Deshalb macht eine BU für unter 1.000 Euro keinen Sinn!

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf für voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben kann.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung immer sinnvoll, egal wie hoch die versicherte Leistung ist? Die Antwort lautet „nein“. Bei einer Absicherungshöhe von unter 1.000 Euro, macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung keinen Sinn. Warum ist das so?

Darum ist eine BU für unter 1.000 Euro sinnlos!

  • Die Aufgabe der BU ist es, den Lebensstandard im Leistungsfall zu erhalten. Das können kleine Renten nicht gewährleisten.
  • Muss der Versicherte Sozialleistungen beantragen, weil das Geld der BU nicht reicht, wird die Berufsunfähigkeitsrente mit der Grundsicherung verrechnet und der Versicherte hat umsonst in die Versicherung eingezahlt.

Ein bisschen vorsorgen ist besser als gar nicht?

Dies gilt nicht für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Im Leistungsfall ist die versicherte BU-Rente häufig die einzige Einnahmequelle. Wer sich diese Tatsache bewusst macht, dem wird klar, dass eine Absicherungshöhe von beispielsweise 600 Euro keinen Sinn macht. Mit 600 Euro kann man seine laufenden Fixkosten nicht bezahlen. Die Folge, der Betroffene muss Sozialleistungen beantragen – die dann allerdings mit den Bezügen der privat abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherung verrechnet werden!

Wer nun also Anspruch auf Sozialleistungen in Höhe von 800 Euro hat und 600 Euro monatlich von seiner Versicherung erhält, bekommt lediglich 200 Euro der Sozialleistungen ausgezahlt!

Für Versicherungsnehmer ist es also ungemein wichtig, die Versicherungssumme so zu wählen, dass eine Auszahlung im Ernstfall auch tatsächlich weiterhilft. Eine Summe unter 1.000 Euro wird deswegen von vielen Fachleuten als wenig hilfreich angesehen.

Höhe der Leistung ist entscheidend

Die Berufsunfähigkeitsrente ist die Leistung, die der Versicherte erhält, wenn der Schadensfall und somit die Berufsunfähigkeit eintritt. Sie soll den Versicherten finanziell absichern und so dafür Sorge tragen, dass der Versicherte, trotz Verdienstausfalls, die laufenden Kosten decken und so den gewohnten Lebensstandard halten kann.

Als Richtwert für die Höhe empfehlen Experten mindestens 60 Prozent des Bruttolohnes als BU-Rente anzusetzen. Allerdings ist diese Empfehlung tatsächlich nur ein Richtwert. Wichtiger als der reine Bruttolohn sind die tatsächlich anfallenden monatlichen Kosten des Versicherungsnehmers.

Möglichkeiten, die Beitragshöhe zu senken

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine vergleichsweise kostenintensive Versicherung. Daher suchen Versicherte häufig nach einer Möglichkeit, Kosten zu sparen und die Beitragshöhe positiv zu beeinflussen. Allerdings sollte nicht an der Höhe der Absicherung gespart werden, denn kleine BU-Renten bringen dem Versicherten keinen Mehrwert, wenn es zum Leistungsfall kommt..

Haben Sie Fragen zur Absicherungshöhe? Kontaktieren Sie uns gern persönlich – unverbindlich und kostenfrei: 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de oder fordern Sie direkt einen kostenfreien und unverbindlichen Tarifvergleich einer Auswahl aktueller Tarife an.

Deshalb macht eine BU für unter 1.000 Euro keinen Sinn!

Ist die Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung das einzige Einkommen, führen niedrige BU-Renten von unter 1.000 Euro dazu, dass der Versicherte über kurz oder lang Sozialleistungen beantragen muss. In diesem Fall wird eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt. Ergibt diese Prüfung, dass der Betroffene Anspruch auf Sozialleistungen hat, wird die BU-Rente mit den bewilligten Sozialleistungen verrechnet. Das bedeutet, die staatlichen Leistungen reduzieren sich um die Höhe der BU-Rente.

