Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Asthma?

Asthma und Berufsunfähigkeitsversicherung - wie kann das zusammenpassen?Bei Kindern ist Asthma eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Fast jedes zehnte Kind leidet in Deutschland unter asthmatischen Symptomen. Etwa die Hälfte der erkrankten Kinder wird auch im Erwachsenenalter noch an Asthma leiden, denn einer von 20 Erwachsenen in Deutschland ist Asthmatiker.

Der volkswirtschaftliche Ausfallschaden durch Arbeitnehmer, die an Asthma erkrankt waren, betrug in Deutschland bereits im Jahr 2010 5,5 Milliarden Euro – Tendenz: steigend.

Die Zahlen zeigen: Asthma ist eine nicht zu unterschätzende Ursache für Berufsunfähigkeit. Immer häufiger scheiden Menschen aufgrund von Lungenerkrankungen aus dem Berufsleben aus. Wenn bereits vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Asthmaerkrankung vorhanden ist, gibt es Einiges zu beachten, denn Asthmatiker gelten als Risikopatienten und haben es oft schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen.

Symptome von Asthma Bronchiale

Bei Asthma Bronchiale handelt es sich um eine chronische Entzündung der Bronchien, was zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege führt. Infolge dessen schwillt die Schleimhaut an und es kommt zu einer übermäßigen Sekretproduktion, wodurch die Bronchien verengt werden. Bei einem akuten Asthmaanfall verkrampft sich zudem die Bronchialmuskulatur, wodurch vorrangig die Ausatmung vermindert wird. Symptome sind immer wiederkehrende Hustenattacken, pfeifende Atemgeräusche und das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen.

Asthma bronchiale

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Das Asthma bronchiale (von altgriechisch ἆσθμα, ‚Atemnot‘), oft auch vereinfachend nur Asthma genannt, ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen (mit überempfindlichem Bronchialsystem) führt die Entzündung zu anfallsweiser Atemnot infolge einer akuten Verengung der Atemwege – einer sogenannten Bronchialobstruktion (Definition des international consensus report). Diese Atemwegsverengung wird durch vermehrte Sekretion von Schleim, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut verursacht, sie ist durch Behandlung rückbildungsfähig (reversibel). Eine Vielzahl von Reizen verursacht die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreaktivität oder auch Hyperreagibilität) und die damit verbundene Entzündung. 5 % der Erwachsenen und 7 bis 10 % der Kinder leiden an Asthma bronchiale.

Verschiedene Formen von Asthma

Asthma kann in jedem Lebensalter auftreten und auch verschiedene Ursachen haben. Generell unterscheidet man zwischen drei Formen des Asthma Bronchiale.

Nicht allergisches Asthma

Bei dieser Asthmaform werden die Hustenattacken durch unspezifische Reize, wie z. B. Infekte, Zigarettenqualm oder Staub ausgelöst. Aber auch psychische Faktoren, wie Angst oder Aufregung können einen Hustenanfall auslösen. Das Infektasthma tritt häufig bei Babys und Kleinkindern auf.

Allergisches Asthma

Bei allergischem Asthma ist der Auslöser für die Hustenattacke ein bestimmter Stoff, auf den der Körper allergisch reagiert. Hausstaubmilden oder Tierhaare sind ein häufiger Auslöser für allergisches Asthma.

Mischform

Die Mischform des Asthma Bronchiale tritt meistens bei Erwachsenen auf. Bei dieser Form ist neben der allergischen Form des Asthma auch eine niedrige Hemmschwelle für Atemwegsinfekte vorhanden.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Asthma

Was muss man beachten, wenn man als Asthmatiker eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte?

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es oft schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Asthma zählt zu den „unsicheren Kandidaten“, bei dieser Krankheit werden vom Versicherer oft Risikoausschlüsse vorgenommen. Wenn dann die Berufsunfähigkeit aufgrund von einer ausgeschlossenen Krankheit auftritt, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht. Auch bei einem allergischen Asthma kann dieser Fall eintreten. Die Versicherung kann in diesem Fall alle möglichen Erkrankungen, die in Zusammenhang mit dem Asthma stehen, ausschließen. Eine andere Methode der Versicherer ist häufig, dass ein Risikozuschlag erhoben wird. Da der Patient ein höheres Risiko für den Versicherer darstellt, muss er höhere Beiträge zahlen.

