Übergewicht und Berufsunfähigkeit – Das sollten Sie wissen!

Übergewicht kann zur Ablehnung der Berufsunfähigkeitsversicherung führenDeutschland wird dicker: Das Statistische Bundesamtes gibt an, dass bereits mehr als die Hälfte der Deutschen erwachsenen Bevölkerung unter Übergewicht (52 Prozent – Stand: 2013). Die Tendenz ist steigend: 1999 lag der Anteil der Übergewichtigen bei 48 Prozent.

Die Folgen von Übergewicht können gravierend sein, da sich das Risiko für schwere und chronische Krankheiten erhöht. Aus diesem Grund kann Übergewicht auch zu Zuschlägen oder sogar zur Ablehnung beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung führen.

Fettleibigkeit (Adipositas)

Als Fettleibigkeit (Adipositas) bezeichnet man eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht. Nach der WHO-Definition spricht man von einer Adipositas ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30. Ausgelöst wird eine Adipositas meist durch Überernährung und Bewegungsmangel. Die Ursache können allerdings auch genetische Faktoren sein.

Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für weitere Krankheiten

Nicht jedes Kilogramm zu viel macht krank. Es gilt trotzdem, dass Übergewicht über einen langen Zeitraum das Risiko für zahlreiche andere Krankheiten erhöht. Meist entstehen die Krankheiten schleichend, so dass sie erst recht spät bemerkt werden. Eine einfache Gewichtsreduzierung reicht dann oft nicht mehr aus.

Häufige Folge- und Begleiterkrankungen bei Übergewicht

  • Herz-Kreislauf- Erkrankungen
  • Diabetes Mellitus Typ 2
  • Bluthochdruck
  • Rückenschmerzen
  • Schlaganfälle
  • Herzinfarkte
  • Gicht
  • Arthrose
  • Gicht

Außerdem haben Adipöse auch ein erhöhtes Risiko (bis zu 2 mal häufiger) für:

  • bestimmte Krebserkrankungen ( Brust-, Gebärmutter-, Prostata- und Gallenblasenkarzinom)
  • Sexualhormonstörungen

Übergewicht kann lebensgefährlich sein

Übergewicht erhöht außerdem die Thrombose- und Emboliegefahr. Somit erhöht sich für Übergewichtige auch das Risiko bei Operationen und Narkosen. Übergewicht schränkt somit nicht nur die Lebensqualität ein, sondern kann auch eine Verkürzung der Lebenszeit bedeuten. Bereits bei einem mäßig erhöhten Body-Mass-Index (= 27) ist das Sterblichkeitsrisiko um das 1,3-fache erhöht, bei einem BMI von 35 ist es um das 2,5-fache höher als bei Normalgewichtigen.

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BMI hilft bei Gewichtskontrolle

Der Body-Mass-Index, auch Körpermasseindex genannt, gibt in diesem Zusammenhang einen Richtwert an, durch den sich ermitteln lässt, ob man Normal-, Unter- oder Übergewicht hat. Der BMI wird berechnet, indem das Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat geteilt wird. Die Berechnung dient jedoch lediglich als grober Richtwert, da weder Statur noch die Zusammensetzung aus Fett und Muskelmasse eines menschlichen Körpers berücksichtigt werden. Hier können Sie Ihren BMI berechnen.

BMI-Kategorien (nach WHO)

Kategorie BMI (kg/m²)
Normalgewicht 18,5–24,9
Übergewicht 25–29,9
Adipositas Grad I 30–34,9
Adipositas Grad II 35–39,9
Adipositas Grad III ≥ 40

BMI wichtig bei Gesundheitsbefragung für Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der Gesundheitsbefragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Körpergröße und Gewicht angegeben werden. Wenn sich in diesem Zuge durch die Berechnung des BMI herausstellt, dass der Antragsteller übergewichtig ist, kann dies Auswirkungen auf den Versicherungsabschluss haben. Bei einem BMI, der über 35 liegt, ist meist mit einer Antragsablehnung zu rechnen (Tipps bei Antragsablehnung). Bei einem BMI unter 35 wird der gesamte Gesundheitszustand berücksichtigt und es kann je nach Übergewicht unterschiedliche Risikozuschläge geben.

Übergewicht beeinflusst Vertragsgestaltung in der BU

Bei leichtem Übergewicht wird ein Antrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel ohne Probleme angenommen. Je nachdem, wie stark die Ausprägung des Übergewichts ist, schlägt sich das zusätzliche Risiko in der Regel in der Höhe der Versicherungspolice nieder. Die Versicherungen erheben in diesem Fall meist einen Beitragszuschlag. Bei Übergewicht kann sich der Beitragssatz erhöhen und bei starkem Übergewicht (Adipositas) erhält der Kunde oftmals sogar eine Ablehnung von der Versicherung. Je nach Versicherer und genauem Gesundheitszustand kann es natürlich auch abweichende Regelungen geben.

Beitragsvergünstigung durch Abnehmen?

Bei einem höheren Versicherungsbeitrag durch Übergewicht stellt sich natürlich die Frage, ob der Zuschlag entfällt, wenn das Gewicht reduziert wird. Dies ist leider nicht der Fall. Die Versicherung hat keine Garantie, dass der Versicherungsnehmer nicht wieder zunimmt. Der sogenannte Jojo-Effekt stellt sich ja bekanntermaßen oft genug ein, nachdem das Gewicht durch eine Diät reduziert wurde. Auch kann der Kunde erst nach einigen Monaten oder Jahren wieder an Gewicht zulegen. Allerdings bedeutet dies andersrum auch: Wer nach Vertragsabschluss an Gewicht zulegt, muss dies nicht bei der Versicherung angeben und somit gibt es auch keine Zuschläge.

Tipp der Redaktion

Unser Tipp: Wenn Sie bei Abschluss der Versicherung Übergewicht hatten und deshalb einen höheren Beitrag zahlen mussten, nach Vertragsabschluss jedoch dauerhaft abgenommen haben, sollten Sie eine Risikovorprüfung durchführen lassen. Denn so erfahren Sie, ob es für Sie mit einem Neuvertrag günstiger werden könnte. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann gekündigt wird, wenn der neue Vertrag zustande gekommen ist.