Das jahrelange Vorsorgen nutzt am Ende nur dem Staat, da dieser dank der Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung weniger zahlen muss.

Bedürftigkeitsprüfung – Zielsetzung und Ablauf

Ziel der Bedürftigkeitsprüfung ist es, festzustellen, ob der Antragsteller Anspruch auf Grundsicherung hat. Dieser Anspruch besteht nur, wenn das anzurechnende Einkommen und das verwertbare Vermögen nicht ausreichen, um das Existenzminimum abzudecken.
Zum anrechenbaren Einkommen zählen unter anderem auch Einkünfte aus Versicherungsleistungen, wie die Berufsunfähigkeitsrente.

Ermittlung einer sinnvollen Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente sichert den Lebensstandard und erfüllt damit eine wichtige Funktion. Aus diesem Grund sollte man sich unbedingt genügend Zeit nehmen und die optimale Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sorgfältig ermitteln. Eine zu knapp kalkulierte BU-Rente hat zur Folge, dass der Versicherte trotz Vorsorge zum Sozialfall werden kann.

Ermittlung des finanziellen Bedarfs

Folgende Kosten sollten bei der Ermittlung einer sinnvollen Absicherungshöhe berücksichtigt werden:

  • Miete
  • Tilgungsraten für Kredite
  • weitere laufende Fixkosten, wie z. B. Lebensmittel, Strom, Wasser, Versicherungen

Die Summe aller laufenden Fixkosten sollten möglichst mit der BU-Rente gedeckt werden können. Aber Achtung: Die Berufsunfähigkeitsrente sollte nicht höher sein als der Nettoverdienst.

Berufsunfähigkeitsrente nicht unter 1.000 Euro.

Wie die obigen Erläuterungen gezeigt haben, ist es wichtig, dass die Berufsunfähigkeitsrente höher ist, als die Grundsicherung. Denn sobald der Berufsunfähige auf HartzIV angewiesen ist, werden die Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung mit den Sozialleistungen verrechnet.

Eine Ausnahme stellt die staatliche Erwerbsminderungsrente dar. Bei der Erwerbsminderungsrente erfolgt keine Verrechnung mit der privaten Vorsorge.

Die Summe aus Erwerbsminderungsrente und BU müssten doch reichen, oder?

Jein. Erhält der Versicherte die volle Erwerbsminderungsrente plus die Leistung seiner Berufsunfähigkeitsversicherung können die beiden Leistungen durchaus eine Summe ergeben, die hoch genug ist, den gewohnten Lebenstandard zu halten. Diese Rechnung geht allerdings nur sehr selten auf, denn wer berufsunfähig ist, ist nicht zwingend auch erwerbsunfähig.

Erwerbsminderungsrente vs. Berufsunfähigkeitsversicherung

Erwerbsminderungsrente erhält, wer aufgrund von Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden arbeiten kann. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung spielt der zuletzt ausgeübte Beruf bei der stattlichen Leistung keine Rolle. Die Erwerbsminderungsrente erhält nur, wer gar keine berufliche Tätigkeit länger als drei Stunden ausüben kann.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen versichert den zuletzt ausgeübten Beruf. Ist der Versicherte nicht mehr in der Lage diesem Beruf nachzugehen, erbringt die Versicherung die Leistung.

Das heißt, Versicherte sollten bei der Ermittlung einer sinnvollen BU-Rentenhöhe davon ausgehen, dass diese im Schadensfall ihr einziges Einkommen darstellt. Aus diesem Grund ist eine ausreichend hohe Absicherungssumme so wichtig.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die Folgen einer Berufsunfähigkeit ab. Neben einer sinnvollen Höhe der BU-Rente sind die Versicherungsbedingungen von entscheidender Bedeutung. Es gibt verschiedene Klauseln und Regelungen, die einen empfehlenswerten Tarif ausmachen. Damit hier keine wichtige Leistung übersehen wird, sollte vor dem Vertragsabschluss immer eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch genommen werden. Im Gespräch mit dem Fachmann lässt sich auch eine passende und sinnvoll Berufsunfähigkeitsrente ermitteln.