Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung?

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz VorerkrankungMenschen mit Vorerkrankungen haben nur selten die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. In einigen Fällen ist dem Versicherer das Risiko einer Absicherung zu hoch. Dann heißt es für den Versicherten entweder höhere Beiträge oder gar keine Absicherung. Doch es gibt einige Ausnahmen und Alternativen, die der Versicherte kennen sollte.

Vorerkrankungen, die besonders häufig zur Ablehnung führen

Einige Krankheiten führen besonders häufig zu einer Ablehnung bei der Antragstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer eine bestimmte Krankheit hat, kann sich sicher sein, von der Versicherung abgelehnt zu werden. Die folgenden Krankheiten werden von den meisten Versicherern als Ausschlusskriterium angesehen:

  • Rheuma
  • Asthma
  • Herzinfarkt
  • Morbus Crohn
  • bösartige Tumore
  • Diabetes Typ 1
  • Neurodermitis
  • Multiple Sklerose

Häufig ist auch eine psychische Erkrankung der Grund für den Ausschluss. Doch nicht jede psychische Krankheit ist gleich schwer. In diesem Zusammenhang lohnt sich in jedem Fall eine anonyme Voranfrage, mit der festgestellt werden kann, ob mit dieser Krankheit eine Versicherung abgeschlossen werden kann. Bei manchen Anbietern kann eine Versicherung mit einem Ausschluss für diesen bestimmten Krankheitsbereich abgeschlossen werden. Das ist in der Regel immer noch besser als gar keine Versicherung.

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Auf Vertragslaufzeit achten

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, der sollte darauf achten, dass die Vertragslaufzeit lange genug ist. Die Zeit sollte möglichst bis zum Eintritt des Rentenalters währen (in der Regel bis zum 67. Lebensjahr).

Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, der muss im Rahmen der Antragstellung eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Die Gesundheitsfragen sollten mit größtmöglicher Sorgfalt beantwortet werden, damit im Falle einer Berufsunfähigkeit kein Leistungsausschluss erfolgt. Die Fragen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter nur geringfügig voneinander. Typischerweise zielen die Fragen auf die Ausprägung der Vorerkrankungen in den letzten fünf Jahren ab. Vor allem Krankheiten, die ein erhöhtes Risiko der Berufsunfähigkeit mit sich bringen, werden speziell erfragt. Außerdem will der Versicherer in der Regel wissen, wie ausgeprägt der Konsum von Drogen wie Alkohol und Zigaretten bei dem zu Versichernden ist. Auch will der Versicherer meist wissen, ob in den letzten fünf Jahren ein Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt wurde.

Anonyme Voranfrage bei den Versicherern

Wer im Vorhinein abschätzen möchte, ob er eine Berufsunfähgkeitsversicherung abschließen kann, der sollte bei mehreren Versicherern einen anonymen Vorantrag stellen. So kann der Antragsteller umgehen, dass er auf der schwarzen Liste der Versicherer landet. Denn jeder nicht gelungene Versuch, eine Versicherung abzuschließen, wird im Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer gespeichert. Ein Herauskommen aus dieser Liste ist meist nur schwer möglich.

Makler kann bei dem Abschluss helfen

Wer sich nicht sicher ist, ob er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, der kann einen Versicherungsmakler mit der Aufgabe betreuen, bei den verschiedenen Versicherungsanbietern anonyme Voranfragen zu stellen. Kommt es in diesem Zusammenhang zu keinem positiven Ergebnis, kann der Makler dann auch dabei helfen, eine alternative Versicherung abzuschließen. Gerne helfen Ihnen in diesem Zusammenhang unsere unabhängigen Versicherungsexperten weiter. Telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. 

Ein typischer Irrtum in Bezug auf die eigene Sicherheit:

„Ich bin doch geschützt, oder?“

Fast 75 Prozent der Deutschen, die eine Unfall- oder Lebensversicherung haben, glauben, dass sie durch diese bereits ausreichend abgesichert sind. Doch nur die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet einen ausreichenden Schutz für Menschen, die nicht mehr arbeiten können. Nur die BU leistet  – wenn nötig – über Jahrzehnte hinweg in Form einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind zwar zahlreich, trotzdem sollten sie nur die Notoption bilden. Denn keine andere Absicherung der Arbeitskraft kann die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung adäquat ersetzen. Wem allerdings der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung verwehrt bleibt, dem bleiben noch andere Möglichkeiten, um einen Basisschutz in diesem Bereich zu bekommen.

Dread-Disease-Versicherung

Eine gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung bildet die Dread-Disease-Versicherung. Mit dieser Versicherung werden verschiedene spezielle Krankheiten abgesichert. Dabei ist das Auszahlungsmodell der Versicherung allerdings unterschiedlich zu dem der Berunfsunfähigkeitsversicherung. Denn die Versicherung zahlt dem Versicherten nicht Leistungen aus, wenn dieser Berufsunfähig wird, sondern wenn die Diagnose einer bestimmten Krankheit gestellt wird. Die Versicherung ist nicht darauf ausgelegt, den Lebensstandard nach der Erkrankung längerfristig beizubehalten, sondern beispielsweise um Zusatzbehandlungen finanzieren zu können.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist der Berufsunfähigkeitsversicherung vom Prinzip her recht ähnlich. Sie zahlt eine Rente aus, sobald der Versicherte erwerbsunfähig geworden ist. Der Begriff der Erwerbsunfähigkeit ist hierbei allerdings anders zu gebrauchen als der der Berufsunfähigkeit. Denn Erwerbsunfähigkeit bedeutet, dass der Versicherte noch auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann, wenn er den aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kann. Nur wer nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann, gilt als komplett erwerbsunfähig.

Unfallversicherung

Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, hat in der Regel die Möglichkeit immerhin eine Berufsunfähigkeit durch einen Unfall per Unfallversicherung abzusichern. Wer durch einen Unfall dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, der bekommt von der Versicherung eine lebenslange Rente ausgezahlt. Allerdings werden weniger Menschen durch einen Unfall berufsunfähig, als durch Krankheit. Daher sollte die Unfallversicherung eher als zusätzlicher Schutz und nie als alleinige Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden.

Betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Arbeitnehmer können eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch über ihre Firma abschließen. Dabei ist die Absicherung in der Regel einfacher zu bekommen, als eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn die Versicherung wird in der Regel als Gruppenvertrag abgeschlossen, wobei die Gesundheitsfragen stark vereinfacht sind. Davon können Versicherte mit Vorerkrankungen profitieren.