Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen

Eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) kann abhängig von der Vertragslaufzeit in der Regel jährlich gekündigt werden. Die Kündigungsfrist für die ordentliche Kündigung beträgt meist einen Monat zum Vertragsablauf. Bei einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) sind die Fristen abhängig vom Hauptvertrag der Renten- oder Lebensversicherung. Zwar ist die Berufsunfähigkeitsversicherung keine Pflichtversicherung, doch eine Kündigung sollte dennoch gut überlegt sein. Einer der häufigsten Kündigungsgründe ist eine Beitragserhöhung durch den Versicherer.

SBU und BUZ mit unterschiedlichen Regelungen

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind die selbständige BU-Versicherung und die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu unterscheiden. Bei der selbständigen BU-Absicherung handelt es sich um einen Vertrag, der selbständig und ohne Koppelung an eine andere Versicherung abgeschlossen wurde. Die Zusatzversicherung wurde dagegen als zusätzliche Vereinbarung im Rahmen einer laufenden Renten- oder Risikolebensversicherung abgeschlossen. Die Kündigungsfristen beider Versicherungen können durchaus unterschiedlich sein.

SBU-Kündigungsfrist abhängig von Versicherungsbedingungen

Die Kündigungsfristen für eine SBU sind in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen des Tarifs hinterlegt. In der Regel gilt bei jährlicher Zahlung eine Frist von einem Monat zum Vertragsende. Die Laufzeit beträgt meist ein Jahr, doch auch längere Vertragslaufzeiten können vereinbart werden. Ist eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Zahlung vereinbart, beträgt die Kündigungsfrist üblicherweise einen Monat zum nächsten Zahlungszeitraum (weitere Informationen zu den Kündigungsfristen auf der Seite der Verbraucherzentrale). Ein Blick in die Versicherungsbedingungen schafft Klarheit, wenn man die Kündigungsfristen nicht genau kennt.

Berufsunfaehigkeitsversicherung kuendigen

BUZ mit abweichenden Vorschriften

Ist eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen, gelten andere Kündigungsvorschriften. Ob eine Zusatzversicherung als Teil der Renten- oder Risikolebensversicherung überhaupt gekündigt werden kann und welche Fristen einzuhalten sind, geht aus den Allgemeinen Versicherungsbedingungen hervor. Nach einer Kündigung sollte der gesamte Beitrag zukünftig in die Hauptversicherung eingezahlt werden. Wichtig ist allerdings, dass der Hauptvertrag nicht vollständig aufgelöst wird, um diesen so wichtigen Versicherungsschutz weiterhin voll zu erhalten.

Fehlende Versicherungspflicht lockert Kündigungsfristen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Pflichtversicherung. Somit ist auch ein nahtloser Versicherungsschutz nicht erforderlich. Vielmehr ist der Versicherungsnehmer völlig frei in seiner Entscheidung, ob er eine BU-Versicherung abschließen bzw. behalten möchte. Diese Versicherung ist als Absicherung einer möglichen Berufsunfähigkeit zwar sehr zu empfehlen, allerdings ist dsie nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aufgrund der fehlenden Versicherungspflicht hängen die Kündigungsfristen nur von den Vertragsbedingungen ab. Es besteht keine gesetzliche Veranlassung, die akzeptierte Kündigung beim neuen Versicherer nachzuweisen oder eine Neuversicherung zu belegen.

Die wichtigsten Kündigungsgründe

In der Regel wird man eine BU-Versicherung kündigen, weil sich der Beitrag erhöht hat. Nach einer Beitragserhöhung hat der Versicherte ein außerordentliches Kündigungsrecht. Ob er davon Gebrauch macht, hängt selbstverständlich davon ab, ob er die Erhöhung akzeptiert. Auch Unzufriedenheit mit dem Service oder ein insgesamt besseres Angebot in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis können Gründe für eine Vertragsauflösung seitens des Versicherungsnehmers sein.

So findet man einen neuen Versicherer

Ist die Vertragskündigung beschlossen und möchte man weiterhin umfassend versichert sein, empfiehlt sich ein Tarifvergleich (hier gehts zum BU-Test). Dieser zeigt, welche Unternehmen und Tarife das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Der unabhängige Vergleich wird im Idealfall von einem Versicherungsmakler durchgeführt, der die Versicherungsbedingungen genau versteht und korrekt anwendet. So ist die Möglichkeit einen günstigen und leistungsstarken Schutz zu finden sehr viel größer, auch nach einer Kündigung beim alten Versicherer und trotz einer erneuten Gesundheitsprüfung..
Die verschiedenen Anbieter im Überblick. Als erfahrener Versicherungsmakler stehen wir Ihnen gern jederzeit per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

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Anbieterwechsel… Sollte gut durchdacht werden!

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nur in Ausnahmefällen gekündigt oder gewechselt werden, da mit zunehmendem Alter auch die Versicherungsbeiträge steigen und inzwischen Erkrankungen oder Operationen dazugekommen sein können, die im Rahmen der Gesundheitsprüfung mit angegeben werden müssen. Daher sollte vor einem Anbieterwechsel genau durchgerechnet werden, ob der Wechsel tatsächlich zu einer Ersparnis führt und wie hoch diese ausfällt. In die Berechnung müssen auch bereits gezahlte Beiträge, die bei einem Wechsel verfallen würden, mit einbezogen werden.

Ein Tipp von Versicherungsmaklerin und BU-Expertin Katharina Krech

In finanziell schwierigen Situationen neigen Menschen dazu, ihre Versicherungen zu kündigen. Darunter ist häufig auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine solche Entscheidung sollte nicht übereilt getroffen werden. Die meisten Versicherungen bieten die Möglichkeit, den Vertrag bis zu sechs Monate ruhen zu lassen. In dieser Zeit fallen keine Beiträge an. Allerdings besteht auch kein Versicherungsschutz. Einige Gesellschaften bieten auch längere Ruhepausen an. Achten Sie jedoch darauf, dass anschließend keine neue Gesundheitsprüfung verlangt wird.

Alternative: Tarifwechsel beim gleichen Anbieter

Eine Alternative zum kompletten Anbieterwechsel besteht darin, den Tarif innerhalb des Angebots des derzeitigen Versicherers zu wechseln. Die Versicherer verändern immer mal wieder die Konditionen und erweitern ihr Angebot, sodass man auch durch einen internen Tarifwechsel möglicherweise sparen kann, ohne dass bereits geleistete Zahlungen verfallen.