Berufsunfähigkeitsversicherung – Beiträge steuerlich absetzbar

Steuerformular Anlage Vorsorgeaufwand_AusschnittDie Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Allerdings richtet sich die Absetzbarkeit nach der Art der BU-Versicherung. Denn in Abhängigkeit von der gewählten Form gelten unterschiedliche Höchstgrenzen. Grundsätzlich gilt: Die Aufwendungen zur BU-Versicherung zählen als Sonderausgaben, die das zu versteuernde Einkommen mindern und in der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Dadurch ist eine Reduzierung der Steuerlast möglich. Dies gilt für Arbeitnehmer und Selbständige gleichermaßen.

BU-Beiträge sind steuermindernde Sonderausgaben

Beiträge zur BU-Versicherung werden in der Steuererklärung als Sonderausgaben angegeben. Im Vordruck ist eine Zeile enthalten, in der die gezahlten Versicherungsbeiträge des Vorjahres eingetragen werden. Sonderausgaben mindern die Steuerlast, indem sie von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Dadurch reduziert sich das zu versteuernde Einkommen und mit ihm sinkt die Höhe der Steuerzahlung. Diese Regelung gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbständige (Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite des Lohnsteuerhilfevereins.).

Unterschiedliche Behandlung für SBU und BUZ

Eine BU-Versicherung kann als selbständige Versicherung (SBU) oder als Zusatzversicherung (BUZ) abgeschlossen werden. Beide unterscheiden sich grundsätzlich hinsichtlich der steuerlichen Behandlung. Deshalb muss bei der Angabe in der Steuererklärung nach der jeweiligen BU-Versicherung unterschieden werden. Anderenfalls erkennt das Finanzamt die steuerliche Absetzbarkeit unter Umständen nicht an. Werden zu hohe Beiträge abgesetzt, muss der Steuerpflichtige in späteren Jahren mit einer Nachforderung rechnen. Deshalb sollte man darauf achten, die Beiträge korrekt anzugeben.

Steuerlich geltend machen – Was heißt das eigentlich?

Mit der Aussage etwas steuerlich geltend zu machen oder von der Steuer abzusetzen, verbinden viele die Annahme, dass das Finanzamt die jeweilige Ausgabe komplett erstattet. Das ist allerdings ein Irrglaube. So erstattet das Finanzamt keine Versicherungsbeiträge, sondern verrechnet sie lediglich, als Ausgabe mit dem zu versteuernden Einkommen.
Die Gesamtsumme der Ausgaben zieht das Finanzamt vom Jahreseinkommen ab. Auf das, was übrig bleibt, müssen Steuern gezahlt werden.

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SBU abziehbar bis zur Höchstgrenze

Eine selbständige BU-Versicherung ist als Vorsorgeaufwendung zu bis zu 1.900 Euro pro Jahr für Arbeitnehmer und Beamte abzusetzen. Für Selbständige gilt eine Grenze von 2.800 Euro pro Jahr. Allerdings sind bei dieser Grenze noch die Beiträge für andere Versicherungen wie die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Unfallversicherung zu berücksichtigen. In der Regel wird ein Arbeitnehmer die Höchstgrenzen allein schon durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung überschreiten, und auch bei Selbständigen ist es schwierig, die Kosten für andere Versicherungen unterhalb der Höchstgrenze zu halten. Im Ergebnis sind somit nicht alle Beiträge steuermindernd geltend zu machen.

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Andere Regeln für die BUZ-Versicherung

Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird gemeinsam mit einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen. Die Beiträge fließen in die Berufsunfähigkeitsversicherung und auch in die Lebens- und Rentenversicherung ein und sind damit auch ein Teil der Altersvorsorge. Sofern die Lebens- oder Rentenversicherung als Rürup-Rente abgeschlossen wird, sind die Beiträge bis zur steuerlichen Höchstgrenze absetzbar. Diese Höchstgrenze liegt bei 20.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende und bei 40.000 Euro für Verheiratete. Bis zu dieser Höhe können die BU-Beiträge steuerlich geltend gemacht werden.

Die BU-Direktversicherung als Sonderfall

Arbeitnehmer können eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch als staatlich geförderte Direktversicherung über den Arbeitgeber abschließen. In diesem Fall reduziert sie das zu versteuernde Einkommen direkt bei der Erstellung der monatlichen Gehaltsabrechnung. Eine BU-Direktversicherung wirkt sich also senkend auf die Lohnsteuer und auf die Sozialversicherungsbeiträge aus. Allerdings bieten bisher nur wenige Unternehmen eine Direktversicherung für die Absicherung der Berufsunfähigkeit an (hier gibt es eine Übersicht zu den Anbietern).

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Steuerliche Vorteile kein Entscheidungsfaktor

Bei der Wahl der BU-Versicherung sollte die Höhe der Beiträge und ihre steuerliche Absetzbarkeit nicht das ausschlaggebende Kriterium für den Vertragsabschluss sein. Vielmehr schließt man eine BU-Versicherung ab, weil man sich gegen den Verlust der Arbeitskraft schützen will. Da die steuerliche Berücksichtigung lediglich im Rahmen von überschaubaren Höchstbeiträgen greift, ist die Entscheidung für einen Versicherer immer anhand des Preis-Leistungs-Verhältnisses (zu den Testsiegern bei der Berufsunfähigkeitsversicherung) zu treffen, nicht aber nach dem Einfluss auf die Steuer.