Modellkunde: Jurist

Der Beruf des Juristen umfasst eine Vielzahl verschiedener Tätigkeitsbereiche. Hinzu kommen die unterschiedlichen Beschäftigungsarten. Juristen können selbstständig tätig sein, im Angestelltenverhältnis stehen oder sogar verbeamtet sein. So vielfältig wie das Berufsbild, so unterschiedlich die Anforderungen an eine Berufsunfähigkeitsversicherung (siehe auch BU Juristen Test).
Neben der Möglichkeit, sich privat gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern, sind Rechtsanwälte und Notare im Allgemeinen in dem Versorgungswerk desjenigen Bundeslandes pflichtversichert, in dem sie ihre Anwaltszulassung haben. Die Versorgungswerke sichern die Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung ihrer Mitglieder ab.

Modellkunde Jurist

Wie bereits erwähnt, ist das Berufsfeld der Juristen sehr breit gefächert. Trotzdem haben wir uns an einer Modellrechnung versucht, die Aufschluss darüber gibt, mit welchen Kosten ein Jurist rechnen sollte, wenn er sich für eine private BU-Versicherung entscheidet. Die Versicherungsunternehmen stufen Juristen im Allgemeinen eher in niedrige Risikoklassen ein. Das gilt sowohl für Rechtsanwälte als auch für Richter und Notare. Allerdings spielt es eine Rolle, wie hoch der Anteil der Büroarbeit im Vergleich zur Gesamtarbeitszeit ist. Je niedriger der Anteil der Büroarbeit ausfällt, desto höher fallen die monatlichen Beiträge aus, die die Versicherung ansetzen wird.


Bei den angegebenen Werten handelt es sich um gerundete Zahlen, die auf folgenden Annahmen beruhen:

Der Modellkunde ist Jurist mit über 90 Prozent Bürotätigkeit 

  • Vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 1.000 Euro
  • Nachversicherungsgarantie
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • BU-Schutz gilt weltweit
  • Keine Vorerkrankungen
  • Mittlere Reisetätigkeit (20-50 Prozent)
  • Die Tatsache, ob der Jurist angestellt oder selbstständig tätig ist, wurde vernachlässigt

 

Wie die Rechnung zeigt, steigen die monatlichen Beiträge an, je älter man bei Vertragsschluss ist. Aus diesem Grund ist es ratsam, möglichst früh an die Absicherung seiner Arbeitskraft zu denken.

Private BU trotz Versorgungswerk sinnvoll?

Trotz der Pflichtmitgliedschaft und der Leistungen, die das jeweilige Versorgungswerk bietet, sollten sich Juristen nicht allein darauf verlassen, sondern auch privat für den Fall einer Berufsunfähigkeit vorsorgen. So lautet auch eine Empfehlung der Versorgungswerke selbst. Man könnte zwar meinen, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung würde doch nur zusätzlich das versichern, was durch das Versorgungswerk ohnehin abgedeckt ist, doch ist dies nicht der Fall, weil sich unter anderem die Leistungsbedingungen deutlich voneinander unterscheiden.

So leistet das Versorgungswerk im Gegensatz zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erst ab einer 100-prozentigen Berufsunfähigkeit. Außerdem ist eine Bedingung für die Rente vom Versorgungswerk, dass die Zulassung abgegeben wird. Des Weiteren verzichten private Berufsunfähigkeitsversicherungen im Allgemeinen auf die Anwendung der sogenannten abstrakten Verweisung. Das Versorgungswerk behält sich dieses Recht jedoch vor (weitere Informationen zu den Klauseln und Regelungen).

Reaktion des Versorgungswerkes der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg auf die Kritik, dass eine Berufsfähigkeitsrente im Versorgungswerk nur demjenigen gezahlt werde, der „mit dem Kopf unter dem Arm“ daherkomme:

Das Versorgungswerk zahlt ohne Gesundheitsprüfung quasi vom ersten Tag an (§ 21 Absatz 1 Ziffer 4 VwS verlangt lediglich drei Monatsbeiträge). Das leistet kein anderes Versicherungssystem, allerdings ist die Konsequenz dieses Systems, das tatsächlich nur das Risiko der absoluten Existenzvernichtung abgesichert ist – und damit der 100-prozentigen Berufsunfähigkeit.

„Selbstverständlich beinhaltet das aber auch die Empfehlung an jedes Mitglied, sich – wo es irgend geht – gegen das Risiko der bloß verminderten Erwerbsfähigkeit neben dem Versorgungswerk bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abzusichern.“

Die Risiken ernst nehmen

Dem Rat des Versorgungswerkes der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg folgend, sollten sich folglich auch Juristen unbedingt mit dem Thema private Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzen. Wenn auch die juristische Tätigkeit auf den ersten Blick kein risikoreicher Berufszweig zu sein scheint, so kann es trotzdem auch Juristen treffen, berufsunfähig zu werden.

Juristen üben eine durchaus verantwortungsvolle Tätigkeit aus, haben oft lange Arbeitszeiten und müssen häufig unter hohem Druck arbeiten. Das alles sind Belastungen, die nicht unterschätzt werden sollten und die auf längere Sicht durchaus zu einem Burnout führen können. Ganz abgesehen von den Fällen, in denen Berufsunfähigkeit durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung ausgelöst wird (siehe BU Ursachen).

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Kein Abschluss ohne Vergleich

Wer sich entscheidet, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, sollte sich vorher mit den verschiedenen Anbietern vertraut machen. Stiftung Warentest, Finanztest, Focus Money und Morgen & Morgen sind nur einige Anbieter, die die verschiedenen Versicherungen und deren Tarife unter die Lupe genommen und ihre Leistungen bewertet haben. Einige Versicherer haben sich sogar auf die Anforderungen von Juristen eingestellt und sind auf diese Berufsgruppe spezialisiert. Wenden Sie sich an einen kompetenten und unabhängigen Versicherungsmakler und lassen Sie sich von ihm einen persönlichen und unverbindlichen BU-Vergleich erstellen.