Berufsunfähigkeitsversicherung und Sehnenscheidenentzündung

Berufsunfähigkeitsversicherung SehnenscheidenentzündungEine Sehnenscheidenentzündung ist eine anerkannte Berufskrankheit, die zu Berufsunfähigkeit führen kann.
Im September 2006 gab es ein erstes Grundsatzurteil vom Göttinger Verwaltungsgericht, das darin die Sehnenscheidenentzündung einer Bahnbeamtin als Berufskrankheit anerkannte. Die Klägerin hatte seit Jahren überwiegend am Computer gearbeitet, bis sie zuletzt etwa 90 Prozent ihrer Arbeitszeit am PC verbrachte, wovon sie wiederum über 60 Prozent der Zeit mit der Maus arbeitete. Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass bei solchen Arbeitsbedingungen die Wahrscheinlichkeit, an einer Sehnenscheidenentzündung zu erkranken, besonders groß ist, womit die Voraussetzungen einer Berufskrankheit gegeben sind. 2011 erkannte auch das Aachener Verwaltungsgericht die Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit bei einer Finanzbeamtin an, die ebenfalls 90 Prozent der Arbeitszeit vor dem Computer verbrachte.

Berufskrankheit – Was heißt das eigentlich?

Das Sozialgesetzbuch SGB VII § 9 enthält nennt die Kriterien. Der Grundsatz lautet:

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht werden, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind.

Die Bundesregierung bestimmt durch die Rechtsverordnung, welche Krankheiten als Berufskrankheiten anzusehen sind. Die anerkannten Krankheiten werden in einer Berufskrankheiten-Liste (BK-Liste) veröffentlicht. Die BK-Liste umfasst aktuell mehr als 60 Berufskrankheiten. Ein Beratungsgremium aus Arbeitsmedizinern erarbeitet Vorschläge für Veränderungen und Erweiterungen der Liste.

Folgen des Gerichtsurteils

Trotz der Anerkennung als Berufskrankheit und der damit verbundenen Leistungspflicht durch die gesetzliche Versicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Denn leider zählt die Sehnenscheidenentzündung zu den Berufskrankheiten mit der geringsten Anerkennungsquote. Auch darf die Übergangsleistung der gesetzlichen Unfallversicherung maximal einer Jahresrente entsprechen. Bei einer dauerhaften Berufsunfähigkeit, die zum Beispiel durch eine chronische Sehnenscheidenentzündung ausgelöst werden kann, helfen diese Leistungen nur wenig.

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Berufsunfähigkeitsversicherung – sinnvoll und nötig!

Wer nicht mehr arbeiten kann, kann auch nicht mehr für seinen Lebensunterhalt sorgen. Die gesetzliche Unfallversicherung ersetzt nur einen geringen Teil des ehemaligen Einkommens, sodass eine umfassende finanzielle Absicherung im Krankheitsfall nur durch eine private BU-Vorsorge gegeben ist. Berufstätige, die vorwiegend am Computer arbeiten, aber auch Frisöre und andere Berufsgruppen sind häufiger von Sehnenscheidenentzündungen betroffen. Sie sollten sich unbedingt mit dem Thema auseinander setzen und möglichst früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen (Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich).

Wurde schon einmal eine Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert, kann es sein, dass der Versicherer einen Ausschluss der Krankheit oder einen Risikozuschlag verlangt. Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es in jedem Fall ratsam, einen Versicherungsmakler zu Rate zu ziehen. Der Makler kennt die Vertragsbedingungen der Anbieter und findet, z.B. im Fall einer Vorerkrankung den passenden BU-Versicherer.

Sehnenscheidenentzündung – Ursachen

Häufigste Ursache für eine berufsbedingte Entzündung der Sehnenscheiden ist eine Über- oder Fehlbelastung der Handgelenke. Diese entstehen durch monotone Bewegungen und schlechte ergonomische Ausstattung von Computer-Arbeitsplätzen. Inzwischen wird in Fachkreisen sogar der Begriff „Mausarm“ benutzt. Schreibkräfte, Informatiker, Musiker, Frisöre und Konstrukteure sind nur einige der häufig betroffenen Berufsgruppen.

Unterarm und Handgelenk gehören zu den typischen Körperteilen, die von Sehnenscheidenentzündungen betroffen sind. Intensive Computerarbeit, vor allem an Schreibtischen, die zu niedrig oder zu hoch sind, sowie ergonomisch schlechte Computermäuse zählen neben dem intensiven Üben mit Musikinstrumenten und sportlichen Aktivitäten wie z.B. Klettern oder Tischtennis zu den typischen Auslösern.

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Sehnenscheidenentzündung – Folgen

Wird eine akute Sehnenscheidenentzündung unzureichend oder gar nicht behandelt, entwickelt sich diese schnell zu einer chronischen Erkrankung. Zu den ersten Symptomen zählen eingeschlafene Finger und Hände, Kribbeln und leichte Taubheitsgefühle in selbigen. Bei einer akuten Sehnenscheidenentzündung kann neben dem typischen Druckschmerz entlang der Sehne auch Ruheschmerz auftreten, der dazu führt, dass auch eine Ruhigstellung über Nacht nur wenig Besserung bringt. Die chronische Form der Sehnenscheidenentzündung zeigt sich häufig durch knotige Verdickungen der betroffenen Sehne. Auch schmerzhaftes Reiben der Sehne ist ein Hinweis auf eine chronische Entzündung.

Falschangaben vermeiden

Wer die Fragen zur Gesundheitsprüfung nicht ordnungsgemäß beantwortet, muss im Leistungsfall mit Problemen rechnen. Unter Umständen kann der Versicherer die Zahlung einer BU-Rente sogar ganz ablehnen. Deshalb ist es nicht sinnvoll, falsche oder lückenhafte Angaben im Antragsformular zu machen. Vielmehr sollte der Versicherte alle Daten vollständig angeben und alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten (weitere Informationen zum Vorgang der Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsprüfung).

Prüfverfahren bei Leistungspflicht

Der Versicherer wird in jedem Fall von seinem Recht Gebrauch machen, die Leistungspflicht genau zu prüfen. Wird eine Berufsunfähigkeit, ob vorübergehend oder dauerhaft, festgestellt, wird er vor allem untersuchen, ob der Kunde korrekte Angaben bei der Beantragung des Versicherungsschutzes gemacht hat. Sollte dies nicht der Fall sein, weil der Versicherte eine bereits bestehende Sehnenscheidenentzündung nicht im Antrag mit angegeben hat, könnte ihm eine Pflichtverletzung nachgewiesen werden. Ein genauer Blick in das „Kleingedruckte“ der Anbieter lohnt in jeden Fall.

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