Berufsunfähigkeitsversicherung – Leistungen im Überblick

Gesetzliche Leistungen bei Berufsunfähigkeit

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die Versorgung von berufsunfähigen Arbeitnehmern zuständig. Sie versichert keine speziellen Berufe, sondern die generelle Erwerbsfähigkeit des Arbeitnehmers. Die Rentenversicherung zahlt den Betroffenen eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen können. Ansprüche haben allerdings nur jene gesetzlich Versicherten, die mindestens 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Aufgrund dessen sind besonders Selbständige und Freiberufler bei Berufsunfähigkeit in ihrer Existenz bedroht, denn sie leisten meist keine Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse.

Gesetzliche Rentenversicherung kann kaum den Lebensstandard erhalten

Doch auch Arbeitnehmer, die berufsunfähig werden und Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben, können damit kaum über die Runden kommen. Denn der Betrag, der durch die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wird, beträgt nur etwa 30 Prozent des ehemaligen Bruttolohnes des Angestellten. Zudem ist die gesetzliche Erwerbsmiderungsrente nicht leicht zu bekommen: Nur wenn in keinem Beruf mehr länger als drei Stunden gearbeitet werden kann, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf diese Leistung.

Wenn der Betroffene noch 3 bis 6 Stunden in einem Beruf arbeiten kann, hat er zumindest Anspruch auf eine teilweise Erwerbsminderungsrente. Diese Rente beträgt dann in der Regel nur noch etwa 15 Prozent des ehemaligen Bruttolohnes des Betroffenen.

Geburtsdatum vor dem 2.1.1961

Alle Arbeitnehmer, die vor dem 2.1.1961 geboren sind, haben das Anrecht auf eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente, die bei teilweiser Erwerbsminderung Zahlungen leistet. Ähnlich wie bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wird eine Rente ausgezahlt, wenn der Angestellte nicht mehr in der Lage ist, seinen bisherigen Beruf auszuüben. Wenn der Beruf allerdings nicht mehr als sechs Stunden täglich ausgeübt werden kann, wird von der Deutschen Rentenversicherung allerdings ebenfalls erst überprüft, ob der Betroffene noch in einem anderen Beruf arbeiten kann, oder ob ihm eine Umschulung zugemutet werden kann.

Diese Leistungen bietet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung

Höhe der BU-Rente

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass der Lebensstandard des Versicherten nach einer eingetretenen Berufsunfähigkeit erhalten bleibt. Dementsprechend wird dem Versicherten im Fall, dass er berufsunfähig wird eine Rente ausgezahlt, deren Höhe er bei Vertragsbeginn festlegt. Je höher die vereinbarte Rentenzahlung, desto höher sind allerdings auch auch die monatlichen Beiträge. Die monatliche Berufsunfähigkeitsrente kann jedoch nicht beliebig hoch gewählt werden. Die meisten BU-Anbieter legen eine Höchstgrenze fest, bis zu der die BU-Rente gewählt werden kann. Diese Höchstgrenzen sind von Versicherer zu Versicherer verschieden und orientieren sich in der Regel am Bruttolohn des Versicherten. Zum Beispiel kann die mögliche Höchstabsicherung 60 oder 75 Prozent des Bruttoeinkommens betragen.

Leistungen der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)

Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kann zusammen mit der privaten Altersvorsorge oder beispielsweise in Verbund mit einer Risikolebensversicherung abgeschlossen werden. Sie bietet auch als Zusatzoption nahezu die gleichen Leistungen wie die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine BU in Kombination mit einer Lebensversicherung bietet sich an, wenn man Angehörige absichern möchte. Dann kann eine BUZ eine günstige Alternative sein. Allerdings muss man beachten, dass bei den meisten Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen die BU-Rente sehr viel niedriger ausfällt als bei einer eigenständigen Versicherung. Da die Beiträge sonst sehr teuer wären. Oft reicht die Rente einer BUZ daher nicht aus, um den Lebensstandard zu erhalten.
In Verbindung mit einer Rentenversicherung dient die BUZ meist nur dazu, dass die Beiträge zur Rentenversicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit weiter gezahlt werden. Das heißt, der Versicherte erhält keine BU-Rente ausgezahlt, sondern der Versicherer übernimmt lediglich die Beiträge für die Rentenversicherung.

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Wann kommt es zur Leistungsablehnung des BU-Versicherers?

Eine häufige Kritik an der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass angeblich häufig die Leistungen durch den Versicherer verweigert werden. Doch in diesem Zusammenhang lohnt es sich einen näheren Blick auf die Thematik zu werfen. Ein Großteil der Leistungsverweigerungen durch den Versicherer hängen damit zusammen, dass der Versicherungsnehmers bei Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht hat und zum Beispiel bestehende Vorerkrankungen verschwiegen hat. Auch wird die Zahlung einer BU-Rente vom Versicherer abgelehnt, wenn der Versicherte keine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent ärztlich bestätigt bekommt. Laut dem Analysehaus Morgen&Morgen ist jedoch der Hauptgrund für Leistungsverweigerung durch die Versicherungen, dass vom Kunden auf Nachfrage des Versicherers keine Rückmeldung kommt. Versicherte müssen dem Anbieter ärztliche Bescheinigungen vorlegen, damit dieser die Erkrankung überprüfen kann. Wenn der Kunde auf Anfrage des Versicherers bezüglich der Unterlagen nicht reagiert, wird der Leistungsantrag nach einer gewissen Zeit abgelehnt.

Leistungsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigeitsversicherung zahlt dem Versicherten eine vertraglich festgelegte Rente aus, sobald dieser seinen derzeitigen Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles nicht mehr ausüben kann.

Verweisungsklauseln

Der Versicherer überprüft im Leistungsfall, ob der Versicherte die Voraussetzungen erfüllt, um die Berufsunfähigkeitsversicherungsrente zu erhalten. Wenn im BU-Vertrag sogenannte Verweisungklauseln enthalten sind, kann es sein, dass der Versicherte im Leistungsfall keine BU-Rente erhält, sondern durch die Versicherung auf einen anderen Beruf verwiesen wird, den er theoretisch noch ausüben kann. Diese Klausel bezeichnet man als sogenannte „abstrakte Verweisung“. Der Antragsteller sollte bei Vertragsabschluss genau darauf achten, dass diese Klausel nicht in den Vertragsbedingungen enthalten ist, denn sie kann sich im Leistungsfall als großer Nachteil für den Versicherten herausstellen (BU Klauseln und Regelungen).

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