Stress – Auslöser für Berufsunfähigkeit?

Der Mediziner und Autor Hans Seyle („Vater der Stressforschung“) bezeichnet Stress als „eine unspezifische Reaktion des Körpers auf eine Belastung“.

Dabei ist Stress differenziert zu betrachten. Stress an sich ist ein wichtiger Vorgang, der unter Umständen sogar die Leistungsfähigkeit steigert und oft als positiv empfunden wird.
Stress, der jedoch als Dauerzustand empfunden wird, macht krank.

Berufsunfähigkeitsversicherung StressMenschen, die sich dauerhaft unter Druck gesetzt fühlen, neigen dazu, sich gesundheitsschädigend zu verhalten. Sie ernähren sich ungesünder, greifen häufiger zu Fastfood, rauchen und trinken mehr. Darüber hinaus sinkt die Leistungsfähigkeit; die Fehlerquote steigt und auch die Gefahr einen Unfall zu erleiden wächst. Viel zu oft wird Stress als Gefahr für die Gesundheit unterschätzt. Unser Körper sendet uns jedoch meist schon recht früh Warnsignale. Gestresste Menschen klagen über Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und andere Symptome. Selten wird nach den Ursachen geforscht, geschweige denn, dass Konsequenzen gezogen werden.

Kluge Tipps?

Es scheint oft leichter gesagt als getan. Tipps, die man immer wieder lesen kann: Treiben Sie Sport, schlafen Sie genügend, arbeiten Sie nicht über die Maßen viel, gönnen Sie sich genügend Erholung. Es gibt allerdings Situationen im Arbeits- und im Privatleben, die sich schwer ändern lassen und die volle Kraft und Aufmerksamkeit erfordern.

Welche Gründe es für den Stress auch geben mag: Wer seinem Körper zu viel zumutet und die Warnsignale ignoriert, dem kann es leicht passieren, dass Körper und Psyche die Notbremse ziehen und man nicht mehr arbeiten kann, berufsunfähig wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung Stress

Wie die obige Statistik zeigt, fühlt sich knapp die Hälfte der Berufstätigen durch Zeitdruck im Beruf gestresst. Jeweils über 30 Prozent der Befragten nannten Konflikte auf der Arbeit und die Schwierigkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, als Stressauslöser. Mehr als ein Viertel gerät unter Druck, bei dem Gedanken daran, die Arbeit zu verlieren.

Der Stellenwert der Berufstätigkeit

Das sind deutliche Hinweise darauf, wie wichtig die Arbeit den meisten Menschen ist und was für ein hoher Stellenwert ihr beigemessen wird. Das ist verständlich. Wir verbringen nicht nur sehr viel Zeit am Arbeitsplatz, sie sichert darüber hinaus auch den gewohnten Lebensstandard und unsere Stellung in der Gesellschaft. Daher zählt drohender Jobverlust bzw. der Verlust der Arbeitskraft und damit die Berufsunfähigkeit zu den größten Ängsten vieler Berufstätiger.

Und doch verdrängen Betroffene ihre Situation oft solange bis sie berufsunfähig sind. Häufig diagnostizierte Folgen von Dauerstress sind Burnout, Depressionen und Magengeschwüre.

Zwei einfache Möglichkeiten, dem Bürostress zu entkommen

In die Ferne sehen

Besonders die Arbeit am Bildschirm führt häufig zu Verspannungen im Gesichtsbereich. Die Augen brennen, sind gerötet oder tränen. Es wird zu wenig geblinzelt, wodurch die Netzhaut nicht genügend befeuchtet wird. Außerdem neigen viele Menschen dazu, ihre Gesichtsmuskeln anzuspannen, ein Verhalten das durch Stress und Arbeiten unter Zeitdruck noch verstärkt wird.

Ein wirksames Mittel gegen die Überanstrengung der Augen ist der Blick in die Ferne. Es ist ratsam, den Blick zwischendurch vom Bildschirm abzuwenden und wenn möglich ein paar Minuten aus dem Fenster zu schauen. Auch eine kurze Gesichtsmassage kann Wunder bewirken. Durch kleine kreisende Bewegungen über Stirn- und Schläfenpartie oder durch leichtes Zupfen der Haut wird die Durchblutung im Gesicht angeregt.

Frische Luft und Bewegung

Acht Stunden und mehr im Büro sitzen – das ist für viele Alltag.
Diese Situation lässt sich zwar nicht ändern, doch leicht verbessern. Wer beispielsweise in einer etwas größeren Firma arbeitet, kann sich zwischendurch etwas Bewegung verschaffen, indem er die Kollegen nicht anruft, sondern kurz die zehn oder zwanzig Schritte in deren Büro läuft, um zu klärende Dinge vor Ort zu besprechen. Außerdem ist regelmäßiges Stoßlüften wichtig für die Luftqualität im Büro. Wer die Möglichkeit hat, in der Mittagspause kurz rauszugehen, sollte das ebenfalls nutzen und vielleicht eine Runde um den Block laufen. Das macht den Kopf frei und müde Glieder munter.