Anonyme Voranfrage sichert Risikopatienten ab

Falls eine Vorerkrankung wie Asthma vorhanden ist, empfiehlt es sich, eine anonyme Anfrage zu stellen. Denn Asthma steht weit oben auf der „schwarzen Liste“ der Versicherer. Das heißt, dass man entweder gar keinen Schutz erhält oder dass man hohe Risikozuschläge zahlen muss. Durch die anonyme Voranfrage kann man sich vergewissern, ob man eine BU erhält und wie hoch die Beiträge ungefähr sein werden. Aber selbst wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen für Atemwegserkrankungen ausschließt, sollte man diese Versicherung trotzdem abschließen. Denn die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind vielseitig. Die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit sind mittlerweile psychische Erkrankungen. Zudem ist bei Asthmatikern die Wahrscheinlichkeit höher, z. B. an Neurodermitis und Heuschnupfen zu erkranken. Diese Erkrankungen können ebenfalls zu einer Berufsunfähigkeit führen.

Urteil zu Asthma und Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn ein Antragsteller bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung angibt, dass er Allergien hat, so kann ihm später keine arglistige Täuschung vorgeworfen werden, wenn er an Asthma leidet und dies nicht explizit angegeben hat.
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Az. 3 U 286/07) gab einer Klägerin mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung recht, der von ihrer Versicherung arglistige Täuschung vorgeworfen wurde, weil sie verschwiegen hatte, dass sie schon vor Vertragsabschluss wegen Asthma behandelt wurde. Sie hatte allerdings bei Vertragsabschluss angegeben, dass sie unter Neurodermitis leide, da sie annahm, es sei bekannt, dass Asthma eine Folgeerkrankung dieser Allergie sei. Sie hatte zwar bei der Frage nach Erkrankungen der Atmungsorgane „nein“ angegeben, eine Klausel zum „Ausschluss der Neurodermitis und Folgen“ akzeptierte sie allerdings. Laut ihrer Aussage ging sie somit davon aus, dass auch das allergische Asthma als Folgeerkrankung der Neurodermitis aus dem Leistungsangebot ausgeschlossen sei. Die Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung wurde nicht aufgrund der Asthmaerkrankung fällig, sondern die Diagnose Brustkrebs war die Ursache für die Berufsunfähigkeit der Frau. Mehr Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung und Neurodermitis erhalten Sie hier.

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Gesundheitstipps bei Asthma

  • Wenn man Asthma hat, sollte man möglichst nicht rauchen, denn der Zigarettenqualm reizt die Lunge. Auch Umgebungen, in denen geraucht wird, sollten gemieden werden.
  • Sportliche Betätigung ist sehr gut für die Lunge. Besonders Ausdauersportarten sind bei Asthma Bronchiale zu empfehlen. Wenn längere Zeit kein Sport getrieben wurde, sollte jedoch erst mit einem Arzt gesprochen werden, da eventuell ein Medikament zur Erweiterung der Atemwege eingenommen werden muss.
  • Wenn man an Asthma und Allergien leidet, ist das Immunsystem gestört. Meistens ist dann auch der Darm geschädigt, denn im Darm befindet sich der Großteil unseres Immunsystems. Asthmatiker leiden meist unter einer Schädigung der Darmflora (Dysbakterie). Bei der Behandlung von Asthma ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, dass die Darmflora stabil und gesund ist.
  • Parfums, Deos, Lufterfrischter und Reinigungsmittel enthalten oft Stoffe, die einen Asthmaanfall fördern können. Deshalb sollten Asthmatiker darauf achten, möglichst nur Putzmittel und Kosmetikprodukte mit natürlichen Inhaltsstoffen zu benutzen.
  • Auch durch die Ernährung können Asthmatiker ihren Krankheitsverlauf beeinflussen. Mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, wie beispielsweise Knoblauch, roten Zwiebeln und Gewürzen, wie Kurkuma, Zimt, Ingwer und Rosmarin kann den Anzeichen von Asthma entgegengewirkt werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft generell immer dem Immunsystem und kann somit auch asthmatische Beschwerden lindern.