Berufsunfähigkeitsversicherung und Neurodermitis

Die Neurodermitis ist eine schmerzhafte und juckende Hauterkrankung, die bis heute nicht vollständig heilbar ist. Auch ihre Ursachen sind noch nicht ganz erforscht. Wer vor Vertragsabschluss unter Neurodermitis leidet, wird Schwierigkeiten haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Die Zahlung einer BU-Rente aufgrund der Hauterkrankung ist dagegen nicht ausgeschlossen. Versicherte mit diesem Leiden sollten bei der Wahl ihres Versicherers sehr sorgfältig vorgehen.

Eine Hautkrankheit mit weitreichenden Folgen

Berufunfähigkeitsversicherung NeurodermitisAuf den ersten Blick mag sich der Zusammenhang zwischen der lästigen Hautkrankheit und einer Ablehnung des Antrags zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht sofort erschließen. Doch die Erkrankung hat unterschiedliche Ursachen, die bis heute nicht vollständig erforscht sind. Besteht die Gefahr, dass die berufliche Tätigkeit die Erkrankung verschlimmert, erschwert dies den Abschluss der Versicherung. Im eigenen Interesse sollte ein Erkrankter eine Berufstätigkeit ausüben, der er bedenkenlos und dauerhaft nachgehen kann.

Neurodermitis – Einflussfaktoren und Auslöser

Die Faktoren, die einen Neurodermitisschub auslösen können, sind vielfältig.
Hier eine Liste der häufigsten Einflussfaktoren:

  • übermäßig häufiges Waschen
  • Allergene, wie zum Beispiel Hausstaubmilbenkot, Pollen, Tierhaare
  • Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Kuhmilch, Hühnerei, Weizen oder Soja
  • Kleidung
  • Reinigungsmittel, Duft- oder Konservierungsstoffen
  • Klimafaktoren, wie extreme Kälte, Trockenheit oder Schwüle
  • Umweltgifte, wie Abgase oder Tabakrauch
  • Psychische Belastung
  • Stress 

Keine Antragsannahme bei absehbarem Risiko

Ein Patient, der einem Beruf mit einem erhöhten Risiko einer ausbrechenden Erkrankung nachgeht, wird kaum einen Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. Als Patient sollte man deshalb im eigenen Interesse beispielsweise nicht als Bäcker tätig werden, weil der Kontakt mit Mehl und Backzutaten die Erkrankung verschlimmern kann. Überhaupt sollte man den ausgeübten Beruf in Abhängigkeit von der Schwere der Krankheit wählen. Anderenfalls besteht die große Gefahr, dass jeder Versicherungsantrag abgelehnt wird.

Einfach Formular ausfüllen und einen individuellen und kostenlosen Vergleich der aktuellen Berufsunfähigkeitstarife erhalten. 

Genaue Antragsprüfung des Versicherers zu erwarten

Wer einen Antrag auf Abschluss einer BU-Versicherung einreicht, muss bei einer bestehenden Neurodermitis mit einer sorgfältigen Prüfung des Versicherers rechnen. Erscheint ihm das Risiko, dass eine Berufsunfähigkeit im ausgeübten Beruf eintritt, als zu hoch, wird er den Antrag ablehnen (hier ein Überblick von Stiftung Warentest zu Krankheiten, die oft zur Ablehnung des Antragstellers führen – aus Finanztest 7/2002). Alternativ kann ein Leistungsausschluss vereinbart werden, und selbst Risikozuschläge sind denkbar. Immer aber wird die Gesellschaft genau prüfen, ob sie das Risiko auf sich nehmen will, diesen Patienten zu versichern.

Mögliche Alternativen der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn der ausgeübte Beruf nicht als versicherbare Tätigkeit infrage kommt, könnte der Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Alternative sein. Allerdings ist im Einzelfall genau zu prüfen, ob diese Variante sinnvoll ist. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung schützt, wenn man nicht mehr erwerbstätig sein kann. Ein erfahrener Versicherungsmakler hilft bei der Analyse, ob die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine vernünftige Alternative ist.

Neurodermitis als Ursache für Berufsunfähigkeit

Eine Neurodermitis kann eine Berufsunfähigkeit auslösen. Wird die juckende Hauterkrankung diagnostiziert und wird ein Zusammenhang zum ausgeübten Beruf festgestellt, kann dies die Diagnose einer Berufsunfähigkeit nach sich ziehen. Erkrankt ein Bäcker an Neurodermitis, dürfte es zukünftig schwierig werden, diesen Beruf weiter auszuüben. Da die Krankheit als unheilbar gilt, ist ein vorübergehender Verlust der Arbeitskraft in diesem Fall kaum zu erwarten. Vielmehr muss bei Neurodermitis damit gerechnet werden, dass die Tätigkeit nicht mehr infrage kommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorsicht vor dem Recht der Verweisung

Bevor der Versicherer eine Berufsunfähigkeit wegen einer Neurodermitis anerkennt, wird er sein Recht auf eine Verweigerung der Zahlung prüfen. Insbesondere wird es um die abstrakte oder die konkrete Verweisung gehen. Ein Versicherungsvertrag, der diese Klauseln beinhaltet, erlaubt dem Versicherer, die Ausübung einer anderen Tätigkeit zu fordern, bevor eine BU-Rente gezahlt wird. Eine Neurodermitis bietet sich für die Verweisung auf eine andere Berufstätigkeit leider an (Berufsunfähigkeitsversicherung Klauseln und Regelungen).