Überblick verschaffen – Zeitfresser finden und eliminieren

Wer kennt das Gefühl nicht, der Schreibtisch ist voll mit Akten, Papieren und anderen zu erledigenden Dingen, das E-Mail-Postfach quillt über und die Aufgabenliste blinkt rot, weil die Hälfte der Aufgaben schon längst hätte erledigt sein sollen. Aber wie ist das Pensum auch zu schaffen, wenn ständig das Benachrichtigungsfenster des E-Mail-Programms aufploppt, zwischendurch immer wieder das Telefon klingelt und der nächste Termin vorbereitet sein will.
Termindruck, Unerledigtes und der Wettlauf mit der Zeit sind Stressoren, die wohl so ziemlich jeder kennt.

Es gibt eine Vielzahl von Zeitfressern, die wir auf den ersten Blick weder als solche wahrnehmen, noch hat man das Gefühl, sie beeinflussen zu können. Aber es gibt ein paar einfache Möglichkeiten, mit denen sich täglich Zeit sparen und es sich konzentrierter arbeiten lässt.
Im Anschluss sollen zwei der größten Zeitfresser vorgestellt und mögliche Lösungsstrategien angeboten werden.

Zeitfresser 1: E-Mails

E-Mails sind sie zu einem der größten Zeitfresser mutiert. Es drängt uns geradezu, immer wieder das Postfach zu kontrollieren ob nicht vielleicht doch gerade eine neue Nachricht gekommen ist. Oder das kleine E-Mail-Benachrichtigungsfenster ploppt alle 5 Minuten auf und reißt uns aus der Arbeit.
Das Ergebnis: Wichtige Arbeiten werden immer wieder unterbrochen, die Konzentration ist nicht 100% auf die aktuelle Aufgabe gerichtet. Es entstehen Fehler und die Arbeit dauert länger als nötig.

E-Mails in Blöcken bearbeiten

Erstens: Stellen sie die Pop-up-Benachrichtigungen über neue E-Mails ab und zwingen Sie sich, höchstens halbstündlich das E-Mail-Postfach zu kontrollieren. (Ausnahme ist natürlich, wenn Sie tatsächlich eine dringende, super wichtige E-Mail erwarten, die sofort bearbeitet werden muss.)
Zweitens: E-Mails werden schneller und effektiver im Block abgearbeitet. Nehmen Sie sich zwei- oder dreimal täglich Zeit, um Ihre E-Mails zu beantworten. Sie werden merken, dass so eine Menge Zeit gespart werden kann und auch andere Aufgaben konzentrierter erledigt werden.

Zeitfresser 2: mangelndes Zeitbewusstsein

Die Angst vor Arbeitslosigkeit verführt oft dazu, nicht „Nein“ zu sagen, perfekt sein zu wollen und zu viel auf einmal zu machen. Das Ergebnis sind erhöhte Fehleranfälligkeit, Termindruck, Überstunden, Unzufriedenheit – weil man eben nicht perfekt ist, mit einem Wort – Stress.

Tages- und Wochenpläne aufstellen

Das Arbeiten mit Plänen ist am Anfang etwas aufwendig. Hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, geben sie dem Tag, der Woche, dem ganzen Monat, Struktur und Planbarkeit.
Mit der Zeit entwickelt man ganz nebenbei auch ein besseres Gefühl, welche Aufgaben wie viel Zeit beanspruchen. Wichtig bei der Arbeit mit Plänen sind Priorisierung der Aufgaben und der richtige Umgang mit Dingen, die nicht geschafft wurden.

Schon beim Aufstellen des Tagesplanes ist die Priorisierung von größter Bedeutung, damit nicht die wichtigsten Aufgaben liegen bleiben. Also, wichtige Aufgaben, die Konzentration und Zeit beanspruchen möglichst so legen, dass man erstens noch einen Puffer hat (Unvorhergesehenes kann immer passieren.) und zweitens sie dann erledigen kann, wenn die Leistungskurve hoch ist. Also, nicht unbedingt im Mittagstief.
Der zweite häufige Fehler bei der Arbeit mit Tagesplänen und To-do-Listen ist das unbedachte Schieben von Aufgaben von einem auf den nächsten Tag. So entstehen Aufgabenlisten, die unmöglich an einem Tag geschafft werden können und so wieder die Kette von Fehlern, Termindruck und Unzufriedenheit auslösen.
Bei Aufgaben, die liegen geblieben sind, sollte genau überlegt werden, welche Priorität sie haben, bis wann sie spätestens erledigt sein müssen und ob eventuell andere Aufgaben dafür gestrichen, delegiert oder verschoben werden können.

Fazit: Stress vermeiden – Berufsunfähigkeit vorbeugen

Nehmen Sie Dauerstress als das wahr, was es ist: ein Problem, dem es sich zu widmen gilt! Reden Sie die Situation nicht klein, sonst sind Sie vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft berufsunfähig und fragen sich wie es soweit kommen konnte.
Hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie sich und Ihre Bedürfnisse ernst. Es ist leichter als man denkt. Kurze Pausen und sinnvolle Organisation sind nur zwei von vielen Möglichkeiten sich den Arbeitsalltag ohne großen Aufwand angenehmer zu gestalten und dadurch zufriedener und sogar leistungsfähiger zu werden.