Berufsunfähigkeitsversicherung Auszahlung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird abgeschlossen, damit der Versicherte eine Einkommensersatzleistung erhält, wenn er dem versicherten Beruf krankheitsbedingt nicht mehr nachgehen kann. Die Berufsunfähigkeitsrente soll dann den Erhalt des Lebensstandards sicherstellen. Dennoch hört man immer wieder von Fällen, in denen der Versicherer die Auszahlung verweigert hat. Wegen der Zahlungsverweigerung der Versicherer müssen die unklaren Fälle häufig vor Gericht entschieden werden. Suchen die Versicherer nach Vorwänden um die Zahlung einer BU-Rente zu verhindern?

Die Auszahlung als wichtiges Kriterium der BU-Versicherung

Bei der Auswahl eines BU-Tarifs legt man üblicherweise besonderen Wert auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer nach einer BU-Absicherung sucht, dem empfiehlt man deshalb häufig einen unabhängigen Tarifvergleich (Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich). In einem solchen persönlichen Vergleich werden Preise und Leistungen in Hinblick auf die individuellen Anforderungen geprüft. Auch Rankings unabhängiger Testinstitute und Analysehäuser werden gern als Entscheidungshilfe genutzt. Doch tritt der Versicherungsfall und damit die Berufsunfähigkeit ein, kann es selbst bei einem etablierten Versicherer passieren, dass er die Leistung der vertraglich vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente verweigert. Die Gründe der Leistungsverweigerung sind vielfältig, aber nicht immer begründet. Häufig muss dann juristisch (mehr zu den Klagequoten) entschieden werden, wer im Recht ist.

Erhalten Sie einen kostenlosen Vergleich der aktuellen Berufsunfähigkeitsversicherungstarife aus 2017.

Unterschiedliche Gründe für Leistungsablehnung

Der Versicherer ist berechtigt, die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente zu verweigern, wenn sich der Versicherte, einer sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung schuldig gemacht hat. Dies geschieht häufig unbeabsichtigt. Wenn beispielsweise bei der Beantwortung der Fragen im Rahmen der Gesundheitsprüfung ein Fehler unterläuft. Wird hier versehentlich eine Angabe vergessen oder eine Falschaussage gemacht, darf der Versicherer diesen Umstand als Vorsatz werten und ist sogar berechtigt, den Vertrag aufzulösen. Mindestens aber kann er im Versicherungsfall eine Auszahlung ablehnen. Ist im BU-Vertrag eine sogenannte abstrakte Verweisung vorgesehen, kann der Versicherer den Versicherten auffordern, sich einen anderen Beruf zu suchen, den er noch ausüben kann. Dieser muss zwar der Qualifikation des Betroffenen entsprechen, kann aber in einem ganz anderen Tätigkeitsbereich liegen. Mit diesem Verweis kann die Versicherung die Erbringung der Leistung ebenfalls verweigern. In diesem Fall, dann bleibt dem Versicherten häufig nur der Rechtsweg – mit unsicherem Ausgang.

Das könnte Sie auch interessieren

BU-Versicherung als häufiger Streitgegenstand

Schwierigkeiten bei der Auszahlung sind ein häufiger Grund, weshalb ein BU-Versicherer beklagt wird. Weiß sich der Versicherte keinen anderen Rat mehr, als den Rechtsweg zu beschreiten, wird er den Versicherer auf Zahlung verklagen. In der jüngeren Vergangenheit sind solche Fälle häufig in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Nicht umsonst hat die BU-Versicherung deshalb den Ruf, aufgrund fehlender Leistungsbereitschaft der Unternehmen eine unnötige Vorsorge zu sein, die im Fall der Berufsunfähigkeit nicht leistet. Das ist eine fatale Fehleinschätzung, die im Zweifel dazu führen kann, dass der Betroffene, wenn er berufsunfähig ist, keine Absicherung hat und schnell in finanzielle Nöte gerät. Außerdem sind die Versicherungsunternehmen bei Weitem nicht so zahlungsunwillig, wie ihr Ruf weismachen möchte (BU Klagequote).

Ein Tipp von Versicherungsmaklerin und BU-Expertin Katharina Krech

Die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist nicht immer einfach. Die Gesellschaften werben mit hervorragenden Leistungen und günstigen Beiträgen. Was im Fall einer Berufsunfähigkeit jedoch zählt, ist die Auszahlung der vereinbarten BU-Rente. Anhand der sogenannten Leistungsquote können Kunden sehen, welche Gesellschaften die Leistung des öfteren verweigern. Daher ist es ratsam, bei der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die Leistungsquote in den Vergleich mit einzubeziehen.

Erstattung der Beiträge im Ausnahmefall

Eine BU-Versicherung soll bei dem Verlust der Arbeitskraft einspringen. Sie gehört zu den Versicherungen, für die keine Beitragsrückgewähr vorgesehen ist. Hier unterscheidet sie sich von der privaten Krankenversicherung, bei der Beitragsrückerstattungen im Tarif vorgesehen sein können. Letztlich sind die BU-Versicherungsbeiträge am Ende der Laufzeit verloren, wenn keine Auszahlung in Anspruch genommen wird. Deshalb haben einige Versicherer an dieser Stelle Tarife mit Auszahlungsoption entwickelt.

Investmenttarife sehen Beitragsauszahlung vor

Tarife mit Auszahlungsoption sind oftmals durch einen Zusatz wie „Invest“ oder „Investment“ gekennzeichnet. Diese Bezeichnung macht deutlich, dass die Beiträge angelegt und verzinst werden, um am Ende der Laufzeit an den Versicherten zurückgezahlt zu werden. Tendenziell können die Versicherungsbeiträge bei Investmenttarifen etwas teurer sein. Ob sich ein solcher Tarif lohnt, bleibt der Entscheidung des Versicherungsnehmers vorbehalten.