtliches Handeln, z.B. absichtliche Selbstverletzung oder Selbstmordversuch (es sei denn, es ist nachweisbar, dass dies durch eine psychische Erkrankung verursacht wurde)

Wie häufig verweigern Versicherer die Leistung?

Eine häufige Kritik an der Berufs­unfähig­keits­versiche­rung ist, dass angeblich häufig die Leistungen durch den Versicherer verweigert werden. Doch es lohnt sich, einen näheren Blick auf die Thematik zu werfen. Ein Großteil der Leistungsverweigerungen durch den Versicherer hängen damit zusammen, dass der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht hat und zum Beispiel bestehende Vorerkrankungen verschwiegen hat. Auch wird die Zahlung einer BU-Rente vom Versicherer abgelehnt, wenn der Versicherte keine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent ärztlich bestätigt bekommt.

Laut dem Analysehaus Morgen&Morgen ist jedoch der Hauptgrund für Leistungsverweigerung durch die Versicherungen, dass vom Kunden auf Nachfrage des Versicherers keine Rückmeldung kommt. Versicherte müssen dem Anbieter ärztliche Bescheinigungen vorlegen, damit dieser die Erkrankung überprüfen kann. Wenn der Kunde auf Anfrage des Versicherers bezüglich der Unterlagen nicht reagiert, wird der Leistungsantrag nach einer gewissen Zeit abgelehnt.


Leistungen verschiedener BU-Modelle

Selbstständige Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (SBU)

Bei der selbstständigen Berufs­unfähig­keits­versiche­rung wird nur die Berufsunfähigkeit versichert. Man nennt dies auch einen Risikovertrag – im Fall, dass keine Berufsunfähigkeit eintritt, erhält man kein Geld zurück.

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Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ)

Die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wird als Zusatzoption zu einer weiteren Versicherung abgeschlossen, beispielsweise zu einer Lebens- oder Rentenversicherung. So kann man Berufsunfähigkeitsschutz mit z.B. einer privaten Altersvorsorge kombinieren. In diesem Fall dient die BUZ meist nur dazu, dass die Beiträge zur Rentenversicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit weiter gezahlt werden. Das heißt, der Versicherte erhält keine BU-Rente ausgezahlt, sondern der Versicherer übernimmt lediglich die Beiträge für die Rentenversicherung.

Eine BU in Kombination mit einer Lebensversicherung bietet sich an, wenn man Angehörige absichern möchte. Dann kann eine BUZ eine günstige Alternative sein. Allerdings muss man beachten, dass bei den meisten Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen die BU-Rente sehr viel niedriger ausfällt als bei einer eigenständigen Versicherung. Oft reicht die Rente einer BUZ daher nicht aus, um den Lebensstandard zu erhalten.


Lohnt sich eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung?

Eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung ist für die meisten Menschen sinnvoll. Insbesondere wer auf sein eigenes Einkommen angewiesen ist, kann durch eine BU für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen. Besonders wichtig ist dies für Selbständige, die üblicherweise nicht über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert sind, aber auch für alle anderen, die ihren gewohnten Lebensstil halten wollen.

… mehr zum Thema „Ist eine BU sinnvoll?“

Um den individuell passenden Versicherungsschutz zu finden, ist es hilfreich, auf die Expertise eines Versicherungsmaklers zurückzugreifen. Unsere BU-Experten stehen Ihnen hierfür gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Gern können Sie auch unser kostenloses Vergleichsformular nutzen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.12.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Kathrin Dodenhoeft
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