Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Die Berechnung der Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt unter Berücksichtigung einiger Risikofaktoren: Eintrittsalter, Beruf, Vorerkrankungen und Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit. Erweist sich nur einer der Faktoren als risikoreich, erhalten Interessierte den Versicherungsschutz oft nur bei Vereinbarung eines Risiko-Zuschlags oder mit Ausschluss von Versicherungsleistungen bei bestimmten Krankheiten. Im schlimmsten Fall wird ihr Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung sogar abgelehnt. Umso mehr drängt sich die Frage auf, ob der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen möglich ist. Einen Lösungsansatz zu diesem Problem soll die Entgeltumwandlung bereithalten.

Betriebliche Altersvorsorge auch mit Risikovorsorge

Seit mehr als einem Jahrzehnt haben Arbeitnehmer ein Anrecht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Wer sich im Rahmen der Entgeltumwandlung dazu entschließt, einen Teil seines Gehalts in die betriebliche Vorsorge fürs Alter zu investieren, spart Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge lässt sich nicht nur der Aspekt der Altersrente absichern, sondern auch die Risikovorsorge. Somit fließt ein Teil des Vorsorgebetrags in die Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos, anstatt in die Rente.

Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht einen geringen Beitragssatz

Zahlreichen Beschäftigten wird gewöhnlich der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung, aufgrund ihres Alters, Berufs oder existierender Vorerkrankungen (mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsprüfung) verwehrt. Eben dieser Tatsache können Arbeitgeber mit dem Abschluss einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung entgegenwirken. Durch die Vereinbarung eines Gruppenvertrages erhalten die Arbeitnehmer bessere Leistungen wie eine vereinfachte Gesundheitsprüfung und bessere Tarife.

Dienstobliegenheitserklärung anstelle von Gesundheitsfragen

Im Unterschied zur Beantwortung der üblichen Gesundheitsfragen, kommt ein anderes Prozedere beim Berufsschutz über die betriebliche Altersvorsorge zum Tragen. Hierbei werden die Arbeitnehmer zur Unterzeichnung sogenannter Dienstobliegenheitserklärungen verpflichtet. Dabei handelt es sich um ein Abkommen zwischen Arbeitgeber und Angestellten, welches die gesundheitliche Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers bestätigt.

Zwei mögliche Formen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Berufsunfähigkeitsschutz kann auf zwei unterschiedlichen Wegen abgeschlossen werden, entweder im Rahmen der Direktversicherung als Entgeltumwandlung oder arbeitgeberfinanziert.

Arbeitgeberfinanzierte Versicherung

Werden 50 Prozent des fälligen Versicherungsbeitrags von den Unternehmensmitarbeitern gezahlt, so gilt der Gruppenvertrag als arbeitgeberfinanziert. Dabei kommt ein kleiner Gruppenvertrag bereits ab einer Anzahl von fünf bis neun Mitarbeitern zustande. Gruppenverträge, die eine Mitarbeiterzahl zwischen 10 und 100 bereithalten, erlangen den Versicherungsschutz zu besseren Annahmevoraussetzungen und einer vereinfachten Gesundheitsprüfung. Unternehmen mit über 500 Arbeitnehmern wird ein noch attraktiverer Gestaltungsspielraum geboten. In dem Zusammenhang können sie die Bedingungen zur Gesundheitsprüfung oder den Leistungsbausteinen individuell vereinbaren. Dabei erfolgt eine eventuelle Erhöhung der versicherten Berufsunfähigkeitsrente über die Dynamik oder eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung.

Direktversicherung als Entgeltumwandlung

Neben der arbeitgeberfinanzierten Variante, kann der Berufsunfähigkeitsschutz, auch in Form einer Entgeltumwandlung abgeschlossen werden. Dabei kommt der Vorsorgebeitrag unmittelbar aus dem Bruttolohn des Arbeitnehmers und bleibt bis zu einem Betrag von 248 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Dadurch fällt die Nettobelastung geringer aus. Je nach Bruttolohn und Steuerklasse können Beitragsvorteile zwischen 45 und 50 Prozent realisiert werden. Zeigt sich der Arbeitgeber besonders kulant, beteiligt er sich bestenfalls noch zusätzlich am Beitrag.

Deutlich geringere Steuerlast

Entschließt sich ein Angestellter zur Entgeltumwandlung, spart er in jedem Fall die Steuerlast (mehr zu Steuern sparen mit der BU-Versicherung). Denn nach Abzug der Versicherungsprämien bleibt ein reduziertes Bruttoentgelt übrig, welches dementsprechend geringer besteuert wird. Jedoch hat dieses Verfahren eine nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter zur Folge. Dabei ist zu beachten, dass auch die Vorsorgeprodukte der Sparte Berufsunfähigkeitsversicherung zum Zeitpunkt der Auszahlung besteuert werden. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Entgeltumwandlung. Durch den unmittelbaren Abzug und dem damit einhergehenden Steuervorteil erhöht sich das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers.

Individueller Versicherungsschutz wird ermöglicht

Zudem ermöglicht die Entgeltumwandlung einen individuell auf den Mitarbeiter zugeschnittenen Versicherungsschutz (mehr zum Thema). Dabei entsteht der Sparanreiz der Entgeltumwandlung nicht nur im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern kann flächendeckend in unterschiedlichen Versicherungsbereichen genutzt werden. Sehr beliebt, sind zum Beispiel die Kapitallebensversicherung und die Altersrente. Die Entgeltumwandlung lohnt sich insbesondere bei der Umwandlung höherer Gehaltssummen. Dabei profitiert man nicht nur von den niedrigen Beiträgen. Vielmehr kann die abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Rente kombiniert werden.

100 Prozent berufsunfähig

Im Schadensfall gestaltet sich die Inanspruchnahme der Versicherungsleistungen sehr viel einfacher, als beim Abschluss einer herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung. Ist bei dem Arbeitnehmer eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent eingetreten, wird diese zu 100 Prozent vom Versicherer anerkannt.