Berufsunfähigkeitsversicherung und Burnout

Berufsunfähigkeitsversicherung-Burnout15 Millionen Berufsunfähigkeitsversicherungen haben die Deutschen abgeschlossen. Was zunächst nach einer hohen Zahl klingt, bescheinigt eigentlich das Gegenteil: Nämlich, dass noch immer zu viele Menschen den Wert ihrer Arbeitskraft unterschätzen. Denn die Zahl der Berufstätigen, die nicht bis zum Rentenalter arbeiten können, steigt. Damit nimmt das Risiko, im Laufe seines Lebens berufsunfähig zu werden, stetig zu.

Bei den Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit belegen psychische Erkrankungen mit mehr als 31 Prozent den ersten Platz. Burnout zählt neben Depressionen zu der häufigsten Form seelischer Leiden, die zu einem längerfristigen Ausscheiden aus dem Berufsleben führen. Ist man im Fall eines Burnouts nicht abgesichert, rutscht man leicht in den sozialen Abgrund. Gerade für diejenigen, die mit psychischen Erkrankungen wie Burnout kämpfen, stellen zusätzliche finanzielle Schwierigkeiten ein großes Problem dar.

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Burnout – Was ist das eigentlich?

Ein Burnout kommt nicht von heute auf morgen. Es handelt sich dabei eher um einen schleichenden Prozess, der sich durch vielerlei Hinweiszeichen ankündigt. Viel zu oft werden diese Warnsignale jedoch überhört und leichtfertig abgetan.

Die Anfänge zeigen sich durch Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Weiter geht es mit einem Gefühl der Niedergeschlagenheit. Einige Betroffene leiden auch unter Angstzuständen. Außerdem lassen die kognitiven Fähigkeiten nach. Patienten mit Burnout-Syndrom können sich schlecht konzentrieren, vergessen Dinge und sind unaufmerksam. Meist ist auch der soziale Bereich betroffen, der eigentlich für einen Ausgleich von der Arbeit sorgt. Betroffene ziehen sich häufig zurück und haben keine Kraft mehr, sich um Hobbys und Freunde zu kümmern.


Herbert Freudenberger und seine Kollegin Gail North haben zwölf Phasen im Verlauf des Burnout-Syndroms unterschieden. Wie genau der Prozess verläuft, ist allerdings individuell unterschiedlich:

  1. Drang, etwas beweisen zu wollen
  2. Extremes Leistungsstreben
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranz und Geringschätzung anderer Personen
  7. Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte
  8. Offensichtliche Verhaltensänderungen, Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. Erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs

Burnout – eine Volkskrankheit?

Private Belastungen, Schichtarbeit, ständige Erreichbarkeit, Stress und Druck im Berufsleben – Faktoren, die die Entstehung von Burnout und Depressionen begünstigen. Gerade Menschen, die viel Verantwortung in ihrem Beruf tragen, sind häufig betroffen. Dazu zählen neben Managern, Selbständigen und Führungspersonen vor allem Personen, die im sozialen Bereich tätig sind. Gerade Heimleiter, Krankenschwestern, Sozialarbeiter und -pädagogen wählen ihre Berufe meist aus Überzeugung und neigen daher häufig dazu, an ihr Limit zu gehen. Darüber hinaus sind sie immer wieder mit menschlichem Leid konfrontiert, was eine zusätzliche psychische Belastung darstellt.

Berufsunfaehigkeitsversicherung BurnoutZahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Burnout?

Ein Burnout zieht in den meisten Fällen einen längeren Ausstieg aus dem Berufleben nach sich. Die Genesung kann mehrere Monate bis hin zu Jahren in Anspruch nehmen. In diesem Fall kann nur eine leistungsstarke Berufsunfähigkeitsversicherung für den nötigen Schutz sorgen und das Ausbleiben des Einkommens auffangen und damit finanzielle Einbußen abfedern.

Der Großteil der Assekuranzen erkennt Burnout inzwischen als psychische Erkrankung und als Ursache für Berufsunfähigkeit an und erbringt die vereinbarten Leistungen. Die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente erfolgt durch den Verischerer, wenn ein BU-Grad von mindestens 50 Prozent diagnostiziert wird und der Verischerte voraussichtlich für 6 Monate und/oder länger berufsunfähig sein wird.

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Fazit zum Thema Burnout

Die Zeiten, in denen nur Personen aus besonders gefährlichen Berufen von Berufsunfähigkeit betroffen sind, sind lange vorbei. Denn vor einer Erkrankung wie einem Burnout ist kaum jemand gefeit. Inzwischen kennt fast jeder einen Menschen im privaten oder beruflichen Umfeld, der unter Burnout oder Vorstufen leidet. Aus diesem Grund sollte gerade diese Krankheit nicht unterschätzt werden. Natürlich ist es mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung allein nicht getan. Im besten Fall muss man keinen Gebrauch von der Versicherung machen, doch die Sicherheit im Fall der Fälle gut abgesichert zu sein, ist ein erster Schritt, das Thema ernst zu nehmen.