Rückenschmerzen und Berufsunfähigkeit: Das sollten Sie wissen!

Berufunfähigkeitsversicherung News RückenschmerzenErkrankungen des Bewegungsapparates wurden als häufigster Grund für eine Berufsunfähigkeit zwar von den psychischen Erkrankungen überholt. (S. a. Die Ursachen für Berufsunfähigkeit) Dennoch sind sie noch immer einer der Hauptgründe für einen vorzeitigen Berufsausstieg.

Rund ein Viertel der krankheitsbedingten Ausfalltage gehen nach wie vor auf Beschwerden des Bewegungsapparates zurück. Häufigste Erscheinung bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen sind Rückenprobleme und Bandscheibenvorfälle. Die Ursachen sind häufig komplex und nur schwer zu ermitteln. Die Arbeitsbedingungen gelten dabei als einer der häufigsten Faktoren.

Fehlbelastungen durch Heben und Tragen von schweren Lasten, Zwangshaltungen und einseitige Belastungen durch überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten führen auf längere Sicht zu einem erhöhten Risiko, anhaltende Probleme mit dem Bewegungsapparat zu bekommen.

Volkskrankheit Rückenschmerzen

Drei von vier Deutschen klagen über gelegentliche Rückenschmerzen. Fast ein Drittel stuft die Schmerzen als chronisch ein. Auch die Zahl der Rückenoperationen nimmt seit Jahren stetig zu. Wurden im Jahr 2005 noch 121.000 Menschen operiert, so stieg die Zahl der Rückenoperationen bis 2011 auf 174.000 an. Tendenz: weiter steigend.

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Chronische Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gelten als chronisch, wenn die Schmerzen länger als drei Monate anhalten, wenn man länger als vier Wochen wegen der Rückenschmerzen krank geschrieben wurde und wenn es mehr als zwei Schmerzepisoden pro Jahr gibt.

Tipps gegen Rückenschmerzen

Gerade in der heutigen Zeit gehen viele Menschen einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nach. Aber auch schwer körperlich arbeitende Menschen, wie Handwerker und Krankenschwestern sind häufig von Rückenschmerzen betroffen. Der Ursprung der Probleme ist häufig: ergonomisch schlecht ausgestattete Arbeitsplätze, falsches Heben und Tragen, einseitige Belastung von Rücken und Wirbelsäule.

Acht Tipps helfen dabei, Rückenschmerzen zu lindern. Mit etwas Zeit und Einsatz beugen Sie damit nicht nur dauerhaften Schmerzen vor, sondern im Zweifel verhindern Sie auch eine längere oder gar dauerhafte Berufsunfähigkeit.

1. Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Bewegung ist die beste Medizin – und das ganz ohne negative Nebenwirkungen. Wer schon unter Schmerzen leidet, sollte sich anfangs auf Körperbereiche konzentrieren, die schmerzfrei bewegt werden können. Dadurch wird der Körper besser durchblutet und schmerzhemmende Stoffe werden produziert. Wodurch wiederum die Schmerzwahrnehmung gedämpft wird.
Schon regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, verbessern das Wohlbefinden.

2. Entlastung der Wirbelsäule

Neben der Aktivität darf auch die Entlastung nicht zu kurz kommen. Die Muskulatur der Wirbelsäule und der Ischiasnerv sollten regelmäßig entlastet werden, damit sie sich entspannen können.
Eine günstige Position besteht darin, sich flach hinzulegen und die Unterschenkel im rechten Winkel hoch zu lagern. So können die Bandscheiben Flüssigkeit aufnehmen, die sie für ihre Pufferfunktion benötigen.

3. „Schonhaltung“ vermeiden

Die sogenannte Schonhaltung wird häufig von Betroffenen eingenommen, um Schmerzen zu vermeiden. Das Ergebnis einer solchen Haltung ist allerdings meist, dass bestimmte Muskelgruppen übermäßig beansprucht werden und somit zusätzlich schaden. Achten Sie auf eine korrekte Haltung oder konsultieren Sie im Zweifel einen Physiotherapeuten.

4. Linderung durch Wärme

Gegen Verspannungen hilft Wärme. Schnelle Linderung verschaffen Sie sich, indem Sie ein feuchtes Tuch und darauf eine Wärmflasche auf die betroffene Körperregion legen. Die Feuchtigkeit in Kombination mit der Wärme sorgt dafür, dass die Wärme tief in den Körper eindringt, die schmerzende Region gut durchblutet wird und sich die Muskulatur entspannt.

5. Gezieltes Rückentraining

Neben allgemeiner Bewegung sollten auch gezielt Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur Teil der regelmäßigen Maßnahmen werden. Wer bereits unter chronischen Schmerzen leidet, sollte dies allerdings nicht auf eigene Faust tun, sondern einen Fachmann zu Rate ziehen, um das Problem nicht durch falsches Ausführen der Übungen zu verschlimmern.
Viele Krankenkassen übernehmen inzwischen ganz oder teilweise die Kosten für sogenannte Rückenschulen – fragen Sie einfach mal nach.

6. Massagen

Massagen regen die Durchblutung an, entspannen und lösen so Verspannungen. Um bei chronischen Problemen langfristige Erfolge zu verbuchen, empfiehlt sich der Gang zum Physiotherapeuten. Physiotherapeutische Massagen können auch vom Hausarzt verschrieben werden.

7. Reduzierung von Stress

Wer dauerhaft unter Stress steht, neigt dazu sich zu verspannen. Rückenschmerzen sind daher häufig auch ein Hinweis auf zu viel Stress. Das heißt, um Rückenschmerzen zu lindern, ist es oft nötig das Problem ganzheitlich zu betrachten. Wie stark wirken Faktoren, wie Termindruck, Leistungsdruck und Versagensängste auf mich und meinen Körper?
Weitere Informationen rund um das Thema Stress finden Sie hier.)

8. Richtiges Heben und Tragen

Heben Sie schwere Gegenstände aus der Hocke. Dadurch wird der Rücken entlastet. Die Hauptarbeit übernimmt die Beinmuskulatur.
Gehen Sie bis zu 90 Grad in die Knie, nehmen Sie dann den Gegenstand mit der Kraft Ihrer Beine hoch. Spannen Sie dabei auch die Bauchmuskeln an. So bleibt der Rücken gerade. Um die Last abzusetzen, gehen Sie wieder in die Hocke.
Lasten sollten möglichst nah am Körper getragen werden. Auch die Körperhaltung ist wichtig. Versuchen Sie es zu vermeiden, sich beim Tragen schwerer Lasten nach hinten zu lehnen. Ebenso, wie beim Heben und absetzen von schweren Gegenständen sollte, der Rücken auch beim Tragen stets möglichst gerade gehalten werden.

Fazit und Tipp

Wie die Zahlen zeigen, sind Rückenschmerzen ein besonders häufig auftretendes Problem. Selbst junge Menschen und Kinder klagen über gelegentliche Rückenschmerzen. Aber auch, wenn anscheinend jeder schon mal Rückenschmerzen hatte, sollte dieses Problem nicht unterschätzt werden. Der Übergang von gelegentlichen Rückenschmerzen zu einem chronischen Problem ist häufig fließend. Wenn es allerdings erstmal soweit gekommen ist, das die schmerzen zum ständigen Begleiter geworden sind, ist es sehr viel aufwendiger sie wieder loszuwerden.

Wer Rückenschmerzen bei sich feststellt, sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich möglichst zeitnah damit auseinander setzen.
Gezielte und regelmäßige Bewegung noch immer der wirksamste Weg, das Leiden zu lindern oder noch besser, ihm vorzubeugen. Außerdem sollte man versuchen die Ursache für die Schmerzen zu finden. Stress, ergonomisch ungünstiges Sitzen, Stehen, Tragen oder Heben – häufig kommen hier mehrere Probleme zusammen. Reagieren sie frühzeitig auf die Schmerzen und ergreifen Sie entsprechende Gegenmaßnahmen.