Berufskrankheiten 2015: Burnout und Asbest-Spätfolgen

Zuletzt aktualisiert am 12.05.2017

Berufskrankheiten 2015: Burnout und Asbest-SpätfolgenEs muss nicht immer ein Unfall sein, der zur Berufsunfähigkeit führt. Wer durch die eigene Arbeit zu krank wird, ist ebenso auf eine gesicherte Versorgung angewiesen. In 2015 nahm die Zahl der Verrentungen wegen einer Berufskrankheit leicht zu. Allerdings leiden immer weniger Betroffene unter körperlichen Einschränkungen. Aufgrund von psychischen Erkrankungen kann die Mehrheit ihren Beruf nicht mehr ausüben.

Psychischer Druck wird Krankmacher Nr. 1

Die Zahl der Verrentungen wegen einer geminderten Erwerbsfähigkeit nahm 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent zu. Muskel- und Skelletterkrankungen verzeichneten innerhalb der vergangenen drei Jahre einen Rückgang um insgesamt 12 Prozent. Mit einem Anteil von 42,9 Prozent sind es zunehmend psychologische Erkrankungen und Verhaltensstörungen, die am häufigsten zur Verrentung führen. Das deutet darauf hin, dass in Zukunft besonders Angestellte (Berufsunfähigkeitsversicherung Angestellte Test) oder Selbstständige in erhöhtem Maße von Berufskrankheiten betroffen sein werden.

Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mitteilt, nahmen getätigte Anzeigen auf den Verdacht einer vorliegenden Berufserkrankung um 8 Prozent zu. Die Zahl der Anerkennungen stieg um 6,3 Prozent. Die BAuA führt dies auch auf neu in die entsprechende Verordnung aufgenommene Berufskrankheiten zurück. (Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit nehmen deutlich zu)

Der BAuA-Bericht über die Entwicklung der Berufskrankheiten

Der Öffentlichkeit gibt der jährliche Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin einen Überblick darüber, wie sich der Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt. In Statistiken werden die erhobenen Daten eines Jahres ausgewertet. Ergänzt werden die Zahlen durch die Darstellungen diverser Arbeitsschutzakteure. Für den Arbeitsschutz wesentliche Gesetzesänderungen nehmen ebenfalls Einzug in den Bericht.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2016): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2015 – Unfallverhütungsbericht Arbeit

Viele Menschen leiden noch heute unter Folgen von Asbest

2015 starben 54 weniger Menschen in Folge einer Berufskrankheit. Von den 2.415 Verstorbenen verloren rund zwei Drittel ihr Leben aufgrund einer Asbestvergiftung. Weil es gerade im Fall von Asbest Jahrzehnte dauern kann, bis die Betroffenen erkranken, gestaltet sich der Nachweis als Berufskrankheit oft äußerst schwierig. Aus diesem Grund fordert die IG Metall eine Reformierung des Berufskrankenrechts. So seien im Jahr 2014 nur 17.000 von 75.000 Fälle als berufsbedingte Erkrankung anerkannt worden. Davon hätten 800 eine Entschädigung erhalten.
Wie die IG Metall findet, sei die jüngste Einigung der Arbeits- und Sozialminister der Bundesländer sowie der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nur der erste Schritt hin zu einer erleichterten Anerkennung. (Was beim Berufskrankenrecht reformiert werden muss)

Besser frühzeitig gegen Berufsunfähigkeit absichern

Eine bereits früh abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeitsversicherung Test) kann sich nach vielen Jahren beim Auftreten einer Berufskrankheit besonders bezahlt machen.
Wichtig ist, dass man vor Abschluss einer BU-Versicherung sehr genau auf die Ausschlussklauseln achtet. Hier kann der Versicherer bestimmte Vorerkrankungen oder Unfallfolgen generell vom Versicherungsschutz ausnehmen. In der Regel handelt es sich dabei um Berufserkrankungen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später auftreten werden. Versicherungen decken am liebsten Risiken und nur selten Gewissheiten ab. Es empfiehlt sich daher unbedingt, Anbieter miteinander zu vergleichen. Dabei ist die eigene Berufsgruppe der Maßstab für die gewünschte Absicherung.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.05.2017 